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18 Briefe der Helena von Schallenberg (1595 Eintritt ins Franziskanerinnenkloster Hl. Kreuz in Landshut, 1617 Äbtissin dort), an ihren Bruder Christoph von Schallenberg (1561-1597).
Eigenhändiger Brief der Helena vom 31.1.1582, die Hoffräulein auf Sprinzenstein bei ihrer Tante Barbara Sprinzenstein geb. Botsch von Zwingenberg ist, an ihren Bruder Christoph, der sich gerade auf seiner Kavalierstour in Siena befindet.
d.t.w.sch alzeit bis in tot
Helena Schallenbergerin
Eigenhändiger Brief der Helena vom 22.6.1584, die Hoffräulein auf Sprinzenstein bei ihrer Tante Barbara Sprinzenstein geb. Botsch von Zwingenberg ist, an ihren Bruder Christoph der im Hofstaat des Erzherzog Mathias in Wien das Amt des Truchseß bekleidet.
Eigenhändiger Brief der Helena, die Hoffräulein auf Sprinzenstein bei ihrer Tante Barbara Sprinzenstein geb. Botsch von Zwingenberg ist, an ihren Bruder Christoph der im Hofstaat des Erzherzog Mathias in Wien das Amt des Truchseß bekleidet, vom 8.11.1584.
Eigenhändiger Brief der Helena, die Hoffräulein auf Sprinzenstein bei ihrer Tante Barbara Sprinzenstein geb. Botsch von Zwingenberg ist, an ihren Bruder Christoph der im Hofstaat des Erzherzog Mathias in Wien das Amt des Truchseß bekleidet, vom 22.1.1585.
Eigenhändiger Brief der Helena, die Hoffräulein auf Sprinzenstein bei ihrer Tante Barbara Sprinzenstein geb. Botsch von Zwingenberg ist, an ihren Bruder Christoph der im Hofstaat des Erzherzog Mathias in Wien das Amt des Truchseß bekleidet, vom 2.5.1586.
Die frau last dich zu tausentmal fraintlich griesen und ir gebierlich
willig dienst anzaigen, last dich auch treulich biten wover
unten ein solches biechl zu bekhomen wär wie ich dier einmal khauft
hab, so man den ernspiegl nent, du wölst ir fier den Hans Ernst ains
khauffen, sie wils wieder umb dich verdienen.
Eigenhändiger Brief der Helena, die Hoffräulein auf Sprinzenstein bei ihrer Tante Barbara Sprinzenstein geb. Botsch von Zwingenberg ist, an ihren Bruder Christoph der im Hofstaat des Erzherzog Mathias in Wien das Amt des Truchseß bekleidet, vom 25.5.1586.
bit dich las mich wider antwort wissen wie du waist
Eigenhändiger Brief der Helena, die Hoffräulein auf Sprinzenstein bei ihrer Tante Barbara Sprinzenstein geb. Botsch von Zwingenberg ist, an ihren Bruder Christoph der im Hofstaat des Erzherzog Mathias in Wien das Amt des Truchseß bekleidet, vom 6.1586.
Eigenhändiger Brief der Helena, die Hoffräulein auf Sprinzenstein bei ihrer Tante Barbara Sprinzenstein geb. Botsch von Zwingenberg ist, an ihren Bruder Christoph der im Hofstaat des Erzherzog Mathias in Wien das Amt des Truchseß bekleidet, vom 14.12.1586.
Eigenhändiger Brief der Helena vom 15.1.1593, die Hoffräulein am herzoglichen Hof in München ist, an ihren Bruder und niederösterreichischen Regimentsrat Christoph von Schallenberg der sich in Raab in Ungarn befindet.
Eigenhändiger Brief der Helena vom 12.4.1593, die Hoffräulein am herzoglichen Hof in München ist, an die Frau ihres Bruders Christoph von Schallenberg, Marusch von Lappitz (1560-1614) in Linz, die er 1588 geheiratet hat.
mein hertz lübste frau schwöster, ich bütt dich gar gern
umb, wofern mans imb markht bekhämb, umb ein aschefarbe leinbat zu
eimb par ärbl wie der brueder ein wambes gehabt hat mit golt durchzogen,
man bekhombts heroben nit, unnd was gstet schreib mier ich will diers vleissig
bezalln.
Eigenhändiger Brief der Helena vom 12.8.1593, die Hoffräulein am herzoglichen Hof in München ist, an die Frau ihres Bruders Christoph von Schallenberg, Marusch von Lappitz (1560-1614) in Linz, die er 1588 geheiratet hat.
Eigenhändiger Brief der Helena , die Hoffräulein am herzoglichen Hof in München ist, an ihren Bruder Christoph von Schallenberg, Regimentsrat des Erzherzog Mathias in Wien, vom 26.10.1595
d.j.j.h.t.sch.b.i.t.
Helena von Schallnberg
mein hertz lübster brueder ich schreib der frau mueter ich schikh
denn potten meines vuetters wögn zu ier, wolt nit das sie es anders
wisset.
Eigenhändiger Brief der Helena , die Hoffräulein am herzoglichen Hof in München ist, an ihren Bruder Christoph von Schallenberg, Regimentsrat des Erzherzog Mathias in Wien, vom 11.6.1594.
d.i.t.sch.b.i.t.
Helena v. Schallnberg
Eigenhändiger Brief der Helena vom 3.3.1596, die nun Franziskanerin im Hl. Kreuz Kloster in Landshut ist, an ihren Bruder Christoph von Schallenberg, der als Regimentsrat und Befehlshaber der Donauflotte am Feldzug gegen die Türken teilnimmt.
Man hat mier gsagt es sey der Guedt unnd sein weib bey dier, bütt
grüs miers zu dausenmal in sunderhait, mein lüebster Leonora.
Eigenhändiger Brief der Helena vom 22.8.1596, die nun Franziskanerin im Hl. Kreuz Kloster in Landshut ist, an ihren Bruder Christoph von Schallenberg, der als Regimentsrat und Befehlshaber der Donauflotte am Feldzug gegen die Türken teilnimmt.
d.i.t.sch.b.i.t.
Helena von Schallnberg
Eigenhändiger Brief der Helena vom 30.10.1596, die nun Franziskanerin im Hl. Kreuz Kloster in Landshut ist, an ihren Bruder Christoph von Schallenberg, der als Regimentsrat und Befehlshaber der Donauflotte am Feldzug gegen die Türken teilnimmt.
Mein hertz lüebster brueder, mein erwürdige muetter last sich
düer mit erbüetung ires treuhertzigen gebedts sambt iren gantzen
connfenndt gar dienstlich bevellhen unnd alle glüekhliche wolfart
wünschn, du glaubst nit wüe gar treuhertzüge vüersorg
sie vüer dich habn, unnd gwüslich unnsern herrn ernstlich vüer
dich bütten, das ich tröstlicher hoffnung bin er werdt dich solches
genüssen lassn, unnd innen auch ir treu vergeltn, sie haben alle gar
ein guetes vertrauen unnd hoffnung zu dier, unnd wünschn von hertzn
das du einmall hüeher khömbst.
Eigenhändiger Brief der Helena vom 3.1597, die nun Franziskanerin im Hl. Kreuz Kloster in Landshut ist, an ihren Bruder Christoph von Schallenberg, der als Regimentsrat und Befehlshaber der Donauflotte am Feldzug gegen die Türken teilnimmt.
d.i.t.sch. Helena v. Schallnberg
Eigenhändiger Brief der Helena vom 15.4.1597, die nun Franziskanerin im Hl. Kreuz Kloster in Landshut ist, an ihren Bruder Christoph von Schallenberg, der als Regimentsrat und Befehlshaber der Donauflotte am Feldzug gegen die Türken teilnimmt.
BRIEFREGESTEN
Bestand Schallenberg
HHStA, Rosenau, 96 II
57 Briefe der Helena von Schallenberg (1560-1630) an ihren Neffen Karl Christoph (1596-1629), und an dessen Bruder Georg Christoph (1593-1659).
Eigenhändiger Brief der Helena an ihren Neffen Karl Christoph in Leompach vom 16.8.1613 aus Landshut.Helena schreibt sie habe gehört, daß sein Vater (wohl sein Stiefvater Job Hartmann von Enenkl) vor hat ihn nach Tübingen zu seinem Bruder zu schicken, und sie würde sich sehr freuen wenn er bei ihr in Landshut vorbei käme.
Eigenhändiger Brief der Helena an ihren Neffen Karl Christoph in Tübingen vom 15.12.1613 aus Landshut."Edler gestrenger h. mein fraindtlicher herzböster her vötter was fier ein reue und sennsucht mich nach eurenn heundigen so spadten verreysen ist ankhumen, khon ich nit ausspröchen, bin gleichen vor unmuedt khrankh, ist auch unser ganze compania laydig, indem euch so woll bey uns gewöst ist, wolt gott wier hetten euch doch hie behalten, mein laydt ist jetzt vill grösser als die freydt so ich vorher gehabt hab, und sunderlich bekhoumert mich über die massen, das ich euch meine begiert und pillichkhaidt noch khain rechte guetat nit hob erweüsen, ich winsche das euch disfals mein hertz möchte bekhandt sein, aber mein allerliebster her vötter, ir solt erfarn das ich euch ob gott will mit aller ehisten will ergötzen, was dieses anbelangt helfft mir nuer zu Ulm unter glögnhayt, unsere lantshueter sein auch erst göstert wie ich her daselbs hin verraist, das sie wein herab prüngen, pitt euch hertzlich weil sie on zweifl zu eurer ankhunft noch dort sein fregt imen nach wo sie zur hörwerg sein, und schreibt mir bey imen alle noterfft, sunderlich auch denn des hern Reutprunners daselbs und dös orths oder gassn seiner wonung, will alsdenn eurer payder mit often schreybn, und wan mit mier miglich ist euch in gantzen treuen zu dinen gwislich nit vergössn, das solt ir in der warhaidt , denn nach gott seydt ir die ainig freydt meines hertzens, oh mein libster her vötter wie feht es mich on das ich euch denn wierdt nit auszalt hab, wie wierdt holt euer hertz gegen mier stehen, bitt euch umb gots willen denkht miers holt nit in ungüten, ich wais nit wie mier gwöst ist, wert ir disn abndt pey uns verplibn solts anderst gangn sein, aber nachreu hilfft nit, wir haben heindt alle unser malzeydt mit euch zuepracht und uns bekhlagt das der recht und pöst schluß unserer freydt also ist abkhiertzt worn heint wer es nach allen wünschen woll abgangen, und het ir in aind dag München erraichn khinen, und derwögn aller verwindt und bedribt, khon auch nit viebig sein bis ich ein liebs schreiben von euch hab , unterlasts nit von Minchen aus, von Augspurg khindet ir auch ains herrn Sturm auf Minchen schikhn, ich mueß wissen wie alles bis dahin eurer rays und andern ist ergangn, sonderlich was zeydt ir genn Freysing seydt khömen, last mich auch fiernemlich wissn ob ir dises mein schreibn habt empfangn, bevilh euch hiemit mein allerliebster her vötter mit gantzen cröfften und seelln in den vätterlichen schutz und bewarung unseres herrn, der beywone euch mit seinen gnadn ebigen seydt hiemit von meine glibtn wirdign und mier und gantzer compania hl. gegriest, sie alle umb euch da sie euch heindt habe wökh glassn, und die schwester Plänkhin hat schier gwaindt und ist zufridn das ir nit von ir habt urlaub gnomen, euch hl. grüssen und sambt alln von unsern libn glikh sögn und alles guts winschn, sie pittn alle fier euch, griest mier eurn prudern aus mein hertzn so miglich ist, will euch peidn pelt ... , last mich nuer eur sein, Landtshudt denn lestn 613
Mein liebster her vötter ich bitt euch hl. seidt auf dös herrn doctors anwaysung mit eur und hern Jörg Cristoff wieder hieherkhunfft gedacht, khombt umb gots willn mit im, ir khindt darnac von hie aus mit ein rhenroß und roßen ordinari Augspurger pottn glägsam wieder hinauf khomen. Oh Gott wie fro würd ich."
Eigenhändiger Brief der Helena an ihren Neffen Karl Christoph in Leompach vom 29.1.1616 aus Landshut.Sie teilt Karl Christoph mit, daß sein Bruder Georg Christoph ihn zu Ostern (von Tübingen ?) zurückfordern wird, und sie meint, ir soldt eur notorft woll gstudiert haben, wann man sich fleüssig in dugenden iebt ist die pöst unnd gott wolgefölligist studia Sie klagt über eine Krankheit mit ständigen Schwindelanfällen, was sie ihrem Alter zuschreibt. Freut sich über die gute Heirat der Brüder. (Wolf Christoph den 5.5.1614 mit Barbara von Greiß zu Rosenau, Georg Christoph am 15.6.1615 mit Eva von Hoheneck) Sie weis nicht ob sie noch Mutter des Convents (des Hl. Kreuz Klosters der Franziskanerinnen zu Landshut) sein wird wenn er zu Besuch kommt, da sie sich der Leitung des Hauswesens nicht gewachsen fühlt. Er soll warten bis der Visitator weg ist, der in den Fasten kommt, da sie ihn zu dieser Zeit nicht ins Kloster lassen kann. Bedankt sich für ein Lied das er für sie geschrieben hat. Besondere Grüße von dem kleinen Mündl.
Eigenhändiger Brief der Helena an ihren Neffen Karl Christoph in Luftenberg vom 17.3.1616 aus Landshut.
Helena bittet Karl Christoph, der offenbar von Tübingen
nach Hause reist und sie dabei in Landshut besucht hat, inständig
ihr zu berichten wie die weitere Reise nach Luftenberg von statten gegangen
ist. Sie warnt ihn vor der Märzsonne und bedauert, daß
er sich in Etting keinen Hut gekauft hat. Sie schickt ihm Schriften
und ein Buch nach. Sie spielt auch auf eine bevorstehende Welschlandreise
Karl Christophs an.
Eigenhändiger Brief der Helena an ihren Neffen Karl Christoph 22.3.1616 aus Landshut.Helena hofft ihren Neffen auf dem Linzermarkt (acht Tage nach Ostern) zu treffen. Er soll seine Briefe an das Grünthalersche Haus in Linz senden. Er soll ihr genau über den weiteren Verlauf der Heimreise berichten. Beigelegt ist ein Brief der Katharina Gaishofer an Karl Christof, in dem diese ihr Bedauern über seine Abwesenheit zum Ausdruck bringt. Sie hofft noch lange bei Helena wohnen zu können. Beigelegt ist ein Brief an die Frau von Greiß.
Eigenhändiger Brief der Helena an ihren Neffen Karl Christoph vom 4.1616 aus Landshut.Helena beklagt sich darüber, daß kein Brief von ihrem Neffen gekommen ist, der Göbel der am Gründonnerstag auf den Linzermarkt gefahren ist, hat auch dort im Grünthalerschen Haus keine vorgefunden. Bedauert ihren Neffen der mit einem offenbar von ihr vermittelten Verkauf eines Halsbandes ? an eine Frau schwierigkeiten hat, da er rückgängig gemacht wird. Sie schickt mit dem Brief den Anschlag zurück. Helena freut sich, (sie benützt ein von Karl Christoph zurückgelassenen Instrument zum Musizieren mit ihren Mündln) daß die Mönche zu der Wahl des Provinzials verreist sind, und besonders, daß der Guardian, wie allgemein gesagt wird, ziemlich sicher in dieses Amt gewählt wird und dann wegkommt. Helena rät ihrem Neffen eindringlich von der geplanten Welschlandreise ab: ist es doch anders nichts als ein eydtl lust Sie rät ihm statt dessen zu einer Heirat, sein Bruder Wolf Christoph wird ihm dabei schon helfen. Er soll dem Mündl, der Schaffnerin Fürst und der Efrosina schreiben. Der Fürstin soll er den Dr. Gratian schicken.
Eigenhändiger Brief der Helena an ihren Neffen Karl Christoph in Piberstein vom 11.8.1616 aus Landshut.Helena beklagt sich, daß Karl Christoph seit seiner Reise nicht mehr geschrieben hat, und fragt wie es mit seiner Welschlandreise steht. Ob er oder andere aus der Verwandschaft vor haben zu ihr zu kommen. Man soll es ihr rechtzeitig mitteilen, da zwar der Beichtvater schon weg, der Provinzial aber in Kürze auftauchen wird, der offenbar über das weitere Schicksal des Klosters entscheiden wird. Er soll möglichst bald an die (leibliche Halb-)Schwester Tugendlieb (1582-1643, 1617 mit Georg von Schrattenbach verh.) schreiben, sonst macht er sich bei ihr unbeliebt. Grüße von ihrer compania . Helena bittet Karl Christoph einen beigelegten Brief an die Frau von Greiß (wohl der Frau seines Bruders Wolf Christoph) zu übermitteln.
Eigenhändiger Brief der Helena an ihren Neffen Karl Christoph vom 14.9.1616 aus Landshut.Helena freut sich über die Geburt eines Sohnes (Christoph Ehrenreich 3.7.1616-1678) Georg Christophs. Sie drückt ihre Genugtuung darüber aus, daß aus der Welschlandreise nichts geworden ist, weill ihr im deitschn öben sovil khindt sehen unnd erfarn . Er soll das Geld sparen und sich eine Frau suchen. Sie will wissen was er mit dem Halsband von seiner Mutter zu tun gedenkt, er soll es aber nicht verschenken. Sie hat ihm ein Marienbild für einen Altar zukommen lassen. Der Beichtvater ist abgereist, aber dafür ist der Provinzial gekommen ich main er werdt uns zamputzen villeicht spört er unns über ein hauffn zusammen, ich main ich wer nimber muetter pleibn wils der Rotmanin übergöbn . Die Gräfin schreibt oft aus Graz, wo ihr Herr sich im Dienst des Erzherzogs wegen des venezianischen Krieges aufhält. Den Winter muß sie in Görz eine halbe Meile vom Feldlager verbringen und ist deswegen sehr traurig. Aber die letzten Briefe von ihr sind sehr lustig, so daß Helena mutmaßt, daß sie wieder verliebt ist, aber darüber darf sie nicht reden. Sie wünscht sich, daß er bevor sie stirbt, noch zu ihr kommen könnte, er soll über Passau zum Herrn von Fränking, von diesem zum Herrn Gaishofer, dem Vater der Schaffnerin, reisen und von diesem dann zum Herrn Tättenbeck. Die Frau von Fränking hat sich beschwert, daß er sie nicht besucht hat. Er soll der Schaffnerin, der Fürstin und dem kleinen Mündl schreiben, die unbedingt ins Kloster eintreten will. Der Beichtvater ist für sie eingetreten, aber Helena will sie nicht, sie hätte lieber eine ihresgleichen. Der Herr von Rödern überlegt ob er eine Tochter ins Kloster geben soll.
Eigenhändiger Brief der Helena an ihren Neffen Karl Christoph vom 24.1.1617 in Piberstein oder Rosenau aus Landshut.Helena berichtet, daß der Provinzial da war, der den Aufenthalt von Männern und Frauen ausser in ihrem Stübl im Kloster verboten hat Sie beklagt sich über die unfreundliche Haltung Georg Christophs ihr gegenüber. Wolf Christoph hat ihr versprochen Karl das ihm zustehende (Erbteil ?) zukommen zu lassen. Sie verhandelt mit dem Guardian und dem Herrn Enenkl (Job Hartmann Karls Stiefvater) wegen der Engelhartszeller Gülten, die sie offenbar den drei Neffen zukommen lassen will. Sie rät Karl nicht länger auf seine Helena schlägt ihrem Neffen die Bitte ab, ihm ein Buch zukommen zu lassen, das er verdeutschen will, da er vor hat es bei den lutherischen drucken zu lassen und nicht in Ingolstatt. Er soll sich an den Guardian wenden der es ihm sicher erlauben wird. Auch wegen der Hälfte ihrer Gülten (Aussteuer ?) die sie ihm versprochen hat, soll er sich an den Guardian wenden, der ihm sehr geneigt ist. Er soll sich erkundigen was der Herr (Job Hartmann sein Stiefvater) Enenkl damit vor hat. Helena schickt ihm Blumenstöcke für den Garten. Wenn der Bildschnitzer wieder gesund ist, will sie die Engel von diesen machen lassen. Karl Christoph soll Grüße an eine Jungfrau ausrichten (seine zukünftige Ehefrau Eva Maria von Tschernembl ?). Helena war auf einem Begräbnis, wo sie die Frau von Frauenhofen und Fillinger getroffen hat. Der Landshuter Dieter ist auch Witwer geworden.
Eigenhändiger Brief der Helena an ihren Neffen Karl Christoph in Leombach von 1617 aus Landshut.Helena ist ganz verzweifelt, da ihr der Guardian mitteilt, daß der passauer Guardian ihm geschrieben habe, vornehmen Herren in Linz haben gehört, daß die Schaffnerin einen Brief an seinen Jungen geschrieben habe, was einer Nonne nicht gebühre. Man erzählt sich auch, daß er sich im Kloster und den Zellen frei bewegt habe, was den bisher tadellosen Ruf des Klosters sehr gefährdet. Er soll dem in einem Brief an den Guardian wiedersprechen. Der Guardian habe sie gefragt wie es mit der geistlichen Zucht in ihrem Kloster stehe, und sie befürchtet bald nicht mehr im Amt zu sein. Karl und Wolf sollen so gut sie können versuchen, die Briefe der Schaffnerin in die Hände zu bekommen, und sie dann verbrennen (Vgl.: Brief 51 unten). Auch diesen Brief soll er verbrennen. Sie hat gegenüber dem Guardian alles abgestritten. Dem Gerede darüber soll er wo es geht entgegentreten. Mit der Reise zu ihr soll er auf jeden Fall warten bis die Visitation vorbei ist.
Eigenhändiger Brief der Helena an ihren Neffen Karl Christoph in Piberstein vom 3.12.1617 aus Landshut.Helena entschuldigt sich bei Karl Christoph wegen einer Unwarheit. (Wohl im Zusammenhang mit der Briefaffäre der Schaffnerin Vgl. Brief 51 unten). Sie spricht wieder das Geschäft bezüglich Engelhartszell (Mitgift der Helena) an, und eine Urkunde vom Provinzial, in der ihm bestätigt wird, daß ihm die Hälfte des Geldes gebührt. Sie entschuldigt sich, daß sie ihm die Engelsfiguren noch nicht schicken kann, da der Bildschnitzer nur trinkt und nichts arbeitet. Den Dukaten den er ihr geschickt hat, behält sie bis die Figuren aus München kommen, da sie selbst wenig Bargeld hat. Sie hat das ganze Jahr im Haushalt sehr sparen müssen, weswegen die Schwestern nicht gut auf sie zu sprechen sind, daher ist sie amtsmüde und will das Amt abgeben. Sie bedauert, daß sie ihm nicht mehr als ein altes Marienbild schicken hat können. Helena klagt: mein gott khindt ich euch doch nuer ein wenig catollisch machen dann würde sie ihm bei der Ausgestaltung der Kapelle (auf Piberstein ?) helfen. Sie rät ihm eindringlich von der Italienreise ab : ist nichts als eydlkhaydt und lautter verlorne zeit, in euren vatterlandt habt ir öben disn welschn, spart euer gelt Sie meint er soll sich lieber eine reiche Farau suchen und werth ir khtollisch wollt euch selbs umb aine werben . Er soll bis dahin sparsam Leben denn wann ir all jar nuer 500 fl zu verzören habt khindt ir euch errlich und adelich damit aushalten Wenn der Provinzial weg ist will sie ihm zusammen mit ihren Mündln eine Stickarbeit machen.
Eigenhändiger Brief der Helena an ihren Neffen Karl Christoph in München vom 10.1.1618 aus Landshut.Helena beschwört ihre Neffen von Hans, seinem Jungen, die Briefe zu fordern, und nach anderen Briefen der Schaffnerin zu suchen, so daß der Provinzial keine Beweise in die Hand bekommt. Die Frau Rödern, so berichtet ihr der Guardian, hat sich bekehren lassen und wollte in das Kloster eintreten, aber seit sie von der Briefaffäre gehört hat, will sie nicht mehr recht. Der Neffe soll sich bei der Frau Rödern, Auer, Ecker und Schätzl umhören was die dazu sagen. Karl soll einen Brief an den Provinzial schreiben mit dem Inhalt, daß er nichts von solchen Briefen wüßte. Die zwei Engelsfiguren werden bald fertig sein. Wegen der Geldangelegenheit hat sie mit dem Provinzial geredet, aber es ist noch nichts entschieden.
Eigenhändiger Brief der Helena an ihren Neffen Karl Christoph vom 29.1.1618 aus Landshut.
Helena teilt Karl mit, daß die Engelsfiguren nicht fertig
geworden sind, weil der Bildschnitzer immer nur betrunken ist, sie wird
sie nach Augsburg schicken und dort fertig machen lassen. Helena
rät Karl auf sein Seelenheil zu achten, sunderlich hüetet
euch vor dem warsager geyst
Beigelegter Brief: Efrosina Pernger an Karl vom 28.1.1618. Efrosina befürchtet, daß die Schaffnerin wer balt farn gen himbl, den des bänkhel underm ofen das hat ir vil freligkhait genomben Die Gräfin ist khrankhenwarterin geworden. Sie wird für ihn beten. Da er heute am Tag Kaiser Karl des Großen Namenstag hat, schickt sie ihm Krapfen und Herzl.
Eigenhändiger Brief der Helena an ihren Neffen Karl Christoph in Piberstein vom 4.9.1618 aus Landshut.Helena sorgt sich um ihre Neffen wegen des pehmischen criegs (Prager Fenstersturz 23.4.1618) Sie bittet Karl seine Reise zu ihr bis nach Ostern aufzuschieben, da sie bald die Ankunft des Provinzials, der aus Spanien zurück gekommen ist, erwartet. Sie bedauert das sehr denn eur gögnwirdikhaidt ist main ainger drost und freydt auf dieser weldt . Sie fragt wie es um Piberstein steht, ob Wolf Christoph schon einen Käufer für Rosenau gefunden hat, und wie es ihm mit seien Schulden geht. Er soll einen allfälligen Brief dem ihm bekannten Viceguardian in Passau geben. Er soll vorsichtig sein, denn Pater Karl der Guardian ist wegen der alten Briefgeschichte noch immer mißtrauisch. Sie bittet ihn das Pferdehaar, das bei seiner Schwägerin liegt, dem Herrn von Rödern zu geben, der gelegenheit hat es dem Herrn von Puchberg zu geben, der es ihr bringen wird.
Eigenhändiger Brief der Helena an ihren Neffen Karl Christoph vom 18.1.1619 aus Landshut.Helena sorgt sich sehr wegen des Unglücks das dem Wolf Christoph wiederfahren ist. Sie möchte wissen wie er zu den Schulden gekommen ist. Sie ist entsetzt darüber, daß Wolf sich in Kriegsdienst begeben will, Karl soll das verhindern. Sie habe gehört, daß er von der alten Frau (seiner Schwiegermutter ?) dazu gedrängt wird.
Eigenhändiger Brief der Helena an ihren Neffen Karl Christoph in Piberstein vom 27.1.1619 aus Landshut.Helena bedankt sich überschwenglich bei ihren Neffen für die geschicken Umgang mit der Briefaffäre. Die verfänglichen Briefe sind offenbar von den Neffen gefunden und vernichtet worden. (Da auch dieser Briefe nach dem Wunsch Helenas verbrannt hätten werden sollen, und wie man sieht dieses nicht geschehen ist, könnten auch die Briefe der Schaffnerin noch vorhanden sein. Vgl. beigelegte Briefe unten) Der Guardian war mit dem (nach Helenas Anweisung formulierten) Brief von ihm sehr zufrieden, und hält seither viel von seiner Aufrichtigkeit. Helena zeigt sich erleichtert darüber das die Väter (Guardian, Provinzial) abgereist sind, und nun dem Besuch nichts mehr im Weg steht. Am besten wäre 8 oder 14 Tage nach Ostern wenn die Patres nach Spanien reisen. Oder erst im Juli da die alte Frau von Greiß nach Ostern acht Wochen in Baden ist. Mit ihr oder seinem Bruder soll er zu ihr kommen, da es Helena offenbar nicht für angebracht hält, daß Karl alleine zu ihr kommt, da das Kloster böse Nachbarn habe und es sicher spät wird wenn sie beisammen sind. Helena spricht wieder die Welschlandreise Karls an. Sie macht kritische Bemerkungen zu Heiratsplänen des Neffen. Wolf soll sich in keine unsicheren Geschäfte einlassen, sie wird sich bemühen einen guten Käufer für die Herrschaft Rosenau zu finden. Die Mitschwestern sind dagegen, das sie ihm ein Buch aus dem Kloster borgt. Wenn im Land ob der Enns Unruhen ausbrechen, soll er sich um ihre dortigen Einkünfte kümmern. Helena hat den drei Neffen Geld (aus den Einkünften ihrer Mitgift ?) geborgt, das 25 fl Zinsen bringt.
Eigenhändiger Brief der Helena an ihren Neffen Karl Christoph vom 1.1619 aus Landshut.Helena giebt ihrem Bedauern darüber Ausdruck, daß es den Neffen wegen Schulden so schlecht geht. Besonders der Wolf Christoph scheint mit seiner Schwiegermutter Probleme zu haben (seine Frau ist am 7.1.1619 in Rosenau gestorben), er hat offenbar eine hoch verschuldete Herrschaft (Rosenau) als Mitgift erhalten. Die Liebe habe ihn zu unvernünftigen handeln verführt: ich khan mich gnueg verwundern mein guldner her vötter, wie doch euer pruder her Wolf Christoph so plind in der lieb und unverninftig gwöst. Zu den Hausstandsgründungsplänen des Karl sagt Helena : mit euren haushalt bin ich auch sorgsam ob ir recht drewe leüdt habt die nit wie layder preychig ist in irn sackh hausen unnd das eurig abtragn, ir habt woll aufzusehen in allen dingen, an euren mundt und leib aber seydt nit zue gspärig ich pitt euch um gots willn, ir mießts doch hart gnueg erordnen, wer sindt wann irs dädt, fircht nuer ir werdts nit in die lenng erdaurn khinnen, umb ein reichs weib möchte ich euch ja hl. gern drachtn, aber die recht adelichn sein dinn gesäd hiezuland, so last manns auch nit an lutersche ordn heyraten das ich euch also nichts khan verdröstn, werd ir aber in Dieroll ein wenig bekhandt da gibts fein dugendliche heyslich und reiche junkhfrauen, gleichwoll wais auch nit aigendtlich obs dieser zeydt noch also ist, ein adelich und heyslichs maydl nutzet euch pösser als ein unheyslich mit fill geldt Von der Reise nach Venedig rät sie ab, er soll das Geld lieber für notwendigeres sparen. Helena traut sich nicht ein Tischgefäß mit dem Boten mitzuschicken, da Lanzknechte um Lanzhut lagern, die haben dem Boten bei der Herreise alles Geld abgenommen. Sie ist gotlob bei guter Gesundheit nur das Alter macht ihr zu schaffen, das vergangene Jahr war sehr anstrengend, da sie sechs Hochzeiten gehabt haben. Sie muß viele Leute im Kloster versorgen, die kein eigenes Einkommen mitbringen. Ihre Kinder sind alle lieb und fromm. Die Tochter des Landschaftsdoktors, Herrn Hörmanns Tochter, zwei Kaufmannstöchter aus München, eine aus Passau, und die Efrosina die schon ein halbes Jahr krank ist. Bildchen und Blumen kann sie ihm zur Zeit nicht schicken aber Kerzen und Krapfen. Die Gräfin soll noch leben, seit zwei Jahren hat sie nichts mehr von ihr gehört außer daß sie tot sein soll, und daß ihre Mitgift laut dem Fräulein Anna Sofie schon vergeben worden sei. Sie teilt ihm ein Rezept für spanische Kerzen (Zauberkerzen?) mit. Er soll es den Frauen nicht verraten, denn dann macht es keinen Eindruck mehr auf sie.
Eigenhändiger Brief der Helena an ihren Neffen Karl Christoph nach Piberstein vom 27.1.1619 aus Landshut.Helena hat große Angst um den Boten, da sieben Fändl Landsknechte bei Landshut lagern und im Begriff sind nach Passau zu ziehen.
Eigenhändiger Brief der Helena an ihren Neffen Karl Christoph in Luftenberg vom 31.9.1619 aus Landshut.Die Frau Marusch von Sprinzenstein ist gerade zu besuch, ihr will Helena den Brief mitgeben. Helena bedauert das Elend (Schulden und Krankheit ) des Wolf Christoph. (Dessen zweiter Sohn Christoph Ferdinand ist am 24.1.1619 wenige Monate nach der Geburt gestorben, seine Frau Barbara von Greiß schon am 7.1.1619 offenbar bei dessen Geburt) Sie schickt ein gstätele (Krapfen?) für die Frau des Georg Christoph mit.
Eigenhändiger Brief der Helena an ihren Neffen Karl Christoph vom 2.10.1619 aus Landshut.Helena bedauert die Neffen, die über Magenschmerzen klagen. Karl soll etwas von dem selbstgemachten ackerman (Medizin ?), den sie der Frau von Pötting mitgiebt, an den Bruder Georg weitergeben. Sie freut sich zu hören das die Brüder die Güter aufteilen wollen. Karl soll Luftenberg übernehmen, da Wolf die Verwaltung aller drei (Luftenberg, Piberstein, Leombach) zu beschwerlich wird. Sie wird dem Bruder nichts davon sagen, daß er sie gebeten hat dabei zu vermitteln. Sie ist betrübt darüber, daß Georg wegen der Schulden und der schlechten Verwaltung (von Luftenberg) des Herrn Doman (Thomas von Schallenberg 1580-1623, Halbbruder der Helena?) in so großen Schwierigkeiten ist, die Brüder sollen ihm helfen. Sie bedauert, daß er nicht für einen Tag mit der Frau Sprinzenstein mitgekommen ist, die nur mit einem Diener und dem Kutscher ihre Schwester in Landshut besucht hat. Die Schwester hat sie aber nicht angetroffen, da diese in München ist. Die Frau von Sprinzenstein hat angedeutet, daß Karl vor habe katholisch zu werden. sie hat mier schier ein wenig ein wan gmacht in dem sie sagt sie hör ir sollt chtaollisch wern, ir geet offt zu Lüntz in der jesuwitter khirchen, göbs die heilig drifaltickhaiddt, wär mier solche zeidtung gwis pröcht solt meinb vermiegn nach ein guets pötn prodt bekhomen, ich khan aber layder nichts solches hoffen, aber ach mein auserwöllter her vötter wisset ir wie woll nacher in euren gwissn sein wuer, ir stölletes khain stundt zurödn, ein mein bitt euch umb gots willn ret offt mit dem jesuitern und last euch armen frumbn vötter die capuciner bisweilln mit eim almosn bevolhn sein, khain gelt nehmen sie nit es wär den das man inens an den ordn so uncatollisch aus not erlaubet, damit sie ir speys khüntn khauffen, schickht innen einmal ein flaschn wein und ein össen für sie, vergelts euchs drunth bey unsern herrn, erpütten euch alles glickh und hail, diets von meindtwögn, ich bitt euch herzlich schickht innen die füsch pradn oder khol, erfragt euch aber zuvor bey innen des dags oder abendt wan sie össn dörffn, sie vastn gar offt. Glaubt mir drum mein her vötter, macht ir euch diese hern mit guetem grundt zu fraindtn, so solt irs mit ersprieslichn nutz von den gnadn gottes empfindn, zu dism vermögn sie auch bey hohn potentatn fül, ir khindt solches gotseligs werkh fein in der khaimb dain, aber gwis lacht ir mich aus das ich euch ein solchn fierschlag gib, folgt aber es wirdt euch nit reun . Pater Anofrius ist Guardian in Passau geworden, der vorige, Karl vom Hof, ist jetzt Provinzial. Die Tochter des Herrn Hörmann hat in drei Wochen Profess. es will jetzt schier jederman aus der welt in die clausn fliehn, khuntn sie nur unterkhomen, über einsweiln aber werden die clöster auch verwiest, ist zubesorgn wie man den in disen laidign crieg an etlichn ordn erpärmlich mit innen ist umgangn, wolt gott es khäm ein sterb zu eimb mittl dös zukhinftign übls so wier vileicht zu gwartn haben Wenn er den Herrn Beck zu ihr schickt soll er ihm zu dem Spulrad auch eine gute Garnhaspel mitgeben.
Eigenhändiger Brief der Helena an ihren Neffen Karl Christoph in Piberstein vom 18.12.1619 aus Landshut.Helena die gerade vom Herrn von Saalburg und seiner Schwester, eine Frau von Dohna, Besuch hat erfährt von diesem, daß Karl Christoph Luftenberg gekauft hat, wozu sie ihm viel Glück wünscht. Sie meint, daß das nur heißen kann, daß er vor hat zu heiraten. Er soll es sich gut überlegen, denn eur gantz zeüdtlich hail daran ligt, wol auch gar das ebig, drumb plätzt nit gäch drain, nembt gott fleussig zue radt durch ernstlichs gepedt, und bewerbt euch sunderlich umb ein catolische, ich bitt euch durch gott . Wie es mit dem Krieg (am 14. 10.1619 hat Betlen Gabor Preßburg besetzt) weitergeht weis sie nicht, er soll sich an die Jesuiten halten und katholisch werden. Die Mündl in ihrer Stuben, sie hat ein neues die Tochter des Herrn Hörmann, lassen ihn grüßen, besonders die Efrosina und auch die Schaffnerin.
Eigenhändiger Brief der Helena an ihren Neffen Karl Christoph in Luftenberg vom 21.3.1620 ? aus Landshut.Helena verspricht dem kranken Karl Heilmittel zu schicken und beschreibt ihm die Zubereitung und Anwendung derselben. Helena stellt fest, daß die Ecker ihre besten Freunde in Bayern sind, über sie soll er die Briefe schicken. Die Frau von Sprinzenstein ist gerade zu Besuch und bleibt so lange im Kloster bis sie von ihrem Mann abgeholt wird. Er soll sich wegen des Krieges immer zur Flucht bereithalten. (Im Juli 1620 besetz das Heer der katholischen Liga das Land ob der Enns, welches an den Herzog von Bayern verpfändet worden ist.) Das Delferl (Hund, Katze ?) lebt noch, ist aber so dick, daß es nicht mehr gehen kann. Die Mündl lassen ihn grüßen.
Beigelegter Brief: Katharina Gaißhofer an Karl: Sie wünscht ihm eine schöne und reiche Ehefrau: hab gehert der her hab kain haushaltterin woltt wol gern haussen helffen aber die geschikhlichkaid wur mir ab gehen, ich hof gar wer den hern mit ainer hausserin versehen, daran er zufrüden wirdt sein, es wer mir selbst laid wan gott im ain bess unrichtigs weib zuschikht Sie freut sich von ihm zu hören, daß es der Gräfin gut geht. Sie beklagt die Sorgen und Unsicherheit durch den Krieg, und wünscht baldigen Frieden aber: die behamb sein dieb.
Eigenhändiger Brief der Helena an ihren Neffen Karl Christoph in Luftenberg vom 14.6.1620 aus Landshut.Helena hat gerade Gelegenheit einen Brief über den Herren Ecker an ihn zu senden, und möchte wissen wie es ihm gesundheitliche gehe. Er soll ihr unbedingt schreiben wie es ihm im Krieg ergehe. (Das Heer der katholischen Liga sammelt sich gerade in Bayern um im Land ob der Enns einzumaschieren.) Seit einer Weile geht es ihr nicht gut, wegen ihres Alters (60 Jahre), wie sie meint, es würde ihr nichts ausmachen jetzt zu sterben. Interessant in Bezug auf den politischen-religiösen Gegensatz zwischen der Äbtissin Helena und den protestantischen Neffen ist eine kurze an den Rand geschriebene Anmerkung : bitt euch durch gott, wan die landtständt bey pese pröttiggtn wieder irn landtsfirstn und catholische haben, haltets nit mit, sondern bewart eur seel.
Eigenhändiger Brief der Helena an ihren Neffen Karl Christoph in Luftenberg vom 17.8.1620 aus Landshut.Helena beklagt sich darüber, daß die Klosterreformation durch die welschen Kommisare rücksichtslos vorangetrieben wird. Briefe soll er dem Herrn Ecker geben, der sie in die Briefe seiner Frau einschließt, denn nur so können diese zu ihr gelangen. Er soll ihr unbedingt schreiben ob das Kriegsvolk des Herzogs Schaden an Gütern und Untertanen verursacht haben. Sie versichert, daß sie von den Plänen des Herzogs nichts gewußt hat, (Verpfändung und Besetzung des Landes ob der Enns) er soll sich aber damit abfinden. Sie fragt wie es dem kranken Wolf Christoph gehe.
Eigenhändiger Brief der Helena an ihren Neffen Karl Christoph in Luftenberg vom 2.9.1620 aus Landshut.Helena tut ihre Erleichterung darüber kund, daß es den Neffen gut geht. Sie habe von jemanden gehört, daß er gestorben wäre, sie hat sich über den Brief vom 2.August daher sehr gefreut. Sie klagt ihm ... das jetziger zeydt ein seltzambst widerwerdiges wösn unsern khlöster zuesteed, indem hie und zu Münchn die khlöster unserer vätter mit eidln wölschen besötzt und sie endtgögen daraus verdribn werdtn, mit jedermans högstn laydt, und weil sie von meniclichen sein gliebt gwöst, nun diser ier wölscher comissari wisitirt auch unsere hklöster und schleust unns in solche starkhe clausur das wier khäm den himbl also zurädn sollen sehen khönen, alain der ursach das ers nach wälschen prauch in unsern landn richt, wo er bisher gevisedirt hat alle mietter von irn ämbtern abgesözt, jetzt ist es an mier, wart gleichsam meines rechtdags, das ambt reudt mich mich nit, aber weill nunmer aldt unnd daher zur handarwaidt nimer deiglich bin auch mein gsicht gantz dunckhl ist so wiert mier schwer unnd elendt wern, wann ich also freynd unter inen mueß sein und mich vileicht fill gedultn, sonst ists prauch wann ein muetter vom ambt ist, das man ir ein sunders stübl einricht und ein schwöster so ir wart, aber das sorg ich woll wert es nit geschehn den der wölsch ist ein grober harther man und vermaindt unns dardurch also zu mortificiern, die nodt aber fodert bey mier fill ein anders, so hab ich die zyidt weill ich imb ambt bin dem convendt dreulich und nutzlich gehaus, das einkhomen durch götliche hilf gemerdt und mit gepey unnd andern sunderlich mit eimb schenen löbendigen wasser so niemals in unsern khloster gwöst filföltig zu nuzparkhaidt gericht, das ich vermaindt man dät mier ein solche gnad püllich, geschicht es nit wirdt michs unser lieber her dort ergötzen, ... Er soll mit den Briefen vorsichtig sein, denn diese werden kontrolliert. Er soll sie dem Herrn Ecker geben, dessen Frau sie in den ihren versteckt. Sie wird sich so gut sie kann für ihre Neffen einsetzen, inzwischen sollen sie sich mit den bayrischen Herren in Linz bekannt machen: und firnemblich bitt ich euch durch gott und eures ebigs hails willen werdt halt catolisch, ... Er soll diesen Brief ja verbrennen. Sie möchte ihn unbedingt noch einmal vor ihrem Tot sehen.
Eigenhändiger Brief der Helena an ihren Neffen Karl Christoph in Luftenberg vom 20.9.1620 aus Landshut.Helena freut sich, daß den Neffen bisher nichts passiert ist, wie sie aus dem Brief, den sie von der Frau Ecker bekommen hat, entnimmt. Sie wird versuchen den Bitten der Neffen zu entsprechen und bei den bayrischen Herren ( Statthalterschaft des Herzogs im Land ob der Enns) für sie einzutreten, obwohl sie nicht genau weis, wer jetzt dort ist. Die Visitation durch den Welschen ist noch nicht vorbei, der alte Herzog (Wilhelm V.von Wittelsbach) hat zugestimmt die Klausur zu errichten, was sie sehr bedauert. Wenn die Neffen im Frühjahr zu Besuch kommen wollen, sollen sie im unmittelbar neben dem Kloster gelegenen Eckerschen Haus wohnen, sie könnten dann über das Gatter hinweg miteinander reden. Es macht ihr nichts aus das Amt der Klostermutter zu verlieren, da sie dieses als ein tägliches Martyrium empfunden hat. Das Kind der Frau Ecker ist an Blattern gestorben. Sie wird ihm die versprochenen Bäumchen noch rechtzeitig zum Einsetzen zukommen lassen.
Eigenhändiger Brief der Helena an ihren Neffen Karl Christoph in Luftenberg vom 28.9.1620 aus Landshut.Helena beklagt den Verlust des Sohnes der Eckerin: ... oh ist mir so hertzlich laydt fier sie wögn ihres khinds. Sie ist mein allerlibste und drautiste fraindin die ich der zeidt auf der welt hab, was ir guets oder übls begögnet ist empfindt ich als mein aigen ... Der Welsche ist zur Zeit in München, er hat ihr und den Schwestern genaue Instruktionen hinterlassen. Wenn er zurückkommt soll sie die Rechnungen zur Visitation bereithalten. Sie muß ihr Amt niederlegen sobald er zurück ist. An der Klausur wird ohne Unterbrechung weitergebaut. Sie schickt ihm wieder Bäumchen für den Garten.
Eigenhändiger Brief der Helena an ihren Neffen Karl Christoph in Luftenberg von 1621 aus Landshut.Helena teilt Karl mit, daß sie wegen ihrer Augen nicht mehr selber schreiben wird können, er wird genaueres vom Herrn Ecker erfahren. Karl soll deutlich schreiben wenn er antwortet, da sie sehr schlecht sieht. Alle Briefe werden geöffnet.
Eigenhändiger Brief der Helena an ihren Neffen Karl Christoph in Luftenberg vom 16.11.1621 aus Landshut.Helena ist fast ganz erblindet, sie bittet die Neffen eindringlich ihr die 25 fl jährlichen Zinsen zu schiken, da sie ständig der Hilfe anderer Leute bedarf. Außer für Essen und Trinken muß sie für alles selbst bezahlen, im Land hat sie keine freindt , und die Hilfe von frembtn (Landfremden) ist untersagt. Sie schickt ihm eine Abschrift (von einem Buch ?) mit Quittung und Blumen. Sie erinnert ihn daran, daß kein Brief ungeöffnet zu ihr kommt.
Eigenhändiger Brief der Helena an ihren Neffen Karl Christoph in Luftenberg vom 27.12.1621 aus Landshut.Helena bedankt sich für die prompte Übermittlung ihres Wunsches (nach einer Leinwand) an die Mutter (Susanna Katharina geb. von Eckh). Sie möchte wissen wie es mit seiner Heirat steht, und er soll, wenn er schon verheiratet ist, seine Frau grüßen. Sie selbst ist krank und fast blind. Die Neffen sollen ihr so bald als möglich die 25 fl (die Zinsen des Geldes das sie den Neffen gliehen hat ?, Mitgift ?) schicken. Sie entschuldigt sich für diese nachdrückliche Aufforderung, aber die Not zwingt sie dazu. Die Gaishoferin und die Efrosina lassen ihn Grüßen.
Eigenhändiger Brief der Helena an ihren Neffen Karl Christoph in Luftenberg vom 21.1.1622 aus Landshut.Helena klagt, daß es ihr gesundheitlich nicht gut gehe, und sie wegen der schlechten Augen nicht viel schreiben kann. Die Frau Marusch von Sprinzenstein hat ihr die 12 fl gebracht. Sie fragt, ob die Wolle für die Frau des Georg angekommen ist. (Letzter eigenhändiger Brief der Helena.)
Brief (von Katharina Gaishofer geschrieben) der Helena an ihren Neffen Karl Christoph vom 26.3.1622 aus Landshut.Helena klagt, daß die Augenschmerzen noch nicht nachgelassen haben. Entschuldigt sich, daß sie wegen einer bestimmten Angelegenheit (Konfiskationen ?) nichts unternehmen hat können. Die Frau von Preising ist erst jetzt von Linz zu ihr gekommen, der hat sie die Briefe mitgegeben. Sie möchte unbedingt die Frau des Karl Christoph kennenlernen, sie wird, wenn sie zu ihr kommen, mit ihnen eine kleine Hochzeitfeier veranstalten. (Karl wird im Mai oder Juni 1622 die Eva Maria von Tschernembl heiraten. Vgl. den Briefwechsel in der Datei Rosina) Sie hofft, daß die gstattln, die die Frau von Sprinzenstein ihm bringen sollte, angekommen sind.
1. Beigelegter Brief: Brief der Katharina
Gaishofer an Karl vom 26.3. Sie wünscht ihm Glück
zur Hochzeit, und daß er bald mit seiner Frau zu Besuch kommt. Die
von den Welschen errichtete Sperre (Klausur) wird einem Treffen nicht im
Wege stehen, da man zwischen den Stäben hindurch reden und dabei auch
essen könne. Sie werden fleissig für ihn beten, wie es sein Wunsch
war. Sie hofft, daß er und seine Frau schon katholisch geworden sind.
2. Beigelegter Brief: Brief der Katharina
Gaishofer an Karl vom 26.3. In Bezug auf die Brautwahl mahnt sie: ... vürs
ander nemb er ain weib, so besün er sich wol, unnd in sunderheidt
nemb er die fhreüel von Sprinzstein nit, ach er ist wol einer
andren wert, die nit so alldt ist unnd die diemitig wer wie er wolt
... Der Helena geht es sehr schlecht wegen der Augen, er soll ihr
unbedingt schreiben oder zu Besuch kommen. Er soll ein Zwetschkenbäuml
schicken und den Hans (seinen Burschen) grüßen.
Von Helena Eigenhändig angefügt: Sie entschuldigt
sich, daß sie nicht selbst geschreiben hat, da sie fast nichts mehr
sehen könne. Er soll die Frau Mutter (Susanna Katharina geb. von Eckh)
grüßen, und von ihr für sie eine Leinwand erbitten, sie
wird ihr dafür etwas geistliches zukommen lassen.
Brief (von Katharina Gaishofer geschrieben) der Helena an ihren Neffen Karl Christoph vom 12.8.1622 ? aus Landshut.Die Gaishoferin schreibt diesen Brief auf Bitte der Helena. Sie berichtet, daß Helena große Schmerzen im Kopf und in den Augen hat, und deswegen immer im Dunklen sitzen muß. Wegen der Teuerung lebt man zur Zeit in Landshut schlecht, und sie müssen Mangel leiden. Sie sagt, daß Helena sehr traurig darüber ist, daß er ihr nicht geschriben hat, obwohl sie ihm Klostergaben, Blumen und Krapfen, geschickt habe. Sie möchte wissen wo er sich verheiratet hat und wie die Hochzeit war. Georg soll ihr die Gült in neuen Münzen schicken. Die würdige Mutter hat das Tischl wie gewünscht anfertigen lassen, er soll die Gelegenheit nutzen und mit dem Herren Ecker zu ihnen reisen. Die Frau von Preysing habe gehört, daß er eine Tschernembl geheiratet hat. Die Efrosina und die anderen Dirndln lassen grüßen.
Brief (von Katharina Gaishofer geschrieben) der Helena an ihren Neffen Karl Christoph in Luftenberg vom 6.10.1622 aus Landshut.Helena gratuliert ihrem Neffen Karl zu seiner Hochzeit mit dem Fräulein Tschernembl (im Mai oder Juni 1622). Sie beklagt sich darüber, daß er seit er mit Hausgeschäften beladen ist kaum mehr schreibt. Sie hat der Frau Mutter (Ihre Stiefmutter Susanna Katharina von Eck) geschrieben, daß er ihr Leinwand besorgen soll, und beklgt sich, daß er nichts unternommen hat. Die Leinwand soll er der Frau Statthalterin (Marie Salome von Herberstorff geb. Preising) in Linz schicken, diese wird sie ihr dann ins Kloster bringen. Die Gaishoferin und die Mündl lassen grüßen.
Brief (von Katharina Gaishofer geschrieben) der Helena an ihren Neffen Karl Christoph vom 21.6.1623 ? aus Landshut.Helenas Augen sind so schlecht, daß sie den Brief des Neffen kaum lesen kann. Sie bedauert ihren Neffen, dem es offenbar nicht gut geht (Konfiskationen nach der Schlacht am weißen Berg ?) und bringt ihre Hoffnung zum Ausdruck, daß er katholisch wird. ... doch hof ich ir wird aldt cattolisch werden ... Sie möchte wissen wo seine Frau und Kinder sind ( Er hat 1622 die Eva Maria von Tschernembl geheiratet), und wie es seinen Brüdern geht.
Brief (von Katharina Gaishofer geschrieben) der Helena an ihren Neffen Georg und Karl Christoph vom 11.8.1625 aus Landshut.Helena bedauert die Neffen, die, wie sie gehört hat, in großen Schwierigkeiten stecken. (Konfiskationen) Die Neffen sollen ihr 12 fl der Gült schicken, zumindest aber so viel wie sie ohne eigenen Schaden erübrigen können. Sie hat durch den Herren Maier zu Ostern die Leinwand erhalten und bedankt sich dafür. Sie bittet ihre Neffen ihr gedörrte Zwetschken und kleinkörnigen Gries zu schicken. Eigenhändiger Zusatz der Helena: ... Bin gantz elendt an meinb gesicht, kann die laydt nimber ein zw ölln weidt von mir und bin sunst so erkhrankt das ich nimber schier khan über die stubn gen ...
Brief (von Katharina Gaishofer geschrieben) der Helena an ihren Neffen Karl Christoph vom 6.10.1627 aus Landshut.Helena bedauert sehr, daß er die alten Stammgüter verloren hat. Er soll aber nicht nach Straßburg auswandern, viele haben es schon bereut, sondern lieber ins Land unter der Enns oder nach Wien gehen, und von dort aus seine Sache betreiben. Er soll es so wie Georg machen und nichts überstürzen. Die Schwester Gaishoferin, die Fürstin, die Wickin und das kleine Dirndl lassen ihn grüßen. Ihnen allen geht es gut.
Brief (von Katharina Gaishofer geschrieben) der Helena an ihren Neffen Karl Christoph vom 10.4.1629 aus Landshut.Helena beklagt sich darüber, daß ihr die Neffen so lange nicht geschrieben haben. Sie hofft, daß alle drei Neffen katholisch geworden sind und daher noch im Land und im Besitz ihrer Güter sind. Sie schickt ihm Krapfen die sie nach einem neuem Rezept gemacht hat, er soll davon auch etwas dem Georg abgeben. Sie will wissen wie es dem Wolf gehe, ob er noch lebt und wo. Wie es ihrer (Stief-) Mutter gehe und ihren Schwestern. Sie selbst ist lange krank gewesen und nur ganz knapp dem Tod entronnen. Die Jesuiten kommen nach Landshut. Ein neues Frauenkloster wird errichtet, bie ihnen im Kloster befinden sich schon 28 Schwestern, worüber sie sich freut. Die Gaishoferin und die Efrosina lassen ihn grüßen. Die wierdtig muter läßt ihn ebenfalls grüßen.
Brief (von Katharina Gaishofer geschrieben) der Helena an ihren Neffen Karl Christoph vom 28.5.1629 aus Landshut.Helena drückt ihre Freude darüber aus, daß die Neffen katholisch geworden sind. Sie bedauer, daß er krank ist und übermittelt ihm ein Rezept für eine Kräutermedizin (Kreuzsalve ?). Sie bedauert, daß Wolf Christoph krank ist, viel mehr aber, daß er noch nicht katholisch geworden ist. Sie möchte wissen wie es mit den Gütern steht, die ihr Vater der Mutter (Damit ist wohl die Stiefmutter der Helena Susanna Katharina geb. von Eck gemeint) zu lebenslanger Nutzung gegeben hat.
Brief (von Katharina Gaishofer geschrieben) der Helena an ihren Neffen Karl Christoph vom 9.1620 aus Landshut.Helena berichtet von einer schon sechs Wochen dauernden Reformation des Kloster, weswegen sie kaum dazu kommt die Briefe des Neffen zu beantworten. Der Sohn der Frau Ecker ist gestorben und der Herr Ecker ist gleich wieder nach Obersberg aufgebrochen . Helena verspricht sich für ihren Neffen bei den bayrischen Herren einzusetzen, auch wenn sie zur Zeit wenig Bekanntschaft mit Personen am Hof hat und sich im Kloster viel geändert hat, aber die Kapuziner seien ihr geneigt und hätten viel Einfluß auf den Herzog. (Bezieht sich auf die Konfiskationen im Land ob der Enns nach dem Einmarsch des Ligaheeres im Juli 1620 ?) Wenn er fliehen muß, soll er zu ihr kommen. (Karl und Wolf haben die böhmische Konföderation mitunterschrieben) Sein Hauspfleger war bei ihr und kommt erst in acht Tagen heim. Sie schickt ihm die gewünschten Samen erst später, zusammen mit roten und weißen Rosen, die ihm von der Frau Ecker und Sprinzenstein persönlich nach Piberstein gebracht werden sollen, wo Helena die Neffen vermutet. Sie befürchtet bald nicht mehr im Amt zu sein, denn ... dieser wölsche haust seltsam in alln khlöstern ... , und überall werden Äbtissinen abgesetzt, auch die Kapuziner werden durch welsche Brüder verdrängt, sie glaubt ... es regier der deuflisch anntecrist allendthalbn ...
Brief (von Katharina Gaishofer geschrieben) der Helena an ihren Neffen Karl Christoph vom 22.10.1621 aus Landshut.Helena entschuldigt sich bei Georg, daß sie ihn an die jährlich fällige Zahlung der Zinsen (Gült aus der Mitgift) erinnert, aber die Not zwinge sie dazu.
Brief (von Katharina Gaishofer geschrieben) der Helena an ihren Neffen Karl Christoph vom 6.4.1622 aus Landshut.Helena hat große Kopfschmerzen wegen der Augen. Sie bittet die Neffen ihr jetzt schon die 25 fl zu schicken und nicht erst zu Bartolome, da sie das Geld jetzt braucht, sie ist krank und sie muß sich jetzt alles selbst kaufen. Sie schickt ihm die Samen der Blumen, die der Herr von Trautmannsdorf ihr aus Tirol geschickt hat. Sie bittet die Frau Muem (Susanna Katharina geb. von Eck) ihr eine Leinwand über die Statthalterin (Herbersdorf geb. Preysing) und deren Tochter zu schicken.
Brief (von Katharina Gaishofer geschrieben) der Helena an ihren Neffen Karl Christoph und Georg Christoph vom 12.8.1622 aus Landshut.Helena läßt für sich schreiben, da sie (wegen ihrer Augen) selbst dazu nicht in der Lage ist. Sie bittet die Neffen die Münzverschlechterung bei der ihr zu übersndenden Gült zu berücksichtigen ... so ist das khloster gesperdt das wir mit auswendigen leiden nix mer handl derffen, so ist es mit der münz das zu erbarmen ist ... Die Schreiberin läßt den Herrn Dietrich grüßen. Frägt nach Wolf Christoph der schon länger krank ist und ob er emigriert ist. Die Frau von Sprinzenstein wird ihr das Geld bringen.
Brief (von Katharina Gaishofer geschrieben) der Helena an ihren Neffen Georg Christoph vom 3.9.1622 aus Landshut.Helena bedankt sich für die Gült und 3 Taler, die sie durch den Herren Maier empfangen habe. Sie beklagt sich über die Teuerung/Münzverschlechterung, ein Taler hat nur noch den Wert von 8 fl. Sie schickt ihm Samen und Krapfen. Die Gaishoferin, die Fürstin, Efrosina und das kleine Dirnl lassen ihn grüßen. Eigenhändig angemerkt: Sie stellt fest, daß sie von Georg mehr hält als von Karl. Sie könnt eine Leinwand gut brauchen.
Brief (von Katharina Gaishofer geschrieben) der Helena an ihren Neffen Georg Christoph in Piberstein vom 6.10.1622 ? aus Landshut.Helena klagt, daß es um ihre Augen sehr schlecht steht. Sie beschwert sich darüber, daß er ihr schon lange nicht mehr geschrieben hat. Er soll ihr sechs Taler ihrer Gült schicken, die jetzt bei ihr den Wert von 1 fl 30 kr hat. Die Frau Statthalterin giebt das Geld der Frau von Preysing und diese bringt es ihr. Sie bittet Georg ihr bei der Beschaffung einer Leinwand behilflich zu sein.
Brief (von Katharina Gaishofer geschrieben) der Helena an ihren Neffen Georg Christoph vom 29.3.1623 ? aus Landshut.Helena bittet Georg ihr die Gült durch den Herrn Maier jetzt schon, vor Bartolome, zu schicken, aber so daß sie keinen Verlust durch die Münzverschlechterung hat. Die Leinwand soll er ebenfalls mitschicken.
Brief (von Katharina Gaishofer geschrieben) der Helena an ihren Neffen Georg Christoph vom 14.1.1624 aus Landshut.Helena berichtet, daß ihre Augen täglich schlechter werden, so daß sie fast nichts mehr sehen kann. Sie beklagt sich, daß die Neffen sich so wenig um sie kümmern.
Brief (von Katharina Gaishofer geschrieben) der Helena an ihren Neffen Georg Christoph vom 26.3.1625 aus Landshut.Helena klagt, daß sie fast blind ist und sie daher ... got alein bit das er mich nach seinem götlichen willn wans im gvölig baldt mit einen selligen sterbstindlen erlödigen welle ... Sie bittet ihren Neffen Georg ihr die 25 fl Zinsen aus ihren Gülten durch den Herrn Maier zukommen zu lassen, da sie Not leide. Sie beklagt sich, daß die Neffen nicht mehr an sie denken und nichts schreiben.
Brief (von Katharina Gaishofer geschrieben) der Helena an ihren Neffen Georg Christoph vom 12.8.1627 aus Landshut.Helena bittet den Neffen ihr unbedingt zu schreiben, da sie schon lange nichts mehr von ihm gehört habe und befürchtet, daß er tot ist, oder aus dem Land ins Exil gegangen sei. Sie hat mit dem Herrn Maier eine Kiste Krapfen und Strizel mitgeschickt. Katharina Gaishofer bittet die Neffen, falls sie noch leben, unbedingt zu schreiben.
Brief (von Katharina Gaishofer geschrieben) der Helena an ihren Neffen Georg Christoph in Leombach vom 6.10.1627 aus Landshut.Helena beklagt sich über die Geldentwertung (Münzverschlechterung durch Wallenstein und DeWitt) Ein Taler aus ihrer Gült hat hier jetzt den Wert von 5 fl, beim Neffen aber 16 fl. Wenn die Frau des Neffen es wünscht, läßt sie das versprochene Nähtischchen neu anfertigen, da das alte das Fräulein von Maxlrain ihr abgeschwätzt habe.
Brief (von Katharina Gaishofer geschrieben) der Helena an ihren Neffen Georg Christoph vom 51 1627 ? aus Landshut.Helena entschuldigt sich, daß sie ihn an die ihr zustehnede jährliche Gült erinnern muß, aber die Not zwingt sie dazu. Georg soll seiner Frau ausrichten, daß sie noch etwas auf ihr Nähtischl warten muß.
Brief (von Katharina Gaishofer geschrieben) der Helena an ihren Neffen Georg Christoph von 1627 ? aus Landshut.Helena schreibt diesen Brief im geheimen, er soll auch mit dem Antwortschreiben vorsichtig sein, da es im Kloster eine neue Äbtissin (mueter) giebt, die alle Briefe kontrolliert. Sie hat um ihn große Angst, da sie gehört habe, daß man gegen die Bauern (im August 1627 beginnt die Offensive der kaiserlichen und bayrischen Truppen gegen die aufständischen Bauern) und gegen euch, den Adel, vorgehen werde. Die Gaishoferin, die den Brief für die kranke und fast blinde Helena schreibt, bittet ihn eindringlich sie nicht zu vergessen.
Brief (von Katharina Gaishofer geschrieben) der Helena an ihren Neffen Georg Christoph vom 1628 ? aus Landshut.Helena sorgt sich um den kranken Neffen Wolf (Vgl. Briefe der Eva Maria). Schickt dem Georg wieder Krapfen, und entschuldigt sich, daß sie schon etwas altbacken sind. Sie bittet ihn, ihr mitzuteilen ob er und Karl schon katholisch geworden sind. Eigenhändig eingefügt: Er soll in seinem Antwortschreiben nichts über die Gaishoferin schreiben, da diese ihr alle Briefe vorliest.
Brief der Helena an ihre Stiefmutter Susanna Katharina geb.von Eck von 1622 ? aus Landshut.Helena bittet sie ihr die Stoffreste, die bei der Hochzeit (des Karl Christof 1622 ?) übriggeblieben sind, zu schicken.
Brief der Anna Fürst (ein Mündl der Helena) an deren Neffen Karl Christoph vom 5.12.1627 ? aus Landshut.Zur Zeit wird unter der Aufsicht der Welschen viel im Kloster gebaut. Die Efrosina (ein anderes Mündl der Helena), hat mit einem welschen Maurer sich davon machen wollen. Sie habe gehört, daß Karl katholisch geworden sei, und viele andere schon bekehrt habe, er werde wohl noch ihr Provinzial werden, scherzt sie. Sie möchte wissen ob der Hans (der Diener des Karl) noch an die Schaffnerin denkt. Eine Frau Maxlrein aus dem Frauenzimmer der Herzogin will ins Kloster eintreten, und bringt ein stattliche Mitgift mit.
Brief der Katharina Gaishofer (einer Mitschwester oder Mündl der Helena) an deren Neffen Karl Christoph vom 26.1.1617 ? aus Landshut.(Möglicherweise handelt es sich bei diesem Brief um jenen der die Helena bei den Ordensoberen in Schwierigkeiten gebracht hat. Vgl. Brief 10 ff. oben)
Brief der Katharina Gaishofer (einer Mitschwester oder Mündl der Karl Christoph 27.1.1619 aus Landshut.Sie will mit Gebet ... sein steines herz erwaichen und recht cadollisch machen ... Er soll nicht auf die würdige Mutter (Helena) hören und zu Fasching kommen. Der Provinzial kommt und wird wohl mit ihnen schimpfen. Die Efrosina macht wieder Schwierigkeiten, sie hat sich in einen Mönch verliebt, der einen langen Bart und schon drei Kinder hat, sie befürchtet, daß auch die Efrosina schwanger werden wird, wenn er nicht bald kommt und ihr ins Gewissen redet. (Humor ?) Drei neue Mädchen wurden aufgenommen. Eine Maxlrein bewirbt sich um Aufnahme im Kloster, sie ist ein besonder schönes Kind, sie bringt 15000 fl mit ins Kloster. Wenn er katholisch wäre, wäre sie eine passende Frau für ihn. Er möge sich an seine Schwägerin wegen des versprochenen Haar wenden, das Geld wird ihm geschickt. Grüße an den Johannes (Diener des Karl).
BRIEFREGESTEN
Bestand Schallenberg
HHStA, Rosenau, 96
28 Briefe der Eva Maria von Schallenberg geb.Tschernembl, 1622 mit Karl Christoph von Schallenberg verheiratet, an ihren Mann und dessen Bruder Georg Christoph.
Brief der Eva Maria an ihren Mann Karl Christoph von Schallenberg, dieser war Sprecher der Delegation der Stände Anfang 1628 an den Kaiser in Wien, die einen Aufschub des Auswanderungstermin zu erreichen versuchte, vom 10.1627 ? aus Luftenberg.Eva bringt ihre Freude über die gute Ankunft (in Prag ? Am 16 Oktober wird dort Ferdinand III zum böhmischen König gekrönt.) Karls zum Ausdruck und teilt ihm mit ... in seim haus stehts gott lob woll ... Der Mutter (Rosina) geht es nicht gut, sie hat große Schmerzen im Fuß, Eva befürchtet, daß es botigra (Gicht) ist, man sieht nichts außer einem Geschwulst. Ihr Husten wird immer schlimmer . Gestern war sie in Steyregg und hat den Pfleger bezahlt. Die Frau Hofmann wird das Geld aus dem Amt in Linz bringen. Wegen der Schiffmühle hat der Herr Helmhart (Jörger, Onkel der Eva) lang nichts geantwortet, weswegen sie seiner Frau (Anna Maria Khevenhüller) geschrieben hat. Darauf hat Helmhart geschrieben, daß man die Mühle zu ihnen herab bringen möge, aber alle 14 Tage solle jeder Fischer einen Pfennig dem Pfleger zahlen. (Die folgenden Ausführungen sind wohl im Zusammenhang mit der bayrischen Pfandschaft des Landes ob der Enns, der Münzverschlechterung und der Konfiskation der Güter der Protestanten zu sehen. Es geht um eine von dem bayrischen Statthalter Herbersdorf angeordnete Getreidevisitation) "... es ist dieser dag ein bodent dagewöst wögen des dreit das man nicht soll auf den kästen behalten, auch ihr zween mit die sollen auf die kästen gehen unt beschreibn wan was fir dreit vorhanten, sie sint aber nur auf ein kasten gewöst wo der fertige weiz liegt, ich her man schlag unterhalb Walsee den bauern die stätl auf unt verkauf inen das dreit, man sagt die goltiner werten obschlagen, zu Ens nimbt man kein mer, man nimbt nix als zwölfer unt fierzwanziger, der Jortan zu Ens wolt der f.m. haus und garten kaufen, heut legt man soldaten auf Steirek unt morgen komen auf Sant Jörgen (bei Luftenberg), got weis wies uns hie gen wirt, denn wöter fleisch noch brot bekomens, sie kinen nicht anters als auslaufen ..." Eva schickt Karl wie erbeten das Geld (nach Wien ?) mit dem Mannagl (Donauschiffer ?), dazu auch Fleisch, Schmalz und Brot, aber kein Bier, da man in Steyregg nicht braut weil man keine Gerste bekommen hat. Der Mannagl kann die Frau Rueber nicht mitnehmen. Dem Herrn von Schrattenbach (in Eferding, Gatte det Tugendlieb von Schallenberg ?) hat man das Holz schon herabgeflößt. Sie hat aus Eferding Kraut bestellt, die Frau Ännl wird mit herunter kommen. Ihre Mutter läßt ihn grüßen, sie kann nicht mehr gehen, man muß sie ins Bett tragen.
Brief der Eva Maria an ihren Mann Karl Christoph von Schallenberg, dieser war Sprecher der Delegation der Stände Anfang 1628 an den Kaiser in Wien, die einen Aufschub des Auswanderungstermin zu erreichen versuchte, vom 11.2.1628 ? aus Luftenberg.Eva läßt das auständige Korn einfordern, aber der Amtmann ist etwas nachlässig dabei. Der aus Estreich (NÖ) gebrachte Wein ist schlecht geraten, der im Keller ist aber in Ordnung. Viele Schafe sind gestorben vor allem Lämmer. Der Brauer hat um 200 fl Gerste gekauft, ihrer Meinung nach aber unnötiger weise. ... das bier geht ser, ober den wein woln die leit gar nit drinken ... Sie erzählt von einer Geburt: ... heint ist der Pärtl ein witiber worten, sie unt das kint sint beysamben bliben, er hatts aufschneiten lassen, h. WC unt ich sint untten gewöst, hat nöbns kint den brantt dragen, das armb weib hatt wol unmiglich geliten, hat die freiss so stark gehobt das ichs mein löbtag nie schröcklicher gesehen ... Vgl. Brief 15 an Georg Christoph.
Brief der Eva Maria an ihren Mann Karl Christoph von Schallenberg, dieser war Sprecher der Delegation der Stände Anfang 1628 an den Kaiser in Wien, die einen Aufschub des Auswanderungstermin zu erreichen versuchte, vom 4.3.1628 ? aus Luftenberg.(Emigrationsvorbereitungen) Eva Maria berichtet Karl (der am wiener Hof seine Ausweisung zu verhindern sucht ? Ständische Gesandschaft, vgl. Brief Helena ) über die Vorgänge bei der Übergabe des Luftenberger Haushaltes. (Im Mai 1628 ist sie dann selbst in Wien vgl. Brief ) Eva stellt fest, daß sie für die Wirtschaft nicht mehr verantwortlich ist, da Wolf Christof jetzt die Führung des Haushaltes übernommen hat. Aber es ist ihrer Meinung nach im Haus und am Maierhof alles in Ordnung. Vom Gesinde sind nur noch zwei Mägte vorhanden, die sie mitnehmen will, und zwei die da bleiben. Der Helmhart Jörger hat Karls Brief geöffnet, was der Bote der Beck Michel mit eigenen Augen gesehen hat, und dann mit seinem Siegel wieder versiegelt. Sie bittet ihren Mann seinem Bruder Georg zu bevollmächtigen die Abrechnungen vorzunehmen, da sie einen geordneten Haushalt hinterlassen möchte. Sie wird Georg alle Verzichtbriefe und Zessionen überantworten. Sie wird sich der Schuldbriefe des Helmhart Jörger annehmen (Mitgift ?) und versuchen die 6000 fl ohne Hlmharts Wiederspruch zu erhalten. Sie schickt ihm alle seine Rechnungen und die ihrer verstorbenen Mutter zur Durchsicht.
Brief der Eva Maria an ihren Mann Karl Christoph von Schallenberg, dieser war Sprecher der Delegation der Stände Anfang 1628 an den Kaiser in Wien, die einen Aufschub des Auswanderungstermin zu erreichen versuchte, vom 3.1628 ? aus Luftenberg.(Emigrationsvorbereitungen) Eva bittet Karl ihr mitzuteilen was er in Bezug auf den Helmhart (Jörger) vor hat zu unternehmen, und im besonderen was mit der Frau von Schrattenbach (Tugendlieb?) zu tun ist, denn "... unsser hergott behiett nur ein jen vor ihr unt dergleichen leit so ihrn humor haben, sie hat gewiss das lossest maul so ich glaub ihn der weltt zu fintten ich weis alle wort so sie von mir gerött mein liebster her ich bitt ihnaufs schenest er due mier doch nur die einig gnad unt helff mir gar von der von Schrattenbach ..." (Auswirkung der Rückgabe des verpfändeten Landes ob der Enns im Mai 1628 an Ferdinand II. Restitutionsedikt) "... ihn fall mirs mein her erlaubtt bin ich wilens mich auf Bresspurg zu ziehen, denn hie sorg ich wol wertt man unss nicht lang leitten untt katdolisch wier ich nicht, hinauf auf Rögenspurg ists mir zu weitt ..."
Brief der Eva Maria von Schallenberg an Karl Christoph von Schallenberg, dieser war Sprecher der Delegation der Stände Anfang 1628 an den Kaiser in Wien, die einen Aufschub des Auswanderungstermin zu erreichen versuchte, vom 3.1628 ? aus Luftenberg.(Emigrationsvorbereitungen) Eva Maria schildert Karl die Übergabe des Haushaltes an ihren (kranken) Schwager Wolf :
Brief der Eva Maria an ihren Mann Karl Christoph von Schallenberg, dieser war Sprecher der Delegation der Stände Anfang 1628 an den Kaiser in Wien, die einen Aufschub des Auswanderungstermin zu erreichen versuchte, vom 16.3.1628 aus Luftenberg.(Emigrationsvorbereitungen) Eva Maria versichert Karl "... ich gib gewiss fleissig achtung auf den sundag judika (Der 4.April 1628 war der endgültig letzt Termin für die Protestanten des Landes ob der Enns das Land zu verlassen), der her ist versichert, das ich uber den dermin nit bleib ..." Eva fragt wem sie den Kasten übergeben soll und berichtet, daß der Wein nicht gut gerät, da der Beck ihn nicht richtig behandelt hat. Der Doktor Ensmillner weigert sich, obwohl sie unaufhörlich solizitiert hat, das Getreide zu bezahlen, bis Karl ihnen das capidäl sambt dem interesse (Ausständige Landsteuern ?) bezahlt hat, und die zur Kapelle gehörigen Einkünfte zurückgiebt. Der Pater Rektor (Leiter der Jesuitenschule in Linz) ist totkrank. "... Bätter prokerätter hatt zum Dobiessen gesagtt man hab ihm bauern krieg biecher herauff, er miess sehen das ers witter bekomb, eh ein anderer H. her komb, ich sorg nur sie wern gern uber des hern biecher suchen, duen ein ausred, wan ich ohn des h. statt wer schicket ichs f. Dugentlieb oder frau von Griendall auf Walsse, wern allezeit witter herauf zu bringen ..." Sie weis zur Zeit nicht wo sie hin soll, sie meint sie werde nach Winpassing gehen und dort warten bis er (von Prag) kommt, und mit ihm nach Wien gehen. Daß er ihr den Wunsch eine Magt von Luftenberg mitzunehmen abgeschlagen hat, bereitet ihr Ungelegenheiten, da sie jetzt keine neue bekommen kann. Sie weigert sich sich mit der Tugendlieb zu vergleichen, denn dieser kann man es nicht recht machen. Wollte sie vorher um jeden Preis die Schuldbriefe des Herrn Helmhart einwechseln, so weigert sie sich jetzt. Sie wir den Verzichtbrief unterschreiben wenn die Tugendlieb ihr die Zession ausfertigt. Der Brauer trinkt viel, er hat Gesinde aufgenommen und bekommt das siebente Kind.
Brief der Eva Maria an ihren Mann Karl Christoph von Schallenberg, dieser war Sprecher der Delegation der Stände Anfang 1628 an den Kaiser in Wien, die einen Aufschub des Auswanderungstermin zu erreichen versuchte, vom 25.3.1628 ? aus Luftenberg.(Emigrationsvorbereitungen) Eva verspricht allen seinen Wünschen nachzukommen. Sie kann nicht über Wallsee nach Wien reisen, wenn es jetzt ungelegen ist, bleibt sie eine Weile in Wimpassing. Der Amtman ist sehr krank, er hat ein inneres Geschwür, wie viele Leute zur Zeit. Dadurch wird der Ausszug (ins Exil ?) erschwert. ... der altt h.v. Ent ist bäpstisch f. Hätlspergerin auch, sunst sagt mans fier gewis, von 2 alten fiernemben hern, ich glaubs aber nicht ..." (Georg und Karl, nicht aber Wolf, sind im Laufe des Jahres 1628 katholisch geworden vgl. Helena Brief 39)
Brief der Eva Maria an ihren Schwager Georg Christoph von Schallenberg in Linz ? vom 17.8.1626 aus Luftenberg.Eva Maria freut sich über die Ankunft Georgs im Land ob der Enns, er soll unbedingt bald zu ihr kommen. Da sie ihn nicht mit Klagen begrüßen will, wird sie ihm näheres erst wenn er bei ihr ist berichten, der Herr von Grünthal kann ihm darüber Auskunft geben. Daß Karl nicht schreibt freut sie, da das bedeutet, daß er nach Hause kommt.
Eva Maria beklagt die Abwesenheit ihres Mannes Karl, und vermutet, daß er nich so schnell Heim kommen wird. Sie berichtet von der Abreise der Komissare (Komission für die Beschwerden der Bauern ?) nach Wien. Mit den täglichen Angelegenheiten muß man (Bauernkrieg ?) improvisieren. "... die frau Luxin mein einige freindin auf disser weltt last sich dem hern gar dienstlich befelchen unt auf hegst bitten um den Hans Saxen, weis gott sagtt sie, es sey ein schens buech, sie weltt der frau biss wie vor lössen, sey ihr doch die weil so gar lang ..." Sie hätte unheimlich gerne Quitten, da sie schwanger ist, kann aber keine bekommen, Georg soll die Ändl (Susanna Katharina geb. Eck) mit welchen schicken. Eva beschließt den Brief mit einer Anspeilung auf das erbetene Buch von Hans Sax: "... mein lieber her brutter noch ein gnad bitt ich ihn umb wenig diere zwöspen zumb krottdirn, brauchts die junfrau judenkinigin, auf das nix bess darauss erwax, winschtt von Niernberg Hans Shax ..."Brief der Eva Maria an ihren Schwager Georg Christoph von Schallenberg in Linz ? vom 17.10.1626 aus Luftenberg.
Eva Maria berichtet Georg über das (kaiserliche) Kriegsvolk und was sie vom Lukas und Kapfinger (Gesinde ?) erfahren hat: "... jeztt dissen augenblick hatts ein zeichen amb firmament gleich über Galnkirchen, o wie schröcklich ich habs gesehen, unsser hergott steh uns haltt bey, das volk ist alles herauff uber Gmunden, dortt das grosse haubttlöger ohnzugreiffen, haussen erschröcklich das ja nit zu beschreiben ist, hauen weiber und kinder nieder, unt her wieder wie örgerlich die wälschen mit den weibern haussen, zu Efferting soln 400 baurn blieben sein,untt vill weiber und kinder auch vil soldatten, haben wie ich her, öttlich geschlösser blindert, unt nemben fir noch mer zu blindern, ich fircht mir unmieglich ..." Sie bittet Georg die bei ihm vergessenen Hausschuhe ihr zu schicken, sonst muß sie barfuß gehen. Sie bittet ihn ihr einen Traum auszulegen, sie hat geträumt, daß in einem Kreis drei Personen getanzt hätten und diesen gegenüber zwei.Brief der Eva Maria an ihren Schwager Georg Christoph von Schallenberg in Wien vom 20.10.1626 aus Luftenberg.
Brief der Eva Maria an ihren Schwager Georg Christoph von Schallenberg von 1627 aus Luftenberg.Eva bedankt sich für den übersannten Heiligenstrizel. Sie läd ihn zum kindl mal am Sonntag ein. Sie ist heute das erste mal (nach der Geburt ihrer Tochter ?) ohne Hilfe durchs Zimmer gegangen. Sie hätte gerne, daß Georg sie besucht, da ihr so langweilig ist. Sie hat vom Großkopf (Pfleger ?) gehört, daß er, Georg, morgen zu Besuch kommt, und meint, daß sie bei der Ändl (Susanna Katharina geb. Eck) im Zimmer liegen wird um sein Zimmer frei zu machen. Der Amtmann von Steyregg hat ihr berichtet, daß der Wein noch nicht im Sturm ist. Da keine Fische vorhanden sind, hat sie den Fischern befohlen welche zu fangen.
Brief der Eva Maria an ihren Schwager Georg Christoph von Schallenberg von 1627 aus Steyregg.Eva Maria klagt über die Abwesenheit Karls (ab Herbst 1627 Ständeausschuß in Wien und Prag), sie habe so viel Arbeit und sie weis nicht wie sie den Amtmann und das Gesinde zurückbekommt.(Folg der Beschlagnahme von Steyregg ?). Die Stände haben ihr versprochen wenn ihrem Mann etwas geschieht werden sie ihr helfen. Eva berichtet Georg scheinbar über so etwas wie einen Erpressungsversuch eines Müller namens Moriz Kolmeyer, der offenbar androht über die Taten des Karl im Bauernkrieg auszusagen, und verlangt von ihr 300 Taler. (Karl und Georg wurden tatsächlich nach dem Krieg inhaftiert und einige Monate Januar, Februar und März 1627 in Luftenberg von 60 Soldaten bewacht)
Brief der Eva Maria an ihren Schwager Georg Christoph von Schallenberg vom 1.1.1628 aus Luftenberg.Eva Maria klagt über der Tugendlieb "verlogens maul".
Brief der Eva Maria an ihren Schwager Georg Christoph von Schallenberg vom 24.1.1628 aus Luftenberg.Eva Maria bittet Georg der Tugendlieb zu schreiben, sie wird es sicher nicht tun, denn "... es sol eins lieber mit dem deifl als mit dissem weib zu duen haben ...", ... die f. Dugenttlieb hat mich bis ihn sell offendiert, nicht mit der verschreibung sunttern mit schlechten bossen ..." Sie scheint gerade mit Vorbereitungen für den Auszug ins Exil beschäftigt zu sein. Sie legt ein Verzeichnis der farnus an. Georg soll den Wolf Christoph grüßen. Zwei Herren von Starhemberg wollten den Wolf besuchen und waren enttäuscht diesen nicht vorzufinden. Sie berichtet Georg, daß das Holz verkauft wurde. Der Pater Minister (Jesuit aus Pulgarn ?) war bei ihr.
Brief der Eva Maria an ihren Schwager Georg Christoph von Schallenberg vom 10.2.1628 aus Luftenberg.Eva beklagt sich über die Lügen der Tugendlieb. Sie glaubt das was diese über Herren Heinrich Wilhelm (von Starhemberg, einer ihrer Gerhaben ?) sagt nicht. Mit Herrn Helmhart (Jörger, ihr Vormund) ihrem Onkel will sie wegen ihres Eides nicht reden, denn der ist unberechenbar. Eva erzählt von einer tötlich verlaufenen Geburt:
(Emigrationsvorbereitungen) Eva rät Georg wertvolles aus Leombach wegbringen zu lassen, da man mit ihnen (den Protestanten) nicht zimperlich umgehen wird. Sie fürchtet sich vor dem Wohnen in (Nieder-)Wallsee, sie hofft dort eine helle Stube zu bekommen. Eva erzählt von einer tötlich verlaufenen Geburt:Brief der Eva Maria an ihren Schwager Georg Christoph von Schallenberg vom 12.2.1628 aus Luftenberg.
Brief der Eva Maria an ihren Schwager Georg Christoph von Schallenberg in Wien vom 2.1628 aus Luftenberg.Eva schickt ihm den luxespinkl und drei Mezen Korn. Die Helmartin (Anna Maria geb. Khevenhüller) und die Erasmin warten der Tugendlieb vergebens auf, diese denkt sowiso schon zu viel an sie. "... die zwo möchts sie umbbringen so feintt bin ich ihnen ..." Sie hofft, daß er zu ihr kommt um alles zu bereden, sie wird ihn mit "... guetten most und dardufln ..." bewirten. Der Wolf Christoph hat auf seiner Heimreise die fräss gehabt, es geht ihm schlecht. Sie hat das Eis immer wieder aufbrechen lassen, aber es wurden keine Fische gefangen.
Brief der Eva Maria an ihren Schwager Georg Christoph von Schallenberg in Wien vom 2.1628 aus Luftenberg.Eva schickt dem Georg Wein und Bier. Sie kündigt ihren Besuch an und wird der Ändl (Susanna Katharina geb. Eck) Kalbsfleisch mitbringen, sie soll keines kaufen. Sie wird 12 Schüsseln und Teller mitnehmen, und das Wasserglas für Georg. Fisch hat sie keinen.
Brief der Eva Maria an ihren Schwager Georg Christoph von Schallenberg in Wien vom 7.3.1628 aus Luftenberg.(Emigrationsvorbereitungen) Eva schickt Georg Faschingskrapfen nach Wien, aber sie meint "... es gibt wol schlechtten fasching bey uns wies unss alle not halben geht kann der Schwab mintlich refferiern ..." Nach Möglichkeit wird sie Morgen Wein und Getreide nach Linz schicken, seine Kleidertruhe ist schon zurück. Wolf Christoph ist es noch nie so schlecht gegangen. Hopfen ist vorhanden. Gestern hat sie gabessamb anbauen lassen. Sie wird den Vertrag (Ehevertrag ?) abschreiben, da sie befürchtet, daß Karl seinen verloren hat. Aber die Ändl (Susanna Katharina geb. Eck) kommt in die Tischlade hinein, was sie beunruhigt. Wäsche ist keine da, die Fahrnis steht in der hohen Kammer beisammen, Wolf hat den Schlüssel. Sie hofft, daß man nicht alle unvollendete Arbeiten im Haushalt ihr anrechnet. Sie wartet auf einen Boten aus Prag.
Brief der Eva Maria an ihren Schwager Georg Christoph von Schallenberg in Wien vom 10.3.1628 aus Luftenberg.(Emigrationsvorbereitungen) Eva freut sich daß ihm die Krapfen geschmekt haben und schickt ihm mehr davon. Sie wartet auf die Abreise:
Brief der Eva Maria an ihren Schwager Georg Christoph von Schallenberg in Wien vom 28.3.1628 aus Luftenberg.(Emigrationsvorbereitungen) Eva beklagt die viele Arbeit die sie nun hat. Den Keller hat sie schon dem Förawiz übergeben, den Kasten wird sie ihm morgen übergantworten. Sie bittet Georg ihr den Schuldbrief zu geben, da er ihr vertrauen kann.
Brief der Eva Maria an ihren Schwager Georg Christoph von Schallenberg vom 3.1628 aus Luftenberg.Eva bezweifelt, daß der Herr Heinrich (Wilhelm von Starhemberg ? als ihr Gerhabe) die 4000 fl bezahlen wird, sie bittet Georg mit ihm zu reden.
Brief der Eva Maria an ihren Schwager Georg Christoph von Schallenberg vom 3.1628 aus Luftenberg.Eva bittet Georg eindringlich ihren Mann Karl davon abzubringen, daß er von Helmhart (Jörger, ihr Gerhab) die 10.000 fl (Mitgift und Mütterliches Erbe ?) fordert, da sie es sich nicht leisten kann es sich mit ihrer Freundschaft zu verscherzen. Sie wird auf die ihr geschuldeten 4000 fl (Wiederlage ?) verzichten und selbst mit Helmhart über den Rest reden. Sie bittrt Georg Karl zu bewegen "... das er mit glimpff mit hern Helmhart brozidir, das rechten macht nur feintselikeit, man kann mit bescheittenheitt offt eh zu seiner ihndenzion komben, ich verdenk wol f. Dugentlieb verhöz mein hern ..."
Brief der Eva Maria an ihren Schwager Georg Christoph von Schallenberg vom 4.1628 ? aus Winpassing ?Eva Maria berichtet Georg, daß Wolf Christoph eine Zeit lang vor hatte den Haushalt zu übernehmen, dann wieder davon abgekommen sei. Eva berichtet dem Georg, daß der Vertrag (Ehevertrag ?) in Windberg (Sitz des Heinrich Wilhelm von Starhemberg, ihr Gerhab ?) liegt, ihr Gerhab sich aber in Enns befindet, und bittet ihn, sich um ihre Angelegenheiten zu kümmern.
Brief der Eva Maria an ihren Schwager Georg Christoph von Schallenberg vom 5.1628 aus Wien.Eva klagt Georg, nachdem sie Luftenberg verlassen hat müssen, aus Wien:
Brief der Eva Maria an ihren Schwager Georg Christoph von Schallenberg vom 4.1628? aus Wien.Eva rechtfertigt sich gegenüber Georg, daß sie so hartnäckig ihre Angelegenheit verfolgt (Ehevertragsauflösung?). Der deutliche Brief ihres Mannes an ihren Gerhab Heinrich Wilhelm war ihr sehr unangenehm. Sie ist froh, daß Georg ihre Grobheit in dieser Angelegenheit gegenüber der Tugendlieb hinter seiner Höflichkeit versteckt hat.
Brief der Eva Maria an ihren Schwager Georg Christoph von Schallenberg vom 5.5.1628 ? aus Wien.Eva möchte wissen wie es mit der Tugendlieb steht, und wo ihr Mann sich aufhält (Karl ist im Auftrag der Stände unterwegs). Eva klagt : "... ich bitt ihn von herzen er schick mir haltt ein schmalz, ich hob ja nicht zu össen wan ers nicht duett ..." Sie berichtet, daß sie an flöcken so krank war, daß sie beinahe gestorben wäre.
Brief der Eva Maria an ihren Schwager Georg Christoph von Schallenberg vom 16.6.1628 aus Wien ?"Mein lieber her bruetter ich klag ihm das mir der erbbar fogl sein häzman zu spott druz untt bosskeitt fier mein hauss stehtt wo ich nicht anderst als auss untt ein gehen kann, bitt den hern umb daussentt gotts wiln er straff den, der druz ist mir zu grob, untt wirtt ihn der her nicht straffen, so lass mich gott nicht ihns himblreich komben ob ich mich nicht also will rechen, das mich sein löbdag kein leichtförtiger vogl mer duezen soll, ich will sehen ob der her mein freintt, den er weis wol wie hoch ich ihn bötten, er soll miern nicht untter meine augen lassen, befilch mich dem her untt der frau unt verbleib 16.Juni 628
BRIEFREGESTEN
Bestand Schallenberg
HHStA, Rosenau, Karton 71
12 Briefe der Christina von Praschma geb. Lappitz, Frau des Bernhard Praschma von Bilkau zu Wagstadt (um 1540-1600), an ihre Schwester Marusch von Lappitz (1560 -1614), die am 3.7.1588 Christoph von Schallenberg (31.1.1561-25.4.1597) heiratet.
Brief der Christina von Praschma zu Wagstadt (Fürstentum Troppau, Oberschlesien) vom 29.10.1586 an ihre Schwester Marusch von Lappitz in Luftenberg (OÖ).
Christina bedauert, daß sie sich nicht bei der Frau von Dissenbach
getroffen haben, aber sie ist zur Zeit nicht in Wagstadt, da dort und im
ganzen Land eine Seuche wütet. Eine aus ihrem Frauenzimmer ist schon
an der Pestilenz gestorben.Wenn sie oder der Fetter Friedrich auf die Hochzeit
der Tochter des Herren von Trautmannsdorf gefahren wären, wäre
sie auch dorthin gekommen.
"... Mein gar herz allerliebste schwester ich hab deinen schreiben
gar wol verstanten darinen du mich rat fragst umb der heirat, got im himel
wais das ichs so gern her als wan man mir was grosses geschenckht het,
den ich wolt dirs vil lieber vergunen das du selbst das deinige geniessen
solts als das die lossen schreiber und pfleger genissen soltn, den unser
lieber her vatter (Kornelius von Lappitz gest.1567, letzter männlicher
Lappitz) hat nit auf die lossn pefferseckh gesorgt das sie seine gieter
genissen sollten, mer den sein leiblich khint, nun du wirs mit der zeit
wol inen werten wie man mit dir ist getreulichen umbgangen mein schaz,
du pits mich um rat mein lieb, der rat ist pei dir alain das weis menigkhlich
wol, das die hern von Preissing frumb erliche leit sint und wol vermiglicher
darzu, sint wir auch sunst 3 mal mit inen pefreundt, 2 mal mit hern Franzen
und hern Josten, auch das am geschlecht nichts auszuschlagen ist, so khenst
in auch nun pesser den ich habt her Rutolffen nit gesöhen seit er
ein khleiner pesser pueb ist gwessen, so ist er auch zuvor veheirat
gewessen, wist on zweiffel wol wie er mit seiner forigen gemahel gelebt
hat, und mein schaz du wies auch wol wen man nuer der alten frauen duet
versteen das wol mit ier emb zu khumben ist, man mues den alten leiten
mer vertraun als jungen, so versich ich mich auch zu zu den herrn von Zernembel
(Hans von Tschernembl der Bruder der Mutter und Gerhabe der Marusch ) er
wer dir dein pestes nit verhintern, hat er doch seinen pruetern auch ein
dochter geben, darzu hab ich auch meinen liebsten heren in dem fal auch
rats gefragt, der sagt selber es sei an dem erlichen heren nichts auszuschlagen,
aber es verschmacht meinen heren ein wenig, das du im nit auch darumb pegriest
hast, aber du pist leichtlich auszuretten, aber mein liebs herz wen es
wirt darzu khumben so pit ich dich selber sei du die ursacherin das der
von Zernembl meinen heren (Dieser ist wohl auch Gerhabe der Marusch) was
darvon duet schreiben ... den mein her ist sunst den herren von Preissing
genaigt und ist ser gern umb si, ich wais gewiss als ich leb ist des lieben
gots
willen das ier paiten zu thaillhafftig wert so werstu mei schaz von dem
von Zernembl einen grossen anstoss haben, aber frag du nichts darnach,
es wirt wol pesser werten, ist er doch nit unsser hergot das du dich vor
im solt ser fuerchten, wen du dem her Rueltolff dust deinen wilen geben
er khan dir ja nit weren und zumal wan dus mit der freundtschafft
wilen duest ... darumb rate ich dir aus herzlichem treuen, sagt dir dein
herz zu im so nim in im namen gottes ..."
Christina soll den Herrn von Tschernembl bitten ihren Mann zu seiner
Hochzeit (Hans von Tschernembl hat sich 1588 zum dritten mal verheiratet,
mit Potentia von Schönkirchen) einzuladen, die nahe bei Wien stattfinden
soll, so könnten sie sich dort treffen und miteinander reden. Die
Schwester ihres Mannes befindet sich noch bei ihr, aber sie hat auch schon
einen Mann im Visier, doch gehe es dieser wie ihr, es ist mit Wiederstand
des Vormundes zu rechnen, und sie soll den Fetter Friedrich und seine Frau
grüßen.
Brief der Christina von Praschma zu Wagstadt (Fürstentum Troppau, Oberschlesien) vom 2.2.1588 an ihre Schwester Marusch von Lappitz in Luftenberg (OÖ).
Christina wünscht ihrer Schwester ein "... glickhlichs saliges
freitenreichs neus iar und einen schenen iungen geselen ..."
Sie wäre gerne im Winter zu ihrer Schwester gereist, aber die
Unruhen in Polen haben es verhindert. Der erwählte polnische König
ist geschlagen worden und man hat lange nicht gewußt wo er gblieben
ist. Ihr "herr" hat jüngst gehört, daß er sich nun in Krakau
aufhält. Christina möchte von ihrer Schwester wissen ob sie noch
beim Herren Friedrich ist und ob der Herr von Tschernembl wieder geheiratet
hat. Sie wollte ihr den Brief über ihren Vetter den Herren von Enenkl
zukommen lassen, aber der ist nicht zu ihr gekommen. Da sie weis, daß
ihre Schwester gut stricken kann, und da sie selbst schon alt ist und sich
damit nicht mehr plagen will, bittet sie diese ihr eine Haube zu stricken.
Ihr Herr läßt sie grüßen und wünscht ihr alles
gute für die Hochzeit, ärgert sich aber, daß er von ihr
nicht zur Hochzeit eingeladen wurde. Der Rudolf und die Ändl lassen
den Vetter und sie schön grüßen, sie kümmern sich
wenig um den polnischen Krieg, der Rudolf ist ein fröhliches Kind,
ein rechter Scherffenberger, sie hofft, daß er groß wird.
Brief der Christina von Praschma zu Wagstadt (Fürstentum Troppau, Oberschlesien) vom 6.5.1588 an ihre Schwester Marusch von Lappitz in Luftenberg (OÖ).
Christina möchte von Marusch wissen, wie sie ihr bei deren Hochzeitsvorbereitungen
helfen kann:
"Schwesterliche liebe und treu wis alezeit von mir pereit mein herz
alerlibste schwester von got dem herrn winsch ich dier ale glickhselige
und ebige wolfart leibs und auch der selen, und wen du mein hertz aler
libste frisch und gesunt werst das heret ich von herzen gern, desgleichn
wist mich sambt dem lieben heren und den meingen pei zimlicher gesunthait,
got der almechtige der wolt es lang darpei erhalten amen. Und khan nit
umbgehen dich meine herz libste schwester mit dissen schreiben zu ersuchen
und pit gar freuntlichen du welest mich wissen lassen wie es dir geht,
ich hab dir vor verschiner zeit pei dem her Wasserfas geschriben, weis
gleich nit wie ichs umb dich verdint hab das du mir nichts duest schreiben,
villeicht das du nun ein praut pist, pistu mir nun zu stolz mein herz aller
liebster schaz, ist dir was vonn neten zu nähen es sei mit seiten
oder von strickhwergen schickt miers ich will dirs von herzen gern lassen
nähen, nur due mir zu wissen wie es sein solt, aber mit dem geprochen
strickhwerg khan ich nichts umbgehen den ich pin zu alt und faul, aber
sunst mein herz aller liebste schwester will ich dir von herzen gern helffen
in was mir immer miglichen ist, den ich weis wol das einem vil zu der zeit
duet von neten sein, wolt got das du nacher pei mier wärst,
von herzen gern wolt ich dir helfen in wo mier nuer miglichen ist, und
pit dich auch lass mich wissen wo du nit noch weist wan dein hochzeit wird
sein, es wer auch mal zeit das sich der her feter einmal iber dich erparmet
und dich auch das deinige genissen liesse, mein hertz aller liebste schwester
ich hab dir zuvor geschriben und dich gepeten du solt mir einen strickhzeug
zuwegen pringen, ich pit dich gar schen vergis meiner nit, darmit ich will
dir witer dienen wan du nur mir duests schaffen, und sei von mir gar herzlichen
und freundlicher gegriest und ich pin und pleib allezeit die deinige gehorsam
weil ich lieb und due dich und uns ale in den schuz des alerhegsten pefelhen,
datumb Wagstat den 6 tag mei im 88 Jar."
Brief der Christina von Praschma zu Wagstadt (Fürstentum Troppau, Oberschlesien) vom 28.5.1588 an ihre Schwester Marusch von Lappitz in Luftenberg (OÖ).
Christina klagt darüber, daß der Hochzeitstermin genau in die arbeitsreichste Zeit fällt, der Herr von Tschernembl (Der Bruder ihrer Mutter) habe den Zeitpunkt absichtlich so ungünstig gewählt. Aber sie wird alles daran setzen ihren Mann dazu zu bringen hinzureisen. Sie wundert sich, daß der Herr von Tschernembl diese Heirat zugelassen hat, ihr Zukünftiger (Christoph von Schallenberg) soll aber einem gutem Geschlecht entstammen, und meint, daß Reichtum dabei nicht wichtig ist.Sie kennt ihn zwar nicht persönlich, doch hat sie nur gutes über ihn gehört.Christina rät ihrer Schwester das Gerede der Leute, die ihr mit dieser Heirat Übles profezeien, nicht ernst zu nehmen.Sie hat dem Herrn von Difenbach einen Brief mitgegeben, und schickt ihr Stoff und ihren Schleier, da sie nichts anderes hat besorgen können.Sie soll ihren Fetter den Herren von Scherffenber und seine Frau grüßen, und auch die Frau von Prag.
Brief der Christina von Praschma zu Wagstadt (Fürstentum Troppau, Oberschlesien) vom 8.1.1589 an ihre Schwester Marusch von Lappitz in Luftenberg (OÖ).
Christina freut sich über den Angekündigten Besuch, wie ihn
Christoph von Schallenberg ihren Mann für die Zeit um St.Bartolomäus
angekündigt hat. Sie sollen beide unbedingt kommen, noch hat ihr Herr
nicht so viel zu tun wie der ihre, und sie sind beide noch jung genug zum
reisen Obwohl sie die letzten drei Monate nicht ganz gesund war, war sie
bei der Taufe eines Kindes der Frau von Freudental, wo sie gehofft hat
Marusch und ihren Fetter Friedrich von Prag zu treffen.Ihr Mann ist seit
acht Tagen beim Landrecht und ihr wird die Zeit lang.Wenn Maruschs Mann,
Christoph von Schallenberg, nicht kommen will, soll sie ihn daran erinnern,
daß er es ihr zu verdanken hat, daß er sie zur Frau bekommen
hat, sie soll nur den Herren Enenkl fragen.
Brief der Christina von Praschma zu Wagstadt (Fürstentum Troppau, Oberschlesien) vom 1.8.1589 an ihre Schwester Marusch von Lappitz in Luftenberg (OÖ).
Nach der Abreise der Schwester hat es ein Unwetter gegeben und während
ihr Herr mit dem Herren von Prosdorf (Karten ?) gespielt hat, hat
sie sich in die Wanne gesetzt und gebadet bis zum Abendessen. Sie soll
dem Herrn Wolf Dietrich von Trautmansdorf ausrichten sie in ihrer Not nicht
allein zu lassen. Die Jungfer Johann, Khäz und Metler und die Frau
Sofie lassen sie grüßen.
Brief der Christina von Praschma zu Wagstadt (Fürstentum Troppau, Oberschlesien) vom 28.1.1595 an ihre Schwester Marusch von Lappitz in Wien.
Christina freut sich, daß es allen gut geht aber "... das du dies jar nun 3 mal im khintlpetn pist gelegen, got der almechtige verleih dir witer deine sterkh und helff dir witer auff, ich weis hie ein frau die solche ungesunt eine oder fier nocheinander gehabt, so ist nuer ein meil wegs ein feins verständigs weib die ir den was auff dem leib gemacht hat, ist von stuntan schwanger plieben und ist darnach mit einem jar khinter khumen ... " Marusch hat ihre Schwester um vermittlung einer Magt gebeten, diese meint aber "... es ist halt hie nuer grobs schlesisch volkh wie du selber wol weist, aber dis weib das pei des heren von Diffenpachs dechterl ist gwesen wen dus khinst pekhomen, mich dunckht es wer guet for dich ..." Sie möchte auch wissen ob die merkwürdigen Gerüchte über die Hochzeit des Grafen wahr sind, und was sonst so vor sich geht bei ihnen. Die Jungfer Khiz ist gestorben der Pfarrer vor drei wochen auch, nachdem er den ganzen Winter an der roten Ruhr krank war. Auch eine menge Volk ist erkrankt aber kaum jemand ist gestorben.
Beigelegter Brief an den Christoph von Schallenberg.
Daß er bisher keinen Boten hat bekommen können um
ihr einen Brief zu schicken hält sie für eine faule aussret .
Sie bittet ihn seine Frau zu ihr zu schicken, da sie bei ihr sicherer wäre
(Erster ÖO Bauernkrieg ) Er soll den Herrn von Opersdorf an die fälligen
Zahlungen (Mitgift der Christina ?) an ihren Mann erinnern.
Brief der Christina von Praschma zu Wagstadt (Fürstentum Troppau, Oberschlesien) vom 24.2.1595 an ihre Schwester Marusch von Lappitz in Wien.
Christina wundert sich, daß ihr Mann sie und die Kinder mit nach
Wien genommen hat, da es dort nicht sicher ist.(Türkenkrieg, Bauernkrieg
). Sie soll mit ihren Buben zu ihr kommen, damit sie diese auch einmal
sehen könne. Marusch habe ihr versprochen, daß sie sich einen
aussuchen könne (Christina scheint kinderlos geblieben zu sein).Auch
wegen der Textilien soll sie zu ihr kommen, sie wird ihr helfen diese zu
besorgen, sie hat eine gute Freundin in Troppau.Ihr Mann reist auch nach
Wien und wohnt nur drei Häuser neben dem ihren, sie soll sich um ihn
kümmern da er etwas krank ist. Wenn er Heim reist soll sie mitkommen.Wenn
sie nur eine kleine Verkühlung hat verursacht ihr der (Nieren ?) Stein
große Schmerzen. Sie wird ihr ein Mittel verraten, damit sie wieder
schwanger wird. Christina hat die Frau von Opersdorf gebeten für ihre
Susanne (Tochter der Marusch?) ein Mieder machen zu lassen, sie soll sie
daran erinnern. Wenn diese nicht dort ist soll sie eines aus rotem Leder
machen lassen.
Brief der Christina von Praschma zu Wagstadt (Fürstentum Troppau, Oberschlesien) vom 5.4.1595 an ihre Schwester Marusch von Lappitz in Wien.
Christina berichtet, daß ihr Mann fast gestorben wäre, nun
geht es ihm aber schon besser. Die Khrabatische supen sei daran schuld.
Seit er heim gekommen ist, sind hundert seiner Reiter daran gestorben.
Der Herr von Opersdorf hat ihnen große schwierigkeiten bereitet.
Marusch soll der Frau des Reichart Strein für das Pulfer danken und
sie soll berichten wie es in Wien mit den Türken steht. (Großer
Türkenkrieg 1592-1606) Sie bedankt sich auch für den übersannten
Samen, aber bei ihr ist es noch zu kalt für diese Pflanze. Christina
berichtet, daß der Bruder ihres Mannes auch totkrankist, und daß
sie gerade die Nachricht erhalten hat, daß die Frau ihres Schwagers
gestorben ist, sie hinterläßt einen Sohn und eine Tochter.
Den Sohn will ihr Mann zu sich nehmen.
Brief der Christina von Praschma zu Wagstadt (Fürstentum Troppau, Oberschlesien) vom 22.4.1595 an ihre Schwester Marusch von Lappitz in Wien.
Christina bittet ihre Schwester sich um ihren Mann, der nach Wien reisen
wird, zu kümmern, falls er krank wird. Sie selbst kann nicht mit nach
Wien kommen, da sie krank ist und der Doktor sie zur Ader lassen will.
Sie bittet daher ihre Schwester eindringlich zu ihr zu kommen, da sie sie
noch einmal vor ihrem Tod sehen will.
Brief der Christina von Praschma zu Wagstadt (Fürstentum Troppau, Oberschlesien) vom 5.8.1595 an ihre Schwester Marusch von Lappitz in Leombach (OÖ).
Christiana entschuldigt sich, daß sie nicht zum schreiben gekommen
ist, da ihr Mann das Gut Chropin (Mähren) um 104000 fl gekauft hat,
und sie damit beschäftigt war dessen Haushaltung zu besichtigen. Das
Haus ist ziemlich desolat aber es liegt schön, an einem großen
Teich, und hat schöne Gärten. Es haben vorher schlechte wirt
dort gewirtschaftet. Christina und ihre drei Schwägerinnen bitten
Marusch hierher nach Chropin zu kommen und jeder einen Hut mitzubringen.
Sie wird schon solche aussuchen die ihrem Alter und Stand entsprechen.
Hans der Bruders ihres Mannes ist sehr kränklich, sie fürchtet,
daß er Wassersucht bekommen wird.Er denkt auch gerade daran eine
Dochter zu verheiraten. Sie soll ihr Stricknadeln besorgen und die Frau
Seemann Grüßen die ihrem Mann viel Gutes getan hat.Wenn sie
vor hat zu ihr zu kommen, soll sie die Frau Seemann mitnehmen.
Brief der Christina von Praschma zu Wagstadt (Fürstentum Troppau, Oberschlesien) vom 7.11.1599 an ihre Schwester Marusch von Lappitz in Leombach (OÖ).
Christina ermahnt die Witfrau Marusch (Christoph von Schallenberg ist
am 25.4.1597 gestorben) zu ihr zu kommen, solange es noch nicht so kalt
ist. Sie bittet ihre Schwester mit ihren Kindern zu ihr zu ziehen, denn
hier bei ihr könnten sie günstiger leben, sofern die Gerhaben
nichts dagegen haben. Sie findet es allerdings eigenartig, daß man
ihr Gerhaben vorgesetzt hat, da es sich nicht um die Güter ihres Mannes
handelt, sondern um die ihrigen (Leombach). Sie bittet ihre Schwester Stricknadeln
mitzubringen.
Brief vom 14.5.1588 der Helena von Schallenberg (1560-1630) aus Innsbruck an ihre zukünftige Schwägerin Marusch von Lappitz (um 1560-1614), die am 3.7.1588 Christoph von Schallenberg (31.1.1561-25.4.1597) geheiratet hat.
Helena hat davon gehört, daß Marusch ihren Bruder Christoph
heiraten will, und bringt ihre Freude darüber zum Ausdruck, denn sie
habe " ... unter vill stattlichen herrn die wahl het hoben khinnen ...
" Sie würde gerne zur Hochzeit kommen aber der Hofdienst (Als Hofdame
der Frau Erzherzog Ferdinands von Tirol) läßt es nicht zu. Barbara
von Sprinzenstein ihre "muem" hat dem Schreiben einige Zeilen mit Glückwünschen
beigefügt.
Brief vom 13.2.1586 der Elisabeth von Schönburg geb. Tschernembl aus Penig (Steiermark, Krain ?) an Marusch von Lappitz (1560-1614), die am 3.7.1588 Christoph von Schallenberg (31.1.1561-25.4.1597) heiratet.
Elisabeth möchte von Marusch, ihrer mumb, wissen wie die neue Frau
ihres Vaters (Hans von Tschernembl heiratet 1586 Eva Strein von Schwarzenau)
ist. Sie bedauert, daß sie wegen der Kinder nicht zur Hochzeit hat
kommen können, und bittet Marusch "... es ist auch mein gar
freundlich bitt, den ich auch wol wes, das du gar feine khochbucher hasst,
bitt gar ser mein lieb, leich mir eins oder las mirs abschreiben, ich mecht
so gern eins haben, vergis ja nicht wils wider umb dich verdinen, wen dus
nicht khanst lassen abschreiben bitt schikh mirs nur ich wils lassen thun
und dirs on alen schaden wider schicken, den ich mich gerad trauf freih,
es mues aber allerlei drin abgeschriben sein von khochen und von einmachen,
und von tortten, den wes wol das du ein mesterin bist, den ich hab auch
so gar grosse lust darzu, und schreib ja auch hinein wie man das schmalzkhoch
machen mus ich habs warlich vergessen, hier machen sie es gar nit, die
frau mumb von Stretweeg wes wol, wen ich schwanger geh denkh ich nimber
an die traussigen essen, die hiern schmegen mir auch woll, vergis ja nicht
..."
Marusch soll ihren Schwestern Regina Strein und der Frau von Preysing
beide geb. Tschernembl ausrichten, daß sie endlich schreiben sollen.
Sie freut sich, daß ihre Kinder, sie redet von einer Tochter und
einem Sohn, nach ihrem Geschlecht geraten, und so närrisch wie ihre
Mutter (Barbara von Starhemberg) sind. Christina hält viel von Maruschs
Mann Christoph.
Brief vom 18.1.1606 der Barbara Enenkel (1585-1610)aus Hohenegg VOWW, Schwester Job Hartmanns und offenbar im Haushalt des ältesten Bruders Georg Achaz zu Hohenegg lebend, an Marusch von Lappitz (um 1560-1614), die am 2.12.1601 Job Hartmann Enenkel (1576-1627) geheiratet hat.
Barbara berichtet, daß es der Frau des Bernhard Schiefer wieder
schlechter gehe, der habe sich über die Kosten der Krankheit seiner
Frau bei ihren Vater (Albrecht Enenkel) beklagt, er habe schon 40 fl für
sie ausgeben müssen. Sie selbst ist auch noch krank, sie kritisiert
die Ärzte denen immer nur das selbe einfalle, das zur Ader lassen.
" ... Ach mein gott hälff mir unser lh gott nur ein mall von docter
wie fro wolt ich sein, sie helffen eim das gott erbarm, got mus helfen,
es ist mit inen verloren sie brauchen nur einerley sachen und meinen es
sei alls mit irm purgirn ausgericht, ich hilt von frauenarzney vil mer,
den mir got lob und danckh alle mall bis auf die zeit, wie mein liebe frau
schwester wol weis, nichts wehe thuet, drum main ich die frau verstunten
wol drauff, den ich iezt gar khein hoffnung mer als meinen gott weil die
frau schiffer nichts hilft ..." Marusch habe von Hochzeiten in ihrem Brief
gesprochen, aber hier weis man von keiner. Ein ansehnlicher ungarischer
Herr ist als Bote zum Fürsten (Mathias in Linz ?) und zum Kaiser in
Prag unterwegs, weil ein Frieden mit den Ungarn und Türken abgeschlossen
werden soll.(Horner Bund, Bruderzwist) Ein Herr Stubner wird nach St.Pölten
zum dritten gerichtstag gebracht, man sagt, daß man ihn hinrichten
werde. Es ist der Stubner der so gut "welsch tanzen" kann. Aber man sagt
es geschehe ihm unrecht, da er nur ein "schlechtes Grenzhäusl" gehabt
habe, so daß man dort schon so sehr an Hunger litt, daß man
daran gedacht habe auszulosen, wer von der Besatzung gegessen werden solle.
Der der eigendliche Grund ist aber, daß er evangelisch ist. Sein
Oberst der Graf von Salm ist bäbstisch und will ihm deshalb Übles.
Aber er hatt viele Fürbitter im Land. Es sind zu Winpassing und Hafnerbach
Landsknechte einquartiert die viel Übles anrichten. Man weis daher
auch noch nicht wann man die Frau Teufel zu Grabe tragen kann und die alte
Frau von Trautmannsdorf. Dem Herrn von Teufel hat man schon eine neue Frau
gegeben, die Frau von Kuefstein. Ihr Bruder Georg Achaz ist nach Gars hinüber
gereist, seine Frau (Anna von Althan) ist daheim geblieben, da sie krank
ist, und auch der Herr Hans Kaspar ist krank. Der Herr Ott Friedrich hat
die Frau Hoffmann zu Perg geheiratet. Sie schickt dem Wolf Christof einen
Zuckerbischof (Kuchen ?) Bezüglich der Dienstboten ist zu berichten,
daß der Kutscher Jockl weg ist, die Maria ist zu den Lichtenstein
zurück gegangen, die Köchin Bärbl ist aber da geblieben.
In letzter Zeit sind viele Leute nach St.Pölten gezogen, der Herr
Max Teufel mit Frau, der Herr von Greiß mit Frau, der Hans von Althan
mit Frau, der Herr Georg Ludwig von Trauttmansdorf mit Frau, diese nicht
wie die anderen für ständig sondern wegen der Seuche.
Brief vom 17.3.1606 der Barbara Enenkel (1585-1610) aus Hohenegg VOWW, Schwester Job Hartmanns und offenbar im Haushalt des ältesten Bruders Georg Achaz zu Hohenegg lebend, an Marusch von Lappitz (um 1560-1614), die am 2.12.1601 Job Hartmann Enenkel (1576-1627) geheiratet hat.
Barbara bittet die Marusch das nächst mal unbedingt mit ihrem Mann
zu Besuch zu kommen, denn auf Hohenegg sei es so langweilig. Es giebt auch
wenig neues zu berichten, die Schwägerin (Anna geb. Althan frau des
Georg Achaz ?) glaubt schwanger zu sein, aber Barbara traut ihr nicht,
da sie das schon öfters irrtümlich geglaubt hat. Auch die Frau
Mutter wills nicht glauben, auch scheint ihr das Vorhaben der Georg Achazin
zwischen Ostern und Pfingsten das Heilbronner Bad zu besuchen nicht für
eine Schwangerschaft zu sprechen. Die Bernhard Schifferin ist wieder gesund,
doch die Frau von Traun, die schon viele Wochen beim Doctor in St.Pölten
in Behandlung ist, noch immer nicht. Sie selbst nimmt die Medizin des Doktors
nicht mehr, da diese doch nichts hilft. Die kleine Tochter des Herrn Josef
von Prösing, Anna, ist an Pocken gestorben. Sie bittet die Marusch
ihr auf dem Linzermarkt "geldt wertter harr" (billigen Flachs ?) um einen
Gulden zu kaufen.
Brief vom 10.1611 der Elisabeth Enenkel geb. Kirchberg (1554-1620) aus Hohenegg, der Mutter Job Hartmanns, an Marusch von Lappitz (um 1560-1614), die am 2.12.1601 Job Hartmann Enenkel (1576-1627) geheiratet hat.
Elisabeth berichtet, daß es hier wie dort regnet und sie noch
etwas beim Schloss Hohenegg erledigen muß. Obwohl sie ein feuchtes
und kaltes Wetter beim lesen gehabt haben, hat es eine große und
gute Weinernte gegeben. Hundert Eimer mehr als letztes Jahr. Sie
wird ihn noch eine Weile behalten, da jetzt die armen Weinhauer verkaufen.
Sie schickt ihr auch zwei Lagen Weinbeermarmelade, sie ist aber etwas sauer
geraten, da die Pflegerin sie gemacht hat . In einer Truhe schickt sie
Job Hartmann eine Laugenkanne und eine Schüssel aus Messing, eine
Blutschüssel, vier Harngläser und zwei gläserne Kugeln.
Sie soll den Wolf Christof und das Fräulein Tugendlieb (Schallenberg)
grüßen.
Brief vom 9.1612 der Elisabeth Enenkel geb. Kirchberg (1554-1620) aus St.Pölten ?, der Mutter Job Hartmanns, an Marusch von Lappitz (um 1560-1614), die am 2.12.1601 Job Hartmann Enenkel (1576-1627) geheiratet hat.
Die Schwiegermutter klagt über Podagra, ihre Füße sind
stark geschwollen. Sie soll die Klagen der anderen Rektoren über Georg
Achaz (Bruder des Job Hartmann, er war ein enger Vertrauter des Kaiser
Mathias und einer der Direktoren im Land unter der Enns) nicht glauben,
sie sind ihm seine Stellung neidig, besonders der Herr Schiefer. Sie soll
unbedingt zu ihr kommen und ihren Mann mitbringen, denn dieser könnte
dem Georg Achaz im Direktorium helfen. Sie würde auch gerne ihren
Rat bezüglich ihrer Füße hören.
Brief vom 25.10.1612 der Elisabeth Enenkel geb. Kirchberg (1554-1620) aus St.Pölten, der Mutter Job Hartmanns, an Marusch von Lappitz (um 1560-1614), die am 2.12.1601 Job Hartmann Enenkel (1576-1627) geheiratet hat.
Elisabeth bedauert die Krankheit Maruschs Sohnes, sie selbst war lange so krank, daß sie kaum gehen oder stehen hat können. Sie wurde zur Ader gelassen und das Blut war sehr übel. Sie und ihr Mann sollen unbedingt zu ihr kommen, da sie fürchtet nicht mehr lange zu leben. Ihr Arzt, der Doktor Hofer, ist selbst krank und kann nicht kommen.
REGESTEN
Briefkonvolut Starhemenberg
OÖLA FA Starhemberg (Bestand Riedegg),
41
10 Briefe der Anna geb. Schaunberg (1513-1551), 1530 mit Erasmus von Starhemberg (1503-60) verheiratet, an ihren Mann, mit dem sie 18 Kinder hatte. Über sie kam das Schaunbergsche Erbe an die Starhemberg.
Eigenhändiger Brief der Anna von Schaunberg aus Wildberg an ihren Mann Erasmus (1536 Herrenstandsverordneter in Linz) vom 4.2.1536Anna bestätigt Erasmus, daß sie ihm den grauen Sammt schicken wird.Sie bittet Erasmus ihr ein drandschtischl zu schicken.
Eigenhändiger Brief der Anna von Schaunberg aus Wildberg an ihren Mann Erasmus (1536 Herrenstandsverordneter in Linz) vom 5.1536.
Anna bestätigt Erasmus, daß sie die Kirschen bekommen
hat.
Sie hätte ihm gern Wildpret geschickt (nach Linz ?), aber es sind
nur wenige (Untertanen ?) zur jagt gekommen und der Hirsch liegt jetzt
im Enndhof.
Eigenhändiger Brief der Anna von Schaunberg aus Wildberg an ihren Mann Erasmus (1536 Herrenstandsverordneter in Linz) vom 15.6.1536.
Anna giebt der Färberin einen Brief für den Erasmus mit,
in dem sich der Brief der Frau von Schaunberg (Regina ?) befindet, den
sie schon geöffnet hat.
Eigenhändiger Brief der Anna von Schaunberg aus Wildberg an ihren Mann Erasmus (1536 Herrenstandsverordneter in Linz) vom 19.6.1536.
Anna schickt dem Erasmus drei Kränze aus Rosen, sie hätte
ihm gern mehr geschickt, aber es sind noch nicht mehr aufgeblüht.
Die Frau von Losenstein hat Kirschen geschickt. Sie weis nicht ob
sie ihm den Weizen schicken soll, da dieser schimmlig ist. Wenn er ihn
doch braucht soll er den Voglfänger schicken, da der Weizen mit der
Zeit besser wird. Er soll vom Maierhofer Seife besorgen.
Eigenhändiger Brief der Anna von Schaunberg aus Wildberg an ihren Mann Erasmus (1536 Herrenstandsverordneter in Linz) vom 21.7.1536.
Anna bestätigt Erasmus, daß sie das Schreiben des Oberndorfer
erhalten hat, und darauf wegen der Sache mit den Schafen mit dem Pfleger
geredet hat. Dieser meint, daß es gut wäre 8 oder 10 Schafe
zu kaufen, da diese zur Zeit noch günstig sind. Sie hat dem Pfleger
aufgetragen die kapauner schneiden zu lassen.
(Adeliges Landleben:) ... ich pit euch gar dreulich wen ier was
vier warhaft neu zeitung herdt ier welt mier was herein wissen lassen,
den es gleich lanngweilig ist das man so gar nichs herdt ...
Der Herr Jörg von Lichtenstein hat ihr am Abend noch mehr Birnen
geschickt.
Sie hat einen Brief vom Pays (Gregor Payss zu Mitterdorf, Pfleger
?) erhalten, den sie nicht weiterleitet, da er nicht so wichtig ist.Sie
schickt ihm einen Kranz aus Nelken, den er ihr zu liebe tragen soll.
Eigenhändiger Brief der Anna von Schaunberg aus Wildberg an ihren Mann Erasmus (1536 Herrenstandsverordneter in Linz) vom 21.7.1536.
Anna teilt Erasmus mit, daß sie den mitgeschickten Brief von
der Frau von Schaunberg schon aufgemacht hat.
Eigenhändiger Brief der Anna von Schaunberg aus Wildberg an ihren Mann Erasmus (1536 Herrenstandsverordneter in Linz) vom 24.9.1536.
Anna überlegt was mit Magdalena(1524-1573), Tochter des Hans
von Starhemberg (1494-1533) nach dessen Tot sein Bruder Erasmus wohl deren
Gerhab geworden ist, weiter geschehen soll.
Mein herz aller liebster herr, von dem parmherzigen got winsch ich
euch vil glickseliger zeit und ales was eur herz pegerdt, wieder hat mier
die frau von Starnberg pevolhen euch zu schreiben ob es eur wil noch wär
so wolt sie die Matlen mit ier hinein fiern und so fern es eur mainung
ist pit ich euch mier das selb aufs peldest schreiben so wolt ich ier mer
hematen fierdicher goler und anders machen und auch das grien duech, so
man den Ieronymus aus genumben hat, wolt ich ier einen rockh machen lassen,
es dünckt mich warlich es wär nit übel vier das dierndll
wier mechtens dening über ain ii jar oder wie lang ier wolt wieder
heraus nemben, hiemit mein herzen aller liebster herr und gemachl spar
euch der parmherzig ebige got gesundt und schick euch mit freiden und gesundt
her haim amen, die frau von Starnberg entpeut euch ier freundlich dienst
hiemit pevilich mich euch als meien herzn aller liebsten herr und gemachl,
und ich pit euch auffs allerhegst wan ier daust kain gueten wein habt,
ier welt umb gueten wein herein schüken und eur selbs verschonen,
d. dm. Wiltperg am sundag vor michahelis im 36 jar.
Mein h. aller l. herr und gemachl es hat
der pfleger von Pirchenstain heidt ein
prieff herab geschickt den ich euch hiemit
schicken due eur gehorsame Änndl
Eigenhändiger Brief der Anna von Schaunberg aus Wildberg an ihren Mann Erasmus (1536 Herrenstandsverordneter in Linz) vom 14.11.1536.
Anna teilt Erasmus mit, daß der Bub des Hans Schoten ein Sammtbarett
und zwei Hauben gebracht hat.
... mein herz aller liebster herr seit gedacht auff die schpezerey
als mandl weinpeer und zubeben auch zuker und marzipann auch konfekt
...
Sie wird die gewünschte Truhe mit dem Stallknecht zu ihm schicken.
Eigenhändiger Brief der Anna von Schaunberg aus Wildberg an ihren Mann Erasmus (1536 Herrenstandsverordneter in Linz 15.11.1536.
Anna bespricht mit Erasmus Hochzeitsangelegenheiten der Elisabeth,
die 1536 Marquart von Kuenring heiratet, Tochter des 1533 verstorbenen
Hans von Starhemberg und der Susanna geb. Polheim, deren Kinder Gerhab
Erasmus war.
... die seiden war sambt dem gulten duech hab ich empfangen und
wen der schneiderwider von Linz kumbt weliger der hinaus ist und den underzug
aus nymbt so will ich von stundan morgen wies get anheben lesen der Elsen
und mier auch mein herz aller liebster herr als ier mier schreibt das die
Els ains weissn paret pedirftig wer sein zu ierem weissen damaschg so las
ich euch wissen das sie zu dem weissen damaschg kain paret dregt sundern
ainen kranz den sy in zu dem zamgeben anlegen mues, auch als ier maindt
das sy ains roten paret pedirfftig sein wer, so ist es meines achtens nit
von neden, den warlich das ein schens paret ist auch, so ist das ein schenns
das sy vor hat mit der perlen seum wie wol es auch nur schwarz ist verleicht
es ier, als pleibt der schmuk so darauf ist, wan ier aber gern wolt das
sy ain rotz zu dem rot samendt rokh het, so megt ier ier wol ains nemben
lassen da gar nichts auff ist das man ier darnach den schmukh darauff mach,
selches hab ich euch auf eur schreiben also ansageb welen ...
Der Pfleger hat sich an Anna wegen einer nicht besetzten Pfarrstelle
gewandt:
... auch mein herz aller liebster herr hat der pleger mit mier geret
von wegen der pfarr zu Gallneukirchen und vermeind es wer der pfarrgemein
peschwärlich sein also on einen pfarrer zu sein und hat mich gepäten
euch zu schreiben und wie es euch am pesten gedeicht, vermaind auch wol
wen ier mit dem Kazprenner reten liesst er schliegs nit ab, doch ein wenig
weil pis man umb einen andern säh, den es warlich mit den kinder dauffen
sacramendt raichen und andern zeremonyen rein peschwärt sach sein
wür ...
Sie möchte wissen ob ihr Bruder wirklich ins Warmbad gereist ist.
Eigenhändiger Brief der Anna von Schaunberg aus Wildberg an ihren Mann Erasmus (1536 Herrenstandsverordneter in Linz) vom 22.11.1536.
Anna bedankt sich bei Erasmus für die Feigen, den Strizl und
das Getreide. Ihr Husten ist besser geworden.
Sie hätte gerne schwarzen Sammt für den braunen Rock.
Briefkonvolut Starhemenberg
OÖLA FA Starhemberg (Bestand Riedegg),
42
39 Briefe der Regina geb. Polheim verwitwete Schaunberg (1520-1572), 1553 mit Erasmus von Starhemberg (1503-60) verheiratet, an ihren Mann, ihren Sohn, Schwiegertochter und Pfleger.
Eigenhändiger Brief der Regina von Starhemberg an ihren Mann Erasmus vom 16.12.1554 aus Wildberg.
Regina bittet Erasmus die mitgeschickten Briefe an ihren Bruder
Andre von Polheim mit dem Stallburschen weiterzuschicken.
Eigenhändiger Brief der Regina von Starhemberg an ihren Mann Erasmus vom 24.7.1555 aus Wildberg.
Regina freut sich, daß Erasmus gut in Kirchberg angekommen
ist.
Sie selbst ist erst am Montag von Waldenfels zurückgekommen, hat
aber die Glashütte nicht besucht.
... es ist herobn vast ein schendlich regen wetter ...
Der Wolf von Polheim (Pfandinhaber von Waldenfels) ist mit einem Wagen
von Enns dorthin gefahren, und ist vom Regen sehr krank geworden. Es ist
aus Linz ein ... hauptmanischer pefellch ... gekommen, den
sie ihm übermittelt.
Eigenhändiger Brief der Regina von Starhemberg an ihren Mann Erasmus aus Ulrichkirchen vom 24.7.1555.
Regina erzählt, daß sie mit der Frau von Kuenring (Elisabeth
geb. Starhemberg, Frau des Marquart von Kuenring) nach Waldeskirchen gereist
ist, und dort auf ihn gewartet hat. Dorthin ist auch Oswald von Eizing
gekommen, und hätte ihn gern getroffen. Morgen reist sie zu ihrer
Schwester (Johanna, Frau des Ulrich von Scherfenberg Burghauptmann in Wiener
Neustadt ), der Frau von Scherfenberg. Er soll wegen seiner Tochter (Anna
Maria, geb.1537, hat am 12.5.1554 Siegmund geheiratet) mit Herrn
Siegmund von Dietrichstein reden.
Eigenhändiger Brief der Regina von Starhemberg an ihren Mann Erasmus vom 13.4.1556 aus Linz.
Regina bringt ihre Freude über Ersamus gute Ankunft in Prag
zum Ausdruck. Sie selbst war in Wels bei ihrer fraintschaft (Polheim),
allen geht es gut. Paul Jakob (von Starhemberg ?) wollte auch kommen, aber
er hat sich wegen einer Krankheit entschuldigt. Seine beiden Söhne
Heinrich (1540-71) und Gundaker (1535-85) haben geschrieben, daß
es ihnen gut gehe (Bildungsreise ?). Morgen wird sie mit den Kindern nach
Wildberg zurückkehren. Die Frau von Landau läßt ihn grüßen.
Der junge Herr Otto von Traun ist aus dem Krieg in Welschland zurückgekehrt.
Eigenhändiger Brief der Regina von Starhemberg an ihren Mann Erasmus vom 9.7.1556 aus Wildberg.
Regina berichtet, daß sie über den Hauspfleger den Brief
von ihm empfangen hat, und schickt ihm die 24 fl sowie den Brief vom Herrn
von Sprinzenstein. Er soll nicht vergessen am St.Johanstag nach Sprinzenstein
zu reisen.
Eigenhändiger Brief der Regina von Starhemberg an ihren Mann Erasmus vom 9.9.1557 aus Wildberg.
Regina hofft, daß Erasmus gut von Passau weggekommen ist.
Seine Sachen hat der Doppler (Pfleger von Wildberg) von Passau abgeholt,
und ein Schreiben mitgebracht, aus dem sie entnimmt, daß der Doktor
(?), der oberste passauer Kanzler, ihm mit Rat und Tat behilflich war (Lehensachen
?). Er soll bei der Pöglin und der Witwe Lichtenstein vorbeischauen.
Ihr und ihrem ... jungen hauffen ... (Erasmus hat von seiner ersten
Frau Anna von Schaunberg 18 Kinder von denen zu dieser zeit noch 9 leben)
geht es gut. Erasmus soll beim Essen und Trinken aufpassen, ... dan
der grest reichtum in der weltt ist gesunhaitt ... Die Tochter schreibt,
daß es ihr gut geht.
Eigenhändiger Brief der Regina von Starhemberg an ihren Mann Erasmus vom 30.10.1557 aus Wildberg.
Regina schickt Erasmus mit dem Brief ein vergessenes Kollier nach.
Er soll sich mit dem Essen und Trinken in Acht nehmen.
Eigenhändiger Brief der Regina von Starhemberg an ihren Mann Erasmus aus Wildberg ? von 1559 ?
Regina ist mit dem Testament einverstanden, wie es Erasmus und der
Graf Wolf von Schaunberg (starb am 12.6.1559 als letzter männlicher
Schaunberger) ausgehandelt haben. Die Pflegerin ? hat von ihrer Tochter
(Anna Maria) Nachricht, daß es deren Mann (Sigmund Georg von Dietrichstein)
schlecht geht, und bittet sie, die Pflegerin zu ihr zu schicken.
Eigenhändiger Brief der Regina von Starhemberg an ihre Schwägerin Paula geb. Ortenburg, 1551 verheiratet mit Paul Jakob von Starhemberg aus Wildberg vom 14.10.1556.
Regina bittet Paula die Frau Hoburg oder eine andere Hofdame in
Prag nach einem bestimmten Rezept für Quitten zu fragen.
Brief der Regina von Starhemberg an ihren Schwager und Fetter Paul Jakob von Starhemberg aus Wildberg von 1556.
Regina bedankt sich bei ihrem Schwager für das ihr geschickte
Reh. Sie wünscht ihm gesunheitliche Besserung.
Wegen der Angelegenheit die er mit ihrem Mann zu besprechen hat, kann
sie ihm nur sagen, daß er am Samstag oder Sonntag nach Wildberg kommt,
aber er muß gleich zum böhmischen Landtag nach Prag weiterreisen,
er hat daher keine Zeit bei ihm auf Pürnstein vorbeizukommen.
Sie wird ihm ein oder zwei Hasen schicken
Brief der Regina von Starhemberg an ihren Stiefsohn Erasmus (1545-70) aus Wildberg vom 22.1.1560.
(Bildungsreise)
Mueterliche lieb und treue zuvor, freundlicher mein hertz lieber
son Erasm, gottes göttliche genadt sambt vill gesunder zeyt wünsch
ich dier, und wo es euch allen an gesundt woll erginge wär mir eine
sunderliche freidt zu heren. Alhie wiß dein lieben hern vattern mein
liebsten hern und gemachl, bey schwachen wesen (stirbt am 8.10.1560)
also das er nit gen mag, sunst stet es gott lob umb die ander freundtschafft
so alhie bey einander sein woll, der almechtige gott welle ferrer sein
gnadt zu guetem mit thaillen. Ich schreib dier lieber ee und mermaln, also
mangeld es an den poten, aber mein lieber her, dein her vatter, und ich
versechen unns ganntz du werst in deinem studieren mit vleis vortfaren,
und in allen guetten tugendten und sitten zuenemben und aufwaxen, alsden
wo ein solches lob von dier geben wuerd, wär mein lieber herr vorhabens
auf den früeling dich weitter zeschicken, und verrer dein nutz nach
studiern lassen, wollest aufs eyst herab schreyben, und wissen lassen,
ob ander mer von eurer schuell weitter zu studiern geschickht wuerden,
jetzt nit mer, dann wellest von mier meine lieben jungen vettern Polheim
und Schärffenberg ganntz freundtlich gruessn. Ich hett meinen lieben
ziechsun, den Seyfridt, was geschikht, also will ichs sparen bis zu dem
ostermarkht wils gott mues der khirchtag des schener wern, damit bin und
bleib ich dein dreue muetter, die gnadt Christy mit uns allen. Datum Wildperg
den 12 tag january anno im 60 jh
Regina frau von
Starhemberg
d d muetter
Eigenhändiger Brief der Regina von Starhemberg an ihren Stiefsohn Erasmus (1545-70) in Regensburg vom 28.4.1560 aus Wildberg.
(Bildungsreise)
Mueterlieb und dreu sambtt als guets wis jeder zeitt von mir zuvor,
freundlicher mein hertz lieber sun Erasm, dein schreiben hab ich zu zbay
mal neulichen empfangen und daraus erstlich gern eur aller gesundtt und
wolffartt verstanden, gott der almechttig wöl euch noch verner lang
derpei erhalten , auch aus andern schreiben und anzaigen vernomben das
du wol studirst, welches meinen lieben hern dein her vatter ain sunderlichs
geffalhen ist, und will als verner dich zu deinem nutzen und gueten lenger
dich dapei erhalden, und verner es sei gen Straburg oder anderswo dich
zu lernen und studiern schikhen und verlegen, wölst noch ein zeitt
gedultt haben, wart mier das erkhundig wie du zu Straspurg unnder magst
khumben, mein lieber sun der Hainrich dein pruder ist nunmer wie ich hoff
in Francreich und wirtt witer wie ich härtzlich hoff sein zeitt nitt
vergeblich oder umbsunst verffeiren und verner das studium ausweln, darzu
gott sein genadtt verleihen wol und ime vor aln ibel genedig pewarn wol
amen, es zichen ietz di zwen jungen Lossenstainer auch in eur schul gen
Regenspurg, sein sunst gar feine wol khundett und zogen knaben zwen,
wölst dich der selbigen dugendtt und zuchtt auch annemben, dan es
stett gar wol wo weishaitt und zucht pei einander ist, auff dein pegern
schikhett ich dir gern ein samedes hiedl, hab aber iezt zu Lintz khain
rechs pekhumben khinen aber ains gefrimbtt, sol dir auffs eist hie nach
khumben, ain dhalher wärst du von dem jungen von Lossenstain zu empfahen,
seih und leg das geltt nitt unutz an, dan es ist paltt gewantt, iezt nitt
mer, dan mein her wirtt dir sambtt dem prueder auffs eist sein wilhen schreiben
lassen, dhue dich in di pewarung Jesu Cristi dreulichen peffelhen, gries
von mir den Seyffritt und Sigmundtten Ludwig, will im paltt was schicken,
ist mir iezt gar zu ällentt, da. Wildp. Den 28 dag aprielus im 60
ist
Re. f. von Starhemberg
d d muetter
Eigenhändiger Brief der Regina von Starhemberg an ihren Stiefsohn Erasmus (1545-70) in Regensburg aus Wildberg vom 29.8.1560.
(Bildungsreise)
Mueterlich lieb und dreu zuvor freundlicher mein hertz lieber sun
Erasm, dem schreiben den 6 dag augusti zu Regenspurg ausgangen hab ich
die vergangen dag zu Lintz empfangen, und daraus erstlichen gern eur aller
gesundtt und wolffartt verstanden, gott der almechttig erhalde euch langweri
derpei, alhie stett es mitt mein lieben hern dein hern vatter ietzt zimblich
wol (stirbt am 8.10), hof zu gott es wer noch peser wern, sunst ist mein
lh und gemahel noch ganz pedachtt dich verner zu studirn auf Dol (Dole
in der Freigrafschaft Burgund) zu schikhen, weil andre auch dahin geschikhtt
wern, und die selbigen zuvor am erst herabprachtt wern soln, will
ich vermanerin sein das du auch erfortterst, wolst derwegen der klaider
halben einsteln so vil als du khannst geraden, solst als dem her zaimbtt
damitt versehen wern, doch soltt du mitt dauglicher klaidung und notturfft
versehen sein, und wol es schlecht ist so pringtt es doch eben vil, derwegen
wolst achtsam und sauber mitt deiner hab umbgen, dan es stet der jugentt
wol an wo sie selb was khan zuratt haben und denkhen, schikh dir hirneben
ein sameden huett, den wolst pehalden und von meintwegen dragen, du wirst
sunst auffs eist schreiben und erinderung haben an meinern lieben hern
und gemachel wie du es verner dein pegern nach der klaidung halben halden
solst, jetzt nitt mer, dan dhue dich und uns samendlichen in die genadtt
und pewarung Jesu Cristi dreulichen peffelchen und schreib aufs eist zu
offt mal herab, darffs khainer copein nitt, dan die ibung macht den schreiber
guett, alzeitt dein mitt willigen gemitt, dat. Wildp. Den 29 dag augustus
im 60 jar
d d muetter
Re. f. von Starhenberg
Brief der Regina von Starhemberg an ihren Stiefsohn Erasmus (1545-70) in Regensburg aus Wildberg vom 4.12.1560.
(Bildungsreise)
Freundtlicher lieber son Erasm, dir sein mein muetterliche treu
unnd alles guets von mir zuvor, ich habe von dir drey schreiben nacheinander
empfangen unnd neben annderen innhalt das du bey guetem gesundt bist, darbey
dich der almechtig got lennger mit gnaden erhalten wölle, sonnders
gern unnd mit freyden vernomben, das ich dier aber bisher auf solche schreiben
nit geantwurth unnd widergeschriben, ist allain aus manngl der potn underlassen
worden, nachdem ich nun anjezo gelegenhait bekhomen hab ich dier zeschreiben
nit underlassen wöllen, und schickh dier hiemit auf dein begern ain
fuxens fuetter zu ainem rokh, das waistu zuempfahen unnd dier dasselb zu
deinem gefallen machen zelassen, was sonsten dein schreiben betrifft unnd
das du wo dieser zeyt deine brueder sein zu wissen begerst will ich dir
nit verhalten, das dein bruder her Rüdiger zu Österreich zu Schönpüchl
(bei
Melk) mit haus ist, unnd her Gundakher alhie zu Wildperg bleiben wirdet,
her Hainrich ist noch zu Frannkhreich zu Orliennz, so ist der Gregor auch
schon aus dem lanndt und wiederum beym grafen zu Mannsfeldt am hof mit
dem er schon hinein inns Niederlandt gen Prissel, waist dich derhalben
so du inen ainem schreiben wildt darnach zu richten, sonderlich säch
ichs gern das du deinen bruedern Hainrichen geschrieben unnd dich zu Regenspurg
beim Andreas Wolfen oder annderen mit was gelegenhait wan von dannen aus
potschafft möchte hinein haben erfragt und mir solches mit ehisten
zu wissen gethan hettest, wollte ich alsdann meine schreiben an her Hainrichen
auch hinauff gen Regenspurg verordnen, auf das sie miteinander hinein befürdert
werden, sonnsten wais ich dir dieser zeytt nichts zu schreiben allain das
ich deine brüder und schwestern und wir alle gott lob noch bey guetem
gesundt, das auch ich unnd deine brüder dich zu negst khummenden ostern
herabzunemben unnd an andern orth weitter zu befurdern bedacht sein, wie
du denn von deinem bruedern herrn Gundtakharn merers schriftlichen vernemben
wierdest, wollest demnach mitler zeyt in deinen studiis vleissig sein unnd
darinnen wie bisher erlich fortfaren, solches hab ich dir auf dein schreiben
nit verhalten wollen, hierneben was dier von mier muetterlicher lieb ist
unnd sey du sambt unns allen in gottes schuz und schirmb bevolchen,
d Wildp. Den 4 tag decemb. Anno 60
Regina frau von Starhemberg
geborene von Polhaim witfrau
Brief der Regina von Starhemberg an ihren Stiefsohn Erasmus (1545-70) aus Wels vom 19.7.1563.
Regina ( Witwensitz in Wels) macht Erasmus heftige Vorwürfe
wegen 60 fl die er unbedacht und ohne Absprache in Linz für Schuhe
und Kleider ausgegeben hat.
Brief der Regina von Starhemberg an ihren Stiefsohn Erasmus (1545-70) aus Wels vom 29.4.1567.
Regina ( Witwe in Wels) bittet den Erasmus dem Herrn Benedikt, bisher
Priester (Prediger ?) in Neukirchen (bei Wels) für ein Jahr in Hellmonsöd
(Erbbegräbnisstätte der Starhemberg bei Linz) anzustellen, bis
er etwas besseres gefunden hat.
Regina erinnert Erasmus daran, daß er dazu verpflichtet ist ihr
125 fl zur Vorbereitung der Hochzeit seiner Schwester Elisabeth ( Diese
heiratet am 15.7.1568 Ludwig von Polheim) zu geben. Er soll sich auch darum
kümmern Geld zu ihrer Abfertigung zusammenzusparen.
Brief der Regina von Starhemberg an ihren Stiefsohn Erasmus (1545-70) aus Wels vom 9.6.1567.
Regina ( Witwe in Wels) hofft, daß Erasmus sich darum bemüht
möglichst viel Wildpret zu besorgen (für die Hochzeit seiner
Schwester ?). Er soll auch in Linz die Witwe Polheim, deren Mutter und
Schwägerin fragen, ob sie nach Wels zur Hochzeit kommen, da sie eine
Unterkunft besorgen muß.
Brief der Regina von Starhemberg an ihren Stiefsohn Erasmus (1545-70) aus Wels vom 21.1.1568.
Regina ( Witwe in Wels) ermahnt Erasmus das eingenommene Geld gut
anzulegen, und nicht zu vergessen ihr die 44 fl, die er ihr noch wegen
der Hochzeit seiner Schwester schuldig ist, zu bezahelen. Er soll sich
auch um das ihr zustehende Getreide (Witwenversorgung ?) kümmern.
Eigenhändiger Brief der Regina von Starhemberg an ihren Stiefsohn Erasmus (1545-70) vom 17.9.1568 aus Wels.
Regina ( Witwe in Wels) meint, daß er recht daran getan hat
es (Hochzeitladschreiben ?) abzuschreiben, denn bis zum 3. Oktober
(Erasmus heiratet die Katharina von Waldburg) wird sie nicht fertig. Sie
wird ihm Geschirr und was er sonst noch braucht schicken. Er soll es unterlassen
teure Kleider zu kaufen, denn diese kosten viel und gehen schnell kaputt.
Man braucht nie so viele wie man meint, mit wenigen kommt man auch aus.
Eigenhändiger Brief der Regina von Starhemberg an ihren Stiefsohn Erasmus (1545-70) aus Wels vom 25.12.1568.
Regina ( Witwe in Wels) schickt Erasmus die ihm zustehenden 87 fl
von den 200 Taler Einnahmen aus der (Aschacher ?) Maut. Sie ermahnt ihn
endlich besser Haushalten zu lernen.
Brief der Regina von Starhemberg an ihren Stiefsohn Heinrich (1540-71) vom 3.8.1563 aus Wels.Regina ( Witwe in Wels) berichtet, daß sie, wenn ihre Schwester sie weg läßt, mit der Tschernembl über Enns nach Steyer kommen wird.Wenn er etwas für seine Reise nach Wien und Preßburg braucht, soll er es ihr sagen. Sie wird ihm ein Reisebett besorgen, zwei sollen ihrer Meinung nach noch auf Wildberg sein.
Brief der Regina von Starhemberg an ihren Stiefsohn Heinrich (1540-71) vom 28.10.1563 aus Wels.
Regina bittet Heinrich seinem Bruder Gundaker von seiner Ankunft
in Linz zu melden, und diesem zu berichten wie es der Schwester in Hollenburg
geht.
Eigenhändiger Brief der Regina von Starhemberg an ihren Stiefsohn Heinrich (1540-71) vom 3.11.1563 aus Wels.
Regina teilt Heinrich mit, daß sie über Parz nach Peuerbach
reisen wird. Er soll sich nach Wildberg begeben und die Schaunbersche Angelegenheit
regeln.
Brief der Regina von Starhemberg an ihren Stiefsohn Heinrich (1540-71) vom 10.12.1563 aus Wels.
Regina berichtet Heinrich vom Schreiben seiner Schwester (Anna Maria)
aus Hollenburg, und daß es ihrem Mann, dem Herrn von Dietrichstein,
noch immer schlecht gehe. Der Kaiser (Ferdinand I) hat Anna Maria einen
Brief geschrieben, worüber ihn diese selbst mehr schreiben wird. Die
Frau des Christoph Jörger (Barbara geb. Harrach) ist auf Pernstein
gestorben.
Brief der Regina von Starhemberg an ihren Stiefsohn Heinrich (1540-71) aus Wels vom 7.11.1564.
Rosina bittet Heinrich ihrem Bruder Siegmund von Polheim wegen einer
Religionsangelegenheit gegenüber dem Landeshauptmann beizustehen,
er soll Mittwoch Früh in Linz sein.
Brief der Regina von Starhemberg an ihren Stiefsohn Heinrich (1540-71) vom 8.9.1565 aus Wels.
Regina hat die ihr zugesannten Briefe durchgesehen und meint bezüglich
des Streites mit Herrn Adam Hoffmann, daß die Angelegenheit
mittels zwei Personen aus der Freundschaft geschlichtet werden sollte.
Man kann Herrn Adam das Geld nicht vor Ende des Jahres geben, aber der
Zehent steht seinen Brüdern Gundaker und Andre nicht zu. Mit den Herren
Adam und Dietmar von Losenstein hat man sich schon verglichen. Der Herr
Aspan ist in den Dienst der (niederösterreichischen ?)
Regierung getreten, und wird deswegen zu Mitterfasten nach Wien reisen.
Eigenhändiger Brief der Regina von Starhemberg an ihren Stiefsohn Heinrich (1540-71) aus Wels vom 11.1.1565.
Regina bedankt sich bei Heinrich für das ihr zugesannte Wild
und die Wandteppiche. Sein Bruder Gundaker war bei ihr in Wels und ist
weiter nach Schwaben gereist.
Brief der Regina von Starhemberg an Magdalena (geb. Lamberg) die am 7.2.1563 deren Stiefsohn Heinrich (1540-71) geheiratet hat, aus Wels vom 4.4.1563.
Regina klagt Magdalena, daß es schon sommerlich heiß
ist , und ihr die Rosmarienstöcke eingegangen sind.
Sie würde sich freuen wenn Magdalena zur Osterpredigt nach Wels
kommen würde, da der Prediger Melchart hier so schön predigt.
Magdalena soll auf die Truhe mit dem Silbergeschirr im Gewölbe gut
aufpassen, denn ... dem sun herr Gregöring was in solchen gwelbel
auffprochen worn, ist nit guet unnd denkh es sey durch ein menschen der
vermaint hat was mehrers oders bössers darin ze finden beschehen,
unnd wär billich ain solcher pueb darumb ze straffen, sol auch derwegen
zu Willperg nachforschung beschehen ... Sie soll den Weber daran erinnern
ihr auf dem Linzermarkt die ... geschachten sarvet ...zu
bringen.
Eigenhändiger Brief der Regina von Starhemberg an Magdalena (geb. Lamberg) die am 7.2.1563 deren Stiefsohn Heinrich (1540-71) geheiratet hat, vom 19.8.1563 aus Wels.Regina verspricht ihrer Schwiegertochter Magdalena ihr ihre Stieftochter Magdalena (1541-74) nach Linz zu schicken, zur Zeit ist diese noch in Steyr. Dem Herrn Melchart (Prediger in Wels ?) wird es, so hofft sie, bald besser gehen, ... das ich hoff unnsser lieber her gott wer si iber uns erparmben und sein heilligs wares gottlichs wortt nit von uns nemben, welches den in der weltt der pest und hest schaz zu raiden ...
Eigenhändiger Brief der Regina von Starhemberg an Magdalena (geb. Lamberg) die am 7.2.1563 deren Stiefsohn Heinrich (1540-71) geheiratet hat, vom 1.9.1563 aus Wels.
Regina bringt ihre Freude darüber zum Ausdruck, daß Magdalena
ihre Tochter in Windegg (Sitz Christoph von Tschernembls im Mühlviertel)
besucht hat. Sie ärgert sich darüber, daß der Weber fortgezogen
ist, ohne ihren Vorhang fertigzumachen, obwohl sie schon bezahlt hat.
Eigenhändiger Brief der Regina von Starhemberg an Magdalena (geb. Lamberg) die am 7.2.1563 deren Stiefsohn Heinrich (1540-71) geheiratet hat, aus Wels vom 27.9.1563.Regina verspricht ihrer Schwiegertochter, daß sie ihr sofort schreiben wird, wenn sie etwas über ihren Mann hört.
Brief der Regina von Starhemberg an Magdalena (geb. Lamberg) die am 7.2.1563 deren Stiefsohn Heinrich (1540-71) geheiratet hat, vom 15.11.1563 aus Wels.
Regina berichtet Magdalena, daß sie in Peurbach (Sitz ihres
Stiefsohnes Gundaker) bei ihrer Schwägerin (Susanna geb. Hohenfeld)
gewesen ist, und es dieser gesundheitlich nicht gut gehe. Wie sie heute
über Parz nach Wels gekommen ist, wollte man sie nicht zu ihrem Haus
lassen, und ein Kind hat Fieber bekommen (Epidemie ?). Sie schickt ihr
und ihrem Mann Heinrich Käse.
Eigenhändiger Brief der Regina von Starhemberg an Magdalena (geb. Lamberg) die am 7.2.1563 deren Stiefsohn Heinrich (1540-71) geheiratet hat, aus Wels vom 15.12.1563.
Regina berichtet, daß ihre Schwägerin, die Frau von Polheim
(Elisabeth ?), von Peuerbach heimgekommen ist, und diese sagt, daß
es der Frau des Gundaker noch immer schlecht gehe.
Eigenhändiger Brief der Regina von Starhemberg an Magdalena (geb. Lamberg) die am 7.2.1563 deren Stiefsohn Heinrich (1540-71) geheiratet hat vom 4.4.1565 aus Wels.
Regina will mit Magdalena persönlich darüber reden ob
ihre Stieftochter zu ihr kommen dürfe ... hab sorg sie wür
euch wenig dienstlich sein khinen und pei euch gar zu guett dag und leben,
das mensch will genisen undt haben wo sie also der leitt gewar wur, wuert
pei mir darnach khain guett dhain ... Die Frau des Gundaker (Susanna
geb. Hohenfeld) hätte gerne Spica aus Wildberg. In Peuerbach geht
es dem Hans Ulrich (1563 geb. Sohn des Gundaker) nicht gut. Dem Herrn Melchart
(Prediger in Wels) geht es gesundheitlich wieder besser.
Eigenhändiger Brief der Regina von Starhemberg an Magdalena (geb. Lamberg), die am 7.2.1563 deren Stiefsohn Heinrich (1540-71) geheiratet hat, vom 6.2.1565 aus Wels.
Regina bedankt sich für ein Magenpulfer bei Magdalena, und
will wissen wieviel sie davon einnehmen muß.
Dem Herrn Melchart (Prediger in Wels) geht es gesundheitlich sehr schlecht.
Eigenhändiger Brief der Regina von Starhemberg an Magdalena (geb. Lamberg) die am 7.2.1563 deren Stiefsohn Heinrich (1540-71) geheiratet hat vom 13.6.1571 aus Wels.
Regina bedankt sich bei Magdalena wegen einer Fuhre Lebensmittel
und Bier. Sie wird versuchen zur Hochzeit nach Enns zu kommen, nicht wegen
der Vergnügungen sondern um sie zu sehen. Sie ist betroffen vom plötzlichen
todt des Herrn Haim. Sie hat heute das Bier probiert, es ist ganz sauer
und wässrig. Regina möchte ihren kleinen Enkel (Hans Ulrich)
wieder sehen.
Eigenhändiger Brief der Regina von Starhemberg an den Wildberger Pfleger Christoph Doppler aus Wildberg vom 7.7.1560.
Regina meint, daß man mit Rüdigers Angelegenheit (Hausstandgründung
?) noch warten soll. Die Angelegenheiten (Erbe der Schaunberg ?) mit Passau
und den Lichtenstein sowie der Witwe in Eferding (Anna von Schaunberg)
ist nicht so ernst zu nehemn, denn ... man mus dem deuffl nitt so hartt
virchtten, als man schwarz maltt ... Man soll abwarten ob der Leithund
brauchbar ist.
Eigenhändiger Brief der Regina von Starhemberg an den Wildberger Pfleger Christoph Doppler aus Wildberg vom 12.3.1561.
Regina bestätigt, daß sie die Kopie des Hochzeitbriefes
(Hochzeit des Gundaker ?) und die Abschrift der Kirchbergschen Schriften
erhalten hat. Der Pfleger soll den Gundaker ermahnen, damit es sich dieser
gut überlegt 5000 fl vom Königsmark in Wels auszuleihen.
Das Hündchen, das er ihr geschickt hat, gefällt ihr nicht so
gut wie jenes, das sie bei ihm gesehen hat, aber sie wird es behalten bis
das andere kommt.
Brief der Regina von Starhemberg an den Wildberger und Riedegger Pfleger Siegmund Vierher vom 2.2.1572 aus Steyr. (Mit Reichart Strein und Hans Tschernembl Gerhab ihrer Kinder). (vgl. LA-Magdalena1)
Regina bittet den Vierer ihre Sachen von Riedegg nach Linz zu bringen,
von wo sie mit einem Knecht weiter nach Eferding gebracht werden sollen.
Sie will dem Wilhelm von Losenstein bei seiner Hochzeit behilflich sein,
und bittet daher den Pfleger Rebhüner, Hasen und dergleichen zu jagen
oder zu besorgen. Er soll auch 20 Hennen töten und am Freitag vor
Fasnacht nach Enns bringen lassen.
...von wegen des Retl hantlung unnd ist der wegen mein rechter ernst,
das ich, wo er sein zuesagen nit nachkhumbn wird, imen zu khainem stiftman
oder underthan nit haben will ...
Die Schweine will Regina noch länger behalten, bis sie wieder
in Eferding ist, seine hausfrau soll sich darum kümmern.
Sie drückt ihr Bedauern über die Krankheit seiner hausfrau
aus, und schickt ihm für diese ein pilferl gegen das Fieber.
REGESTEN
Briefkonvolut Starhemenberg
OÖLA FA Starhemberg (Bestand Riedegg),
42
10 Briefe der Regina geb. Polheim verwitwete Schaunberg (1520-1572), 1553 mit Erasmus von Starhemberg (1503-60) verheiratet, an ihren Stiefsohn Erasmus II. von Starhemberg.
Eigenhändiger Brief der Regina von Starhemberg an ihren Stiefsohn Erasmus (1545-70) aus Wildberg vom 22.1.1560.
(Bildungsreise)
Mueterliche lieb und treue zuvor, freundlicher mein hertz lieber
son Erasm, gottes göttliche genadt sambt vill gesunder zeyt wünsch
ich dier, und wo es euch allen an gesundt woll erginge wär mir eine
sunderliche freidt zu heren. Alhie wiß dein lieben hern vattern mein
liebsten hern und gemachl, bey schwachen wesen (stirbt am 8.10.1560)
also das er nit gen mag, sunst stet es gott lob umb die ander freundtschafft
so alhie bey einander sein woll, der almechtige gott welle ferrer sein
gnadt zu guetem mit thaillen. Ich schreib dier lieber ee und mermaln, also
mangeld es an den poten, aber mein lieber her, dein her vatter, und ich
versechen unns ganntz du werst in deinem studieren mit vleis vortfaren,
und in allen guetten tugendten und sitten zuenemben und aufwaxen, alsden
wo ein solches lob von dier geben wuerd, wär mein lieber herr vorhabens
auf den früeling dich weitter zeschicken, und verrer dein nutz nach
studiern lassen, wollest aufs eyst herab schreyben, und wissen lassen,
ob ander mer von eurer schuell weitter zu studiern geschickht wuerden,
jetzt nit mer, dann wellest von mier meine lieben jungen vettern Polheim
und Schärffenberg ganntz freundtlich gruessn. Ich hett meinen lieben
ziechsun, den Seyfridt, was geschikht, also will ichs sparen bis zu dem
ostermarkht wils gott mues der khirchtag des schener wern, damit bin und
bleib ich dein dreue muetter, die gnadt Christy mit uns allen. Datum Wildperg
den 12 tag january anno im 60 jh
Regina frau von
Starhemberg
d d muetter
Eigenhändiger Brief der Regina von Starhemberg an ihren Stiefsohn Erasmus (1545-70) in Regensburg vom 28.4.1560 aus Wildberg.
(Bildungsreise)
Mueterlieb und dreu sambtt als guets wis jeder zeitt von mir zuvor,
freundlicher mein hertz lieber sun Erasm, dein schreiben hab ich zu zbay
mal neulichen empfangen und daraus erstlich gern eur aller gesundtt und
wolffartt verstanden, gott der almechttig wöl euch noch verner lang
derpei erhalten , auch aus andern schreiben und anzaigen vernomben das
du wol studirst, welches meinen lieben hern dein her vatter ain sunderlichs
geffalhen ist, und will als verner dich zu deinem nutzen und gueten lenger
dich dapei erhalden, und verner es sei gen Straburg oder anderswo dich
zu lernen und studiern schikhen und verlegen, wölst noch ein zeitt
gedultt haben, wart mier das erkhundig wie du zu Straspurg unnder magst
khumben, mein lieber sun der Hainrich dein pruder ist nunmer wie ich hoff
in Francreich und wirtt witer wie ich härtzlich hoff sein zeitt nitt
vergeblich oder umbsunst verffeiren und verner das studium ausweln, darzu
gott sein genadtt verleihen wol und ime vor aln ibel genedig pewarn wol
amen, es zichen ietz di zwen jungen Lossenstainer auch in eur schul gen
Regenspurg, sein sunst gar feine wol khundett und zogen knaben zwen,
wölst dich der selbigen dugendtt und zuchtt auch annemben, dan es
stett gar wol wo weishaitt und zucht pei einander ist, auff dein pegern
schikhett ich dir gern ein samedes hiedl, hab aber iezt zu Lintz khain
rechs pekhumben khinen aber ains gefrimbtt, sol dir auffs eist hie nach
khumben, ain dhalher wärst du von dem jungen von Lossenstain zu empfahen,
seih und leg das geltt nitt unutz an, dan es ist paltt gewantt, iezt nitt
mer, dan mein her wirtt dir sambtt dem prueder auffs eist sein wilhen schreiben
lassen, dhue dich in di pewarung Jesu Cristi dreulichen peffelhen, gries
von mir den Seyffritt und Sigmundtten Ludwig, will im paltt was schicken,
ist mir iezt gar zu ällentt, da. Wildp. Den 28 dag aprielus im 60
ist
Re. f. von Starhemberg
d d muetter
Eigenhändiger Brief der Regina von Starhemberg an ihren Stiefsohn Erasmus (1545-70) in Regensburg aus Wildberg vom 29.8.1560.
(Bildungsreise)
Mueterlich lieb und dreu zuvor freundlicher mein hertz lieber sun
Erasm, dem schreiben den 6 dag augusti zu Regenspurg ausgangen hab ich
die vergangen dag zu Lintz empfangen, und daraus erstlichen gern eur aller
gesundtt und wolffartt verstanden, gott der almechttig erhalde euch langweri
derpei, alhie stett es mitt mein lieben hern dein hern vatter ietzt zimblich
wol (stirbt am 8.10), hof zu gott es wer noch peser wern, sunst ist mein
lh und gemahel noch ganz pedachtt dich verner zu studirn auf Dol (Dole
in der Freigrafschaft Burgund) zu schikhen, weil andre auch dahin geschikhtt
wern, und die selbigen zuvor am erst herabprachtt wern soln, will
ich vermanerin sein das du auch erfortterst, wolst derwegen der klaider
halben einsteln so vil als du khannst geraden, solst als dem her zaimbtt
damitt versehen wern, doch soltt du mitt dauglicher klaidung und notturfft
versehen sein, und wol es schlecht ist so pringtt es doch eben vil, derwegen
wolst achtsam und sauber mitt deiner hab umbgen, dan es stet der jugentt
wol an wo sie selb was khan zuratt haben und denkhen, schikh dir hirneben
ein sameden huett, den wolst pehalden und von meintwegen dragen, du wirst
sunst auffs eist schreiben und erinderung haben an meinern lieben hern
und gemachel wie du es verner dein pegern nach der klaidung halben halden
solst, jetzt nitt mer, dan dhue dich und uns samendlichen in die genadtt
und pewarung Jesu Cristi dreulichen peffelchen und schreib aufs eist zu
offt mal herab, darffs khainer copein nitt, dan die ibung macht den schreiber
guett, alzeitt dein mitt willigen gemitt, dat. Wildp. Den 29 dag augustus
im 60 jar
d d muetter
Re. f. von Starhenberg
Brief der Regina von Starhemberg an ihren Stiefsohn Erasmus (1545-70) in Regensburg aus Wildberg vom 4.12.1560.
(Bildungsreise)
Freundtlicher lieber son Erasm, dir sein mein muetterliche treu
unnd alles guets von mir zuvor, ich habe von dir drey schreiben nacheinander
empfangen unnd neben annderen innhalt das du bey guetem gesundt bist, darbey
dich der almechtig got lennger mit gnaden erhalten wölle, sonnders
gern unnd mit freyden vernomben, das ich dier aber bisher auf solche schreiben
nit geantwurth unnd widergeschriben, ist allain aus manngl der potn underlassen
worden, nachdem ich nun anjezo gelegenhait bekhomen hab ich dier zeschreiben
nit underlassen wöllen, und schickh dier hiemit auf dein begern ain
fuxens fuetter zu ainem rokh, das waistu zuempfahen unnd dier dasselb zu
deinem gefallen machen zelassen, was sonsten dein schreiben betrifft unnd
das du wo dieser zeyt deine brueder sein zu wissen begerst will ich dir
nit verhalten, das dein bruder her Rüdiger zu Österreich zu Schönpüchl
(bei
Melk) mit haus ist, unnd her Gundakher alhie zu Wildperg bleiben wirdet,
her Hainrich ist noch zu Frannkhreich zu Orliennz, so ist der Gregor auch
schon aus dem lanndt und wiederum beym grafen zu Mannsfeldt am hof mit
dem er schon hinein inns Niederlandt gen Prissel, waist dich derhalben
so du inen ainem schreiben wildt darnach zu richten, sonderlich säch
ichs gern das du deinen bruedern Hainrichen geschrieben unnd dich zu Regenspurg
beim Andreas Wolfen oder annderen mit was gelegenhait wan von dannen aus
potschafft möchte hinein haben erfragt und mir solches mit ehisten
zu wissen gethan hettest, wollte ich alsdann meine schreiben an her Hainrichen
auch hinauff gen Regenspurg verordnen, auf das sie miteinander hinein befürdert
werden, sonnsten wais ich dir dieser zeytt nichts zu schreiben allain das
ich deine brüder und schwestern und wir alle gott lob noch bey guetem
gesundt, das auch ich unnd deine brüder dich zu negst khummenden ostern
herabzunemben unnd an andern orth weitter zu befurdern bedacht sein, wie
du denn von deinem bruedern herrn Gundtakharn merers schriftlichen vernemben
wierdest, wollest demnach mitler zeyt in deinen studiis vleissig sein unnd
darinnen wie bisher erlich fortfaren, solches hab ich dir auf dein schreiben
nit verhalten wollen, hierneben was dier von mier muetterlicher lieb ist
unnd sey du sambt unns allen in gottes schuz und schirmb bevolchen,
d Wildp. Den 4 tag decemb. Anno 60
Regina frau von Starhemberg
geborene von Polhaim witfrau
Brief der Regina von Starhemberg an ihren Stiefsohn Erasmus (1545-70) aus Wels vom 19.7.1563.
Regina ( Witwensitz in Wels) macht Erasmus heftige Vorwürfe
wegen 60 fl die er unbedacht und ohne Absprache in Linz für Schuhe
und Kleider ausgegeben hat.
Brief der Regina von Starhemberg an ihren Stiefsohn Erasmus (1545-70) aus Wels vom 29.4.1567.
Regina ( Witwe in Wels) bittet den Erasmus dem Herrn Benedikt, bisher
Priester (Prediger ?) in Neukirchen (bei Wels) für ein Jahr in Hellmonsöd
(Erbbegräbnisstätte der Starhemberg bei Linz) anzustellen, bis
er etwas besseres gefunden hat.
Regina erinnert Erasmus daran, daß er dazu verpflichtet ist ihr
125 fl zur Vorbereitung der Hochzeit seiner Schwester Elisabeth ( Diese
heiratet am 15.7.1568 Ludwig von Polheim) zu geben. Er soll sich auch darum
kümmern Geld zu ihrer Abfertigung zusammenzusparen.
Brief der Regina von Starhemberg an ihren Stiefsohn Erasmus (1545-70) aus Wels vom 9.6.1567.
Regina ( Witwe in Wels) hofft, daß Erasmus sich darum bemüht
möglichst viel Wildpret zu besorgen (für die Hochzeit seiner
Schwester ?). Er soll auch in Linz die Witwe Polheim, deren Mutter und
Schwägerin fragen, ob sie nach Wels zur Hochzeit kommen, da sie eine
Unterkunft besorgen muß.
Brief der Regina von Starhemberg an ihren Stiefsohn Erasmus (1545-70) aus Wels vom 21.1.1568.
Regina ( Witwe in Wels) ermahnt Erasmus das eingenommene Geld gut
anzulegen, und nicht zu vergessen ihr die 44 fl, die er ihr noch wegen
der Hochzeit seiner Schwester schuldig ist, zu bezahelen. Er soll sich
auch um das ihr zustehende Getreide (Witwenversorgung ?) kümmern.
Eigenhändiger Brief der Regina von Starhemberg an ihren Stiefsohn Erasmus (1545-70) vom 17.9.1568 aus Wels.
Regina ( Witwe in Wels) meint, daß er recht daran getan hat
es (Hochzeitladschreiben ?) abzuschreiben, denn bis zum 3. Oktober
(Erasmus heiratet die Katharina von Waldburg) wird sie nicht fertig. Sie
wird ihm Geschirr und was er sonst noch braucht schicken. Er soll es unterlassen
teure Kleider zu kaufen, denn diese kosten viel und gehen schnell kaputt.
Man braucht nie so viele wie man meint, mit wenigen kommt man auch aus.
Eigenhändiger Brief der Regina von Starhemberg an ihren Stiefsohn Erasmus (1545-70) aus Wels vom 25.12.1568.
Regina ( Witwe in Wels) schickt Erasmus die ihm zustehenden 87 fl
von den 200 Taler Einnahmen aus der (Aschacher ?) Maut. Sie ermahnt ihn
endlich besser Haushalten zu lernen.
REGESTEN
Briefkonvolut Starhemenberg
OÖLA FA Starhemberg (Bestand Riedegg),
40
5 Briefe der Magdalena geb. Lamberg (1543-81), die am 7.2.1563 Heinrich von Starhember (1540-71) geheiratet hat, an den Pfleger von Wildberg und Riedegg Siegmund Vierher.
Eigenhändiger Brief der Magdalena von Starhemberg geb. Lamberg aus Wildberg an den Pfleger von Wildberg und Riedegg Siegmund Vierher (mit Reichart Strein und Hans Tschernembl Gerhab ihrer Kinder, 1596 in die Matrikel des ob der Ennser Ritterstandes aufgenommen) vom 25.3.1576.
Ädler vester lieber Vierher, ich hab eur schreiben empfangen
und draus verstantten das ir pesorgtt so Haugstorf vor der zusambenkhunft
nit verkhauft, mecht den ärben groser nachtl draus entstehen, pin
ich der drestlichen hofnung es wertten die hern gerhaben numer paltt khumen
nach dem der lanttag in disem lantt von monttag achtt dag wertten soll,
so khan der dag als dan viergnumen alsdan aber sachen halben gehanttelt
wertten, khan in dieser khurzen zeitt nitt mitt dem khauf verabsaumbtt
wertten, woltt auch nitt gern das mein khintern was zu nachtel soll khumen,
was ich inen zu nuz hantteln khan will ich herzlich gern dain, otter man
wyrtt auf ainen andtern wäg gedachtt sein müssen, khan und will
meinem gewisen nach khain verzinsung nitt nehmen, dan ich khans nitt pilichen
oder vier recht erkhenen, und hat mich unser lieber her got so lang on
dem wuecher erhaltten sez ich das verdrauen in in er wertte es noch dain
als ain reicher gott der die seinen so im verdrauen nitt verläst.
Weitter lieber Vierher nach dem ich gehertt das die frau her Hansin v.
Lantau mit geltt abgfärttigt wiertt und sy das selb gdachtt uns zu
leichen und wie ich verstanttn umb vienf, hab ich dachtt ob man, da es
die nott ervorttert, mit ier hanteln mecht das sie es dir herleich,
gedenkh man wertt sy zu sannt yergn dag abfärttigen, dattumb Wilperg
den 25 dag marcy im 76 iar
Eigenhändiger Brief der Magdalena von Starhemberg geb. Lamberg aus Wildberg an den Pfleger von Wildberg und Riedegg Siegmund Vierher (mit Reichart Strein und Hans Tschernembl Gerhab ihrer Kinder, 1596 in die Matrikel des ob der Ennser Ritterstandes aufgenommen) vom 27.6.1576.
Ädler väster lieber, ich hab eur schreiben empfangen,
was das gepay pedrift das ier dem pfarer auf seinem gruntt hinein pautt
khan ich nit erachtten das es wie ier vermeltt meinen lieben khinttern
on schatten sein soll, werttet derhalben das selb als ain mitgerhab der
ieren nuez schulttig zu pedenckhen ist einstellen, wasier sunst noch merers
däs pfarhofs halben vermeltt soll euch zu antrer glägner zeitt
gnuegsamb veranttwortt wertt.
Zum andtern will ich auf das ehest als ichs anschikhen khan ainen
hinab verorttnen der ale sach an die hantt nehmen soll, mitlerweill versieh
ich mich wertt ier die sachen noch verrichten, so will ich euch die zwen
zehent heur verlasen umb das was man Mertten darvon gäben hatt.
Zum dritten von wegen des zapfenmas wist ier das der zehent vieles
verhinttert hatt das ich däsen hochen noch nicht peschlosen hab soll
aber mitt dem ehesten däshalben mitt euch gerehtt wertten, versich
euch man wertt darin ain piliche gleichhaitt haltten und nitt zu vill auf
meine märkhtt schlagen, wär mier nitt lieb das den ärben
was hierin verabsaumbtt soll wertten, ier wist die ursach das ich die sach
nitt eher hab khinen vier die hantt nehmen, ich säch fast gern das
mein gepay von statt gieng, nach dem ich aber von meiner khrankhen frau
muetter nit alzeitt aus khan und nitt wais ob ich auf den sunttag hinab
khan so säch ich gern ob ier ain weg als den andtern aufs aller pälttest
peschlust mitt dem maurer und zimerman, da ier euch der sachen nit anderst
undtersten woltt das ier doch so vill mitt in hanttlet und peschlust das
es auf erkhanttnus guetter leitt gestellt wuertt. Dattumb Wilperg von 27
dag yuny im 76 iar
der richtter in der Zwetl woltt ain
halbn mutt
waiz von mier khaufen,
den wolst im gäben
wie es gib und gäb ist.
Eigenhändiger Brief der Magdalena von Starhemberg geb. Lamberg aus Wildberg an den Pfleger von Wildberg und Riedegg Siegmund Vierher (mit Reichart Strein und Hans Tschernembl Gerhab ihrer Kinder, 1596 in die Matrikel des ob der Ennser Ritterstandes aufgenommen) 27.6.1576.
Ädler väster lieber Vierher, ich hab eur schreiben
empfangen, was nun die pestalung andrift erachtt ichs unvon netten sein
weil ich eh schon mitt euch ghanttelt hab, das ier pei mier pleiben solltt,
woltt die wein auf das ehest so es miglich vierlägen dan es
kein anstantt leiten khan, die wein so zu Linz ligen khinen meines erachttens
mit dem hofzug da ier mitt den oxn vierspanen last gefiertt werten, ich
wer des wexl halben nitt zu wider gwäsn wan ich nur gwist hett was
gestaltt oder mit welchen weinen nun der wexl geschehen soll, aber ieztt
verzug es sich zu lang, woltt der halben die wein von Linz und was der
zu wenig von Winttäkh vierlegen wie ier in wol zu dain wist.Viers
andter der zapfnmas halben mues ich selbs mitt euch rätten, woltt
ädwa alher khumen so will ich euch darin pefelh geben.Von wägen
des khuchl dienst sein die hern gerhabn gar nitt zu wieder das sie in ablesen
lassen, hatt miers herr Gunttakher schon pewiligt, so pringt es den kintern
khainen schatten.
Nachdem ich nitt so gar eilents ain khastner und khelner pekhumben
khan versich ich mich ier wertt es mittler weill in eure verwarung pehaltten,
was der abgang ist will ich was pilich auch pewiligen, es pringt ein gschlechts
von so wenig, woltt auch mitt dem gepay vorttfarn, dan es khain anstantt
leiten khan damit ich mich hinab khan zichen zu den meinen, last mich wissen
wan ier den zug haben wöltt zu dem andtert wein vieren pey diesen
potten wisen lasn, dattum Wilperg den 27 dag yuny im 76 iar
Eigenhändiger Brief der Magdalena von Starhemberg geb. Lamberg aus Wildberg an den Pfleger von Wildberg und Riedegg Siegmund Vierher (mit Reichart Strein und Hans Tschernembl Gerhab ihrer Kinder, 1596 in die Matrikel des ob der Ennser Ritterstandes aufgenommen) vom 28.6.1576.
Ädler väster lieber Vierher, von wegen der zapfen mas
erintter ich euch das ich gedenkh ier werttet euren wortten nach die zapfenmas
zu Schwanz und Gallneunkhirchen an meiner statt und nitt an der khintter
statt oder vier euch selbs pestantten haben, nachdem die märkhtt niembtt
zuegeren als mier, weil ier mier aber anzaigtt habtt das ier die zapfen
mas auf allen märkhtten mitteinandter pestantten habtt so ist es an
dam das ier ain abdaillung mit mier machen miest damit ich weis was was
auf meine märkht khumbtt, ich will sächs hunttert gultten von
diesen petten märkhtten gäben und selbs in die lanttschaft erlägen.
Was das gepey andrift säch ich gern das es von satt gieng,
hab vermaintt ier wuertt mitt dem maurer und zimerman schon gedingtt haben
und euch däsen so lang ier noch im geschlos seitt undterwintten, ich
will auf das ehest ainen hinab verornen der ale sach an die hantt nehmen
soll, dattumb Wilperg den 28 dag yuny im 76 iar
Eigenhändiger Brief der Magdalena von Starhemberg geb. Lamberg aus Wildberg an den Pfleger von Wildberg und Riedegg Siegmund Vierher (mit Reichart Strein und Hans Tschernembl Gerhab ihrer Kinder, 1596 in die Matrikel des ob der Ennser Ritterstandes aufgenommen) vom 2.7.1576.
Ädler väster lieber Vierher, eur schreiben hab ich
empfangen und seinem inhaltt nach lengs vernumben und vieg euch darauf
zu vernemben das ich mich die siben hunttertt gultten in der zapfen mas
von meinen zway märkhtten zu geben pewilien will. Da ier aber noch
peschwärtt seitt so will ich die abdaillung den herrn gerhaben machen
wie es christlich und pilich ist, dan gott und ietter menigkhlich mein
gemiett woll wais das ich meinen lieben khinttern nitts zu enttziehen peger.
Weitter wie ier mier schreibtt ier khintt on mein peysein mitt den
zimerleitten nitt dingen, ich soll ädwan darzu hinab schikhen oder
den pfarrer und richter darzu verornen, verdrau ich euch woll in ain merern
als in dem, da ier euch aber däs nitt undterwintten wöltt will
ich pis mithwoch wils gott selbs hinab und mit in peschliesen, ain pier
will ich auch auf das ehest hinab verorttnen, dattumb Wilperg den 2 dag
yulyus im 76 iar
REGESTEN
Briefkonvolut Starhemenberg
OÖLA FA Starhemberg (Bestand Riedegg),
40
7 Briefe der Magdalena (1541-74), Tochter des Erasmus von Starhemberg (1503-60) und der Anna von Schaunberg (1513-51), an Magdalena geb. Lamberg (1543-81), die sich am 7.2.1563 mit Heinrich von Starhemberg (1540-71) verehelicht.
Eigenhändiger Brief der Magdalena von Starhemberg an Magdalena geb. Lamberg in Wildberg
aus Parz (Polheimer Sitz bei Wels) von 1563 ?
Magdalena berichtet ihrer Schwägerin, daß ihre Stiefmutter
Regina (geb. Polheim), ihre Schwester Elisabeth (1544-80) nach Kärnten
(zu ihrer Schwester Anna (1537-97) die 1554 Siegmund Georg von Dietrichstein
zu Hollenburg und Finkenstein geheiratet hat) schicken wird, und sich diese
darauf sehr freut (vgl. Brief 8 u.9). Gestern sind sie (die Mutter, Magdalena
und Elisabeth ?) von Peuerbach abgereist, wo sie acht Tage waren. Die Frau
des Gundaker (Susanna geb. Hohenfeld) ist noch sehr schwach (Geburt ihres
Sohnes Hans Ulrich am 29.6.1563 ?), diese hätte gerne, daß Magdalena
mit der Frau von Tschernembl (Barbara geb. Starhemberg 1542-84) zu ihr
kommt. Sie soll ihren Mann (Heinrich), die Gräfin Itta und den Hans
Christoph von Prag grüßen.
Eigenhändiger Brief der Magdalena von Starhemberg an Magdalena geb. Lamberg auf Wildberg
aus Wels vom 1564 ?
Magdalena verspricht ihrer Schwägerin ihr die parettllen so
bald wie möglich zu schicken.
Türkenkrieg: ... man vill vom dierkhen sagtt, alsdan woln wir
zu dier hinein flichen gen Wiltperg ...
Der Herr Wolf von Ochreit der Mann der Esther von Weispriach ist gestorben.
Die Mutter, Regina geb. Polheim, will wissen, ob sie das werch und
das Geld zu ihr schicken soll. Mit der Anna Maria (Polheim ?) haben sie
viel Spaß, sie redet jetzt schon viel.
Eigenhändiger Brief der Magdalena von Starhemberg an Magdalena geb. Lamberg auf Wildberg
aus ? vom 6.1564 ?
Magdalena teilt ihrer Schwägerin mit, daß die zwei parettll
fertig sind, und da diese aus gutem Sammt sind kosten sie 14 Schilling.
Die Gräfin Itta soll die versprochenen Lebkuchen nicht vergessen.
Zusatz der Elisabeth von Starhemberg (1544-80): Sie entschuldigt sich,
daß sie keinen eigenen Brief schreibt, da sie nichts zu berichten
weis.
Eigenhändiger Brief der Magdalena von Starhemberg an Magdalena geb. Lamberg auf Wildberg
aus Wels vom 23.1.1564.
Magdalena will von ihrer Schwägerin wissen ob sie den Brustfleck,
den ihr Mann Heinrich bei ihr vergessen hat, schicken soll. Die Frau des
Gundaker war zwei Wochen nicht zu Hause in Peuerbach, sondern bis gestern
bei ihrer Schwester in Parz.
Eigenhändiger Brief der Magdalena von Starhemberg an Magdalena geb. Lamberg auf Wildberg
aus Wels vom 1.2.1564.
Magdalena berichtet ... die frau muetter (Regina ihre Stiefmutter)
hat
mier auch pevolhen dier zu schreiben das es den fascheng mitt iern hochzett
haltten nix duett, dan es ist wider niembtt khumben vom Schluxen
(Hieronymus
Schlux zu Grub und Haglau, Starhemberischer Lehenprobst, zuerst mit Elisabeth
von Hacklberg dann mit Sabina Schmidtspergerin verheiratet, starb 1603)
, aber die frau muetter hett in willen den vaschang gen Steyer auf die
hochzeitt zukhumen den wan sie schon gelatten hatt, aber mitt ieren hochzetten
wiertt leichtt erst nach ostern peschehen mit der Röttererin (Rödern
?) und Rorwäkhin (Rohrbach ?) ...
Die Frau des Gundaker (Susanna geb. Hohenfeld) hat ihr geschrieben,
daß der Spiegel die Khäzlin (oder Katzprenner von Grub) zu Fasching
heiraten wird, und sie meint, daß man Magdalena und ihren Mann einladen
wird.
Sie teilt ihr den Tot des Bernhart Schiefer mit.
Eigenhändiger Brief der Magdalena von Starhemberg an Magdalena geb. Lamberg auf Wildberg
aus Wels von 1564.
Magdalena hofft, daß der Hut, den sie für ihre Schwägerin
hat machen lassen dieser gefällt.
Sie bedauert, daß die Gräfin Itta krank ist. Die Hochzeit
der Schieferin wird in Wien erst wenn der Kaiser gestorben ist stattfinden
(Ferdinand I, gest. 25.7.1564). Die Mutter (Regina geb. Polheim) will ihr
das Schmalz, falls es noch in Linz ist, abkaufen.
Eigenhändiger Brief der Magdalena von Starhemberg an Magdalena geb. Lamberg auf Wildberg
aus Wels vom 11.1.1565.
Magdalena beklagt, daß der Herr Melchart (Vgl. St-Regina 28,
35) noch sehr krank ist, und man deswegen schon lange keine Predigt habe
hören können. Man sagt, daß der Kasimir von Polheim die
Barbara von Prösing heiraten soll, aber Magdalena glaubt es nicht.
Die Mutter (Regina geb. Polheim) läßt fragen, ob ihr kuchlbub
Wiltpret und Pasteten zubereiten kann, und ob er den Koch eine Weile vertreten
könnte.
REGESTENREGESTEN
Briefkonvolut Starhemenberg
OÖLA FA Starhemberg (Bestand Riedegg),
40
3 Briefe der Elisabeth (1544-80) Tochter des Erasmus von Starhemberg (1503-60) und der Anna von Schaunberg (1513-51) am 15.7.1568 mit Ludwig von Polheim (gest. 1585) verheiratet, an Magdalena geb. Lamberg (1543-81).
Eigenhändiger Brief der Elisabeth von Starhemberg an Magdalena geb. Lamberg auf Wildberg
aus Hollenburg vom 1.5.1564.
(Kärntenreise der Elisabeth)
Wolgeborne frau freundliche mein herz gar liebste frau schwester,
ich winsch dier von dem parmherzigen gott vill gesunder gnadenreicher zeitt
und pdankh mich deines treulichen an mich gedenkhens, ich het dier lengst
gern geschriben so hab ich so vill zu schreiben das ich gleich nit wais
wie ich draus khan khumben, damitt du aber meine libe frau schwester siechst
das ich noch an dich gedenkhteh wolt dier gern vill von der hochzeit schreiben,
so wais ich nicht vill, seindt nicht vill leudt da gewest, mit dem preidigam
sein khumben 5 hern von Eck herr Phillip von Lamberg und ainer von Aursberg
sunst gar kainer und gar wenig frauzimer, es ist gleich ain feine klaine
stille hochzeitt gewest, mein gott das die Röttererin (Rödern
?) so palt zu einer wittib ist worten es ist gleich erpärmblich
zu hören, hät sie in länger aufzogen mit der heirat in der
weill ward er darnach gestorben das sie in doch nicht gar versprochen wär
gewest, sunst weis ich dier nichts zu schreiben, dan ich pitt dich du wellest
deinen lieben heren mein lieben herr pruedern freundlich griesen, die frau
schwester (Anna Maria, 1537-97, von Starhemberg, heiratet 1554
Siegmund Georg von Dietrichstein zu Hollenburg und Finkenstein) und
der herr läst dich auch freundlich griesen und vermanen an das pettschafft
und die mödl, das du iers herein hetst geschickht, die gnadt des almechtigen
gottes sei mit uns allen, dattum Hollenburg den 1 tag mai des 64
d d w sch w j laz
Ellisabeth von Starhemberg
Eigenhändiger Brief der Elisabeth von Starhemberg an Magdalena geb. Lamberg auf Wildberg
aus Klagenfurt vom 13.7.1564.
(Heiratsgeschichten)
Wolgeborne frau freundliche mein gar herzen liebste frau schwester,
ich winsch dier gottes gnad und vill gesunder gottselliger zeitt sambt
erpiettung meiner treuen und willigen dienst, ich hab dein schreiben empfangen
und bedankh mich deines so getreuen an mich gedenkhen freundlich, das es
zu Wien so prächtlich ist zu gangen glaub ich ganz gern ich hab mich
doch auch offt zu euch hinab gewinscht wan winschen het geholffen, wiewoll
ich weniger als nichts mit meiner khlaidung und schmukh pestanden wär,
ich glaub es wer fast der Madlen auch also gangen sein wuer ier der rott
damasch zu der hochzeitt nicht gemacht worden, so hat sie auch sunstt schlecht
stangen khlaider gnueg, man läst es in dem landt woll bleiben, machts
nicht so khöstlich, es ist auf der frl. von Aursperg hochzeitt nicht
so prächtlich zuegangen man hats bei ainen gleihnen lassen pleiben,
es ist nichts von junckhfrl hinen auch sein unser über 4 nicht drauf
gwest die voran sin gangen, du schreibst mier auch mein lieb ich
soll dier neu zeittung schreiben, der ich fürwar gar wenig hör,
wie es zu Gräz ist zugangen auf des von Gerah hochzeitt, wierstu von
der von Lapitz und Schifferin, die dan ain prautt drauff ist worden mit
dem Geronimus Bekhen (am 28.6.1564 hat er sich mit der Witwe des Alexander
Schiefer, Maria geb. Scherfenberg verlobt, und am 3.9. zur dritten Frau
genommen), erindert sein, es ist mir doch ein seltsam heiratt das sie
mit so vill khindern ain solch gottlosen man nimbt, und ist so paldt von
statt gangen, hör sagen ier vatter hab nur wellen, die frau muetter
wirdt soliches schon von ier erindert sein worden und dier nachmals zu
schreiben das dein lieber herr mein lieben herr prueder so guett starckh
und praidt wert vergun ich im von herzen, woll gedenkh er wer so gros werden
als der Petter Schlux ist gwest, es ist aber vill pesser zu neitten als
zu erbarmen, bitt dich mein herz liebe frau schwester wellest in hiewieder
von meinetwegen gar hertzlich und treulich griessen, wan ich bei dier wär
wolt ich dier wol sagen aber uber landt ist nicht guett vill neu zeittung
zu schreiben, hoff zu gott ich well paldt wieder pei enkh im landt sein
und sei hiemit dem einigen gott vor laidt und ubel treulich pefolhen, dattumb
Clagenfurt den 13 tag july des 64 jar
d d w schwester w j laz
Ellisabeth von Starhemberg
Eigenhändiger Brief der Elisabeth von Starhemberg an Magdalena geb. Lamberg vom 10.9.1564
aus Steyr.
(Kärntenreise der Elisabeth)
Wolgeborne frau freundliche mein herzen liebste frau schwester,
ich winsch dier gottes gnad und vill gesunder gottgefölliger zeit
samt allem was ich liebs und guetts vermag wiss mich dein zum pesten, mei
hertz liebsze frau schwester ich bin im herzen erfreydt das mein liebe
schwester frau von Tschernembl mit einer tochter wieder erfreydt ist worden
hat meine liebste frau maimb befolhen dier zu schreiben das sie es auch
herzlich gern vernumben hat das so glickhlich und palt von statt sey gangen,
gott sey lob, ich woltt gar gern ein mall bey dier sein mein lieb den ich
het vill mit dier zu reden, mei liebe frau maimb läst dich sambt deinem
lieben hern und der frau von Prag gar freundlich griessen und bitt dich
auch schön du wellest der frau von Prag auch junkhfrau Kattrina mein
freundlich willig dienst anzaigen, und schikht meine frau maimb dainer
frau maimben und dier ein frisches essen willprätt so erst jetzt khumen
ist, pitt dich auch wollest deinen lieben herrn mein lieber her bruedern
von mier gar freundlich grisen und sey du mein liebste frl. schwester von
mier gar ganz freundlich griest und die gnadt gottes sey mit uns allen,
dattum Steyr den 10 tag septemer disses 64 jar
d d w sch w j laz
Ellisabeth von Starhemberg
REGESTEN
Briefkonvolut Starhemenberg
OÖLA FA Starhemberg (Bestand Riedegg),
43
14 Briefe der Juliana geb. Roggendorf (1574-1633), 1592 mit Reichart von Starhemberg (1570-1613) verheiratet, an ihren Mann und an ihren Sohn Gundaker (1594-1652).
Eigenhändiger Brief der Juliana Starhemberg aus Eferding an ihren Mann vom 27.02.1599
Juliana berichtet ihrem Mann, daß die Frau Elisabeth (geb.
Ungnad ihre Schwägerin) und die Frau von Lichtenstein bei ihr waren.
Der Herr Ungnad kommt zu Besuch, sein Koch ist schon da.
Die Frau von Limburg (Ottilia ? Witwe des Rüdiger v. St.) hat
ihr geschrieben ... das die spanninger schon gar in das nasisch gebiet
sein komen undt greulich rumoren ...
Eigenhändiger Brief der Juliana Starhemberg aus Riedegg an ihren Mann in Prag vom 24.06.1599
Juliana bedauert Reichart (der sich im Auftrag der Stände mit
einer Gesanntschaft am kaiserlichen Hof in Prag aufhält, um gegen
die 1597 von Rudolf eingeleitete"Generalreformation" zu protestieren) wegen
seines Kathars und giebt ihm den Rat ... wen ihr mein liebster herr
nur das naigelstup undt das hannife werg auff den khopff bey der nacht
fleisig braucht undt sunterlich so vill mieglich mäßig in essen
und trinckhen halt, es wer sich algemach verzehen welches besser als wen
es gälling fäll ...
Es hat bei Wildberg Streit gegeben wegen zwei Hirschen, die der Pfleger
von Waxenburg (Gera) in ihrem Wildbann, auf der Kreuzwiese, erlegt hat.
Sein Pfleger, der Vierher, wird ihm genauer darüber berichten. Juliana
berichtet, daß die Frau des Georg Erasmus (Tschernembl ?) am 15.6
eine Tochter zur Welt gebracht hat, zu deren Taufe sie nach Linz gereist
ist.Sie wird darauf achten, daß die Bauarbeiten (am Schloß
Riedegg) weitergehen, aber der Meister Antony ist zur Zeit beim Ausbau
von Weinsberg beim Herrn von Zelking beschäftigt. Der (Eiennehmer)
Oberham hat ihr berichtet, daß die Zehentabgabe im Machland ohne
Probleme vor sich gegangen ist (1596-98 Bauernkrieg), die Abgaben sind
sogar gestiegen. Der Oberham meint, daß es mit dem Hafer überall
schlecht steht. Juliana meint, ... hielt ich derwegen nicht fir ratsam
das man mit den habern so ihr mein libster schaz zu verkauffen wilens sehr
eillen soll, doch was mein liebster herr euer will werdt ihr zu befehlen
wissen ...
Eigenhändiger Brief der Juliana Starhemberg aus Riedegg an ihren Mann in Prag vom 28.06.1599.
Juliana ist froh, daß es Reichart (der sich im Auftrag der
Stände mit einer Gesanntschaft am kaiserlichen Hof in Prag aufhält,
um gegen die 1597 von Rudolf eingeleitete "Generalreformation" zu protestieren)
gesundheitlich schon wieder besser geht. Der Oberham ist mit der Einnahme
des Zehents im Markt noch nicht fertig.
Sie erwartet heute den Antony, sie hofft, daß dann die Bauten
(am Schloß zu Riedegg) schneller weitergehen ... in ein acht tagen
soll stuben und khamer fertig sein, sie sezen gleich jetzt die fenster
ain ...
Eigenhändiger Brief der Juliana Starhemberg aus Riedegg an ihren Mann in Prag vom 04.07.1599.
Juliana hofft, daß die Gesandtschafft erfolg haben wird und
Reichart bald heimkommen wird (der sich im Auftrag der Stände mit
einer Gesanntschaft am kaiserlichen Hof in Prag aufhält, um gegen
die 1597 von Rudolf eingeleitete "Generalreformation" zu protestieren)
... unsern kintern geht's gott dem herrn sey lob woll undt steet
auch sunsten im hauswesen ziemlich wie ihr mitt mehrern bericht aus des
pflegers und Oberhamb schreiben das euch hoffentlich schon zukomen ist
werdt vernomen haben, alein das iezt bey uns die arbeit im heu undt der
schnidt genetigt ist und gleich zusamen kompt undt das weter schlecht,
hilff darzu dein will, den es schon 9 tag anananter regnet, das es diese
woch wür wollten wir gern auff dem mittwoch schneitten lassen, den
man umb den markt fast uberal geschniten, gott verlay uns ein glickselige
fexung ...
Sie bedauert, daß die Gesandten noch keine Audienz beim Kaiser
erhalten haben, und fürchtet, daß sie noch lange in Prag bleiben
müssen. Der Herr von Zelking war da und meint, daß der Bau bei
ihnen schneller vorangeht als bei ihm. Morgen kommt der Maler und malt
die Wappen, die sie von Hans Ulrich (Starhemberg) bekommen hat. Der Oberham
hat fast das ganze Robotgelt und die Steuer eingenommen. Der Pfleger Virher
ist von der Hochzeit seiner Schwester zurück und hofft bis Bartlmä
die Abgaben der Untertanen einzubringen. Den Hafer hat er noch nicht verkauft,
da es eine schlechte Ernte gegeben hat und die Preise steigen werden.
Bezüglich der Gerste wird sie den Erasmus fragen was zu tun ist.
Der Wein wird Heuer gut geraten.
... aber da ihr mir doch etwas khauffen wolt bit ich ihr wolt etwas
khauffen das mir und euch nuz und hernach unsern khindern undt in die neuen
zimer tauglich wäre, sey nun was es wole, etwa etwas schens das euch
gefölt undt nicht gar zu teuer wär, bidt wolt den khintern auch
etwas rechts zu khauffen nicht vergessen, aber nur etwas das sie
tragen khienen ...
Die Frau des Ludwig von Starhemberg (Elisabeth geb. Hardegg) ist gestorben.
Eigenhändiger Brief der Juliana Starhemberg aus Riedegg an ihren Mann in Prag vom 06.07.1599.
Juliana beklagt, daß die Gesandtschafft so wenig Erfolg hat
und Reichart deswegen nicht so bald heimkommen wird (der sich im Auftrag
der Stände mit einer Gesanntschaft am kaiserlichen Hof in Prag aufhält,
um gegen die 1597 von Rudolf eingeleitete "Generalreformation" zu protestieren)
... und erfreut mich der türckischen botschafft auff Prag ankhunfft
auch nicht gar vill alein aus besorgung sie werdte ein grose ursach eures
noch langen aussein sein ...
Die Kinder erwarten Reichart schon ungeduldig. Der Neubau zu Riedegg
geht gut voran, der Meister Antony hat fünf Leute eingestellt, die
alle fleißig arbeiten.Das Heu ist eingebracht worden, zum Teil ist
es aber noch naß. Wegen der Gerste hat sie von Eferding (Erasmus)
noch keine Nachricht.
Eigenhändiger Brief der Juliana Starhemberg aus Riedegg an ihren Sohn in Genf vom 26.02.1609.
(Gundaker befindet sich mit seinem älteren Bruder Heinrich
Wilhelm auf Kavalierstour, 19.11. 1609 Genf, 1612 Padua, 1613 Siena)
Juliana freut sich über den guten Fortgang der Studien, wie ihr
der Prezeptor der Söhne Eisenman schreibt. Er soll für das Land
und die Eltern beten, denn sie befinden sich in größter Gefahr
(Bruderzwist, Konföderation gegen Rudolf).
Der erbetene Wexel wird ihnen über den Eisenman zukommen, sie
sollen das Geld aber vernünftig ausgeben und dem Vater darüber
brieflich rechenschaft ablegen.
Eigenhändiger Brief der Juliana Starhemberg aus Riedegg an ihren Sohn in Genf vom 26.08.1609.
(Gundaker befindet sich mit seinem älteren Bruder Heinrich
Wilhelm auf Kavalierstour, 19.11. 1609 Genf, 1612 Padua, 1613 Siena)
Juliana entschuldigt ihr seltenes schreiben mit der Hochzeit ihrer Schwester
Polyxena, aber auch mit den schlechten Briefen der Söhne ... das
euch her Eisenman ein fierschrift fierschreiben muess wie man den khintern
von zwelff jarn pflegt zu thun und ihr bedte die selbigen hiernach nur
abschreibt, welches mir ser übel gefelt, dan man euch ihn der gleichen
sachen nitt mehr fir khinter halten khan ...
Der Vierher ist als Pfleger auf Wildberg vom Hirsch ersetzt worden,
sie sollen seiner Frau in ihren Briefen Grüße ausrichten lassen,
da diese ihnen viel Gutes getan hat. Sie werden wenn sie Heim kommen Riedegg
nicht mehr wiedererkennen, denn die Burg ist ganz umgebaut worden. Es wurde
auch ein schöner Blumen- und Küchengarten angelegt. Ihr ehemaliger
Prezeptor hat geheiratet und ist jetzt an der Lateinschule in Eferding
tätig.
Eigenhändiger Brief der Juliana Starhemberg aus Riedegg an ihren Mann in Prag vom 30.06.1610.
Juliana ist nicht mit der Absendung des Reichart an den Hof in Prag
einverstenden, (das "Passauer Volk" unter Ramee macht das Land unsicher)
... ihn meinem herzen dunkht mich das ihr mein lieber noch nie,
so lang ihr mich habt, kein gefehrlicher reis gethan als diese , nachdem
ihr an ein soligen ort reist da ich vergewis das ihr keinen aingen
gutten freundt ja das haupt (Rudolf II ?) selbst euch zum hegsten
zu wiedter, auch keinen ainigen mitgesanten eures glaubens genosen, ich
khan halt nit gar genugsam schreiben wie schmerzlich und schwer mir disse
reis fierkhompt, ich hab zwar wol starkhen trost von hern Georg Erasm,
von hern Erasm eurem brutter und von hern lantshauptman empfangen, aber
ich weis leitter wol wie es der brauch wen die gefar am gresten das die
trestungen am meisten ...
Juliana berichtet über die schwierige wirtschaftliche Lage:
... sonterlich was das gelt einbringen belangt beklagt sich Milheusl
so woll als diese hie, das er von den untertanen nichts einbringen khan,
er schreibt si sein ihm gestern ihn krieg zogen (Landesaufgebot gegen
Ramee?) der ihm jeter huntert gulten schultig sey, aber er woll an sein
miglichen fleis ehest einzubringen nichts ermiten lassen, das khorn kann
man zwar umb neun schiling wökh geben aber als auf bidt, kein ibriger
habern ist wötter hier noch in Wilperg nit verhanden, maint rentmaister
mitt den so vorhandten wer man schwerlich zur hausnoturfft kleken, der
waiz tregt nichts das volk ist also ihn forcht, lest sich wenig ihn wirtsheussern
findten, doch hab ich heunt zu Galneukhirchen ein grose meng volk auff
den kirtag gesehen, will gern sehen was das qartall ertragen wierdt, die
fierlag sagt raintmaister will er euren befehl nach ehest fir die handt
nehmen ...
Juliana berichtet was ihre Söhne Heinrich Wilhelm und Gundaker
ihr aus Frankreich geschrieben haben.
... der Gundker ist wie er mir schreibt gar khrank gewessen, aber
es ist schon witer bösser sie schreiben mir und bidten so hoch bey
euch mein lieb auszubidten, das sie doch ihn Frankreich weitter reissen
mögten, und ich weis nit anders den ihr habts ihnen schon lang bewiligt
alein das inen die schreiben noch nit zukhomen, ich glaub es
sey meinen arman khintern zugangen das sie den könig nit mer sehen
werdten, weliger leiter wie die zeitung geben schäntlicher weis ist
erstochen worten, mir ist herzlich leidt fier ihn weil er ein gutter regent
gewesen, und das das arm volk all dorten iezt gefärliche zeiten mitt
khrieg wirdt haben.
Juliana berichtet von einer Feuersbrunst bei einem Untertanen:
... hab euch mein lieber her leiter widter von einer prunst eures
armen unertan zu schreiben, der Stainin vatter ist sein haus und drey ross
verbrunen, und ist also ehr und sein inman dem auch ein ross verprunen
und ales was er sunst gehabt auf ainen tag zu betlern worten, wie man sagt
so soll durch sie der Stainin mutter durch ihren unfleis das feuer auskomen
sein, sie sein woll iezt recht arm, unser hergott helff ihnen ...
Eigenhändiger Brief der Juliana Starhemberg aus Riedegg an ihren Mann in Prag vom 01.06.1610.Juliana bedauert ihren Mann wegen seiner Magenschmerzen und sie rät ihm weniger zu trinken. (Reichart weilt am Hof in Prag während das "Passauer Volk" unter Ramee das Land bedroht) Sie schickt ihm eine golden Salbe und ein rotes Pulfer als Medizin.
Eigenhändiger Brief der Juliana Starhemberg aus Wien an ihre Söhne in Siena vom 23.02.1613
(Gundaker befindet sich mit seinem älteren Bruder Heinrich
Wilhelm auf Kavalierstour, 1612 Padua, 1613 Siena)
Juliana teilt den Söhnen den Tod (8.2.) ihres Vaters mit :
... nun es aber dem almechtigen gott also gefalen uns mitt dieser
scharffen
ruetten also heimzusuchen und zu straffen, miesen wir seine väterlichen
zichtigung also mitt gedult stilhalten ...
Eigenhändiger Brief der Juliana Starhemberg aus Riedegg an ihren Sohn in Neapel vom 2.3.11.1613.
(Gundaker befindet sich mit seinem älteren Bruder Heinrich
Wilhelm auf Kavalierstour, u.a. 1609 Genf,1612 Padua, 1613 Siena)
Juliana macht sich Sorgen um das Seelenheil ihres Sohnes, und berichtet
über die Beratungen mit den Gerhaben wegen Erbschaftsangelegenheiten.
Wolgeborner freundlicher lieber son Gundaker, hab dein schreiben
ausgehend Napoli den 13 sptemer den 16 Oktober empfangen, daraus euer aller
gesundt und dein guets arbeiten mitt groser und herzlicher freidt vernomen,
gott wöle dir gnadt verleyen das du soliges ihm werk erzeigest, das
ich ferners den getreuen gott umb dein gesundtheit und langes leben ursach
zu bidten, und ich mich dessen ihn meiner jetzt betrübten und elenten
zeit zu trösten und zu freuen hab, ich hab aber ihn diesen deinen
erbieten das du offter als bisher beschehen schreiben willst schon das
wiederspil erfahren ihn dem du mir von Rom aus nichts geschriben weliges
mich anfenglich erschröckht, wie ich aber deines brutter und m Eisenman
schreiben gelesen und darin deinen gesundt vernomen mit betrübung
gedenken miesten das solige unterlasung alein aus literlicher nachlässiger
weis geschehen, und das kein gedanken bey dir dein betrübte muetter
zu contentiern, wie schmerzlich mier aber soliges von dir virkhompt will
ich dir woll zu bedenken und hinfüro besern fleis und gehorsam gegen
mier und alen denen so dus schultig zu thun ermandt haben, weil du dich
anderst meines mieterlichen segen und gebedts nit beraubt machen, ihn dem
nun diese wochen eurer von eurem gelibten herrn vatter seligen geortnete
testamnetarische hern gerhaben beysamen gewesen die herrschaft raitungen
auffgenomen und durchsehen, und die unerträgliche ausgab so auff euch
nach der landtsoblagen der gleichen sachen gehen, gögen dem einkomen
gehalten und die uberdreffung der ausgab des einemen befundten, haben
sie so woll als ich ursach genumen euch nach haus zu vortern ihn dem wir
auch gern eure erlernung ihn der so langen ausgebliebenen zeit sehen, und
was mitt dem ainen und dem antern ferners zu seiner wolfart firzunemen
erfahren wollten, und ob ich woll als mueter bekenen mues das mich die
lieb gegen euch einmall zu sehen zu heraufforterung bewegt, so ist doch
dasselb nit umb dises allein zu thun, den ich euer person durch gottes
gnadt mitt gesundt sehe, suntern vill mehr das ich dafür halte das
es eurer seln noturfft das ihr aines mals wiedter zu anhörung gottes
worts gebracht, weliges ihr nunmehr ein guete zeit beraubt gewessen, und
euch als christen bey der christlichen khirchen fint und einstelt, mein
mainung ist nit sowoll auch der gerhaben das ihr euer zeit solt und miest
hinfüro bey haus zubringen weil wir ihn dem selbigen euer nuzen nit
firtern khinten sontern euch an ort und endt zu lassen wo es euch und eurem
ehrlichem geschlecht löblich und nüzlich ist, wir also
mitt verlangen und freiten eurer herauskunpfft erwarten,von euren briter
(Caspar
und Erasmus beginnen ihre Kavalierstour) hab ich vor zween dag schreiben
bekhomen sein gotlob noch bey guetem gesundt und fiertrefflichen lob, soln
khunfftigen fruling wils got nach Leiden (imatrikulieren dort am 28.5.1614)
ihn Niterland geschikht werdten, got will sie ferner durch seine giedt
und gnadt regieren und vor alem unglickh behieten, die begerten saim als
melaun von alerlay sälat, artischoke, cartiuol, corty, kholl und vom
allerley hibschen bliemelwerg saimb und kuel wölst mir heraus zuschiken
nit vergessen, und due also dich und deinen brueter und hern Eisenman sampt
uns alle in den schuz und regierung des allerhegsten befehlen,mein schwester
frau von Scherffenberg samst der freylein Susana Regina so sie bey ihr,
her Hans Melerig doktor und die Regina Streinin so bey mir, lassen dich
freundtlich griesen und von mier auch ein mieterlichen grues und verman
und bidt dich nochmals du wolst dies nit lasen ein geringes sein mich zu
betrieben sontern deinem erbieten ein genugsamen volzug tun mitt fleisigen
schreiben, mir deinem hern vettern und hern gerhaben, auch mit überschikung
der beschreibung der reis und mitt gehorsam gegen hern Eisenman und der
brieterlichen ainigkeit gegen deinen bruttern, so wirstu gottes segen und
alle wolfart gewislich zu gewarten haben
Eigenhändiger Brief der Juliana Starhemberg aus Riedegg an ihren Sohn in Neapel vom 26.08.1613.
(Heinrich Wilhelm befindet sich mit seinem jüngeren Bruder
Gundaker auf Kavalierstour, 1612 Padua, 1613 Siena)
Juliana teilt ihrem Sohn den Entschluß der Gerhaben mit, daß
sie ihre Kavalierstour beenden sollen. Juliana berichtet von einer Epidemie:
...von zeitungen weis ich euch anderst nichts zu schreiben als das
ihr kaiser. mayestet mitt sampt senen ganzen hoffstatt ihm landt und das
die selbigen zu Linz resitiren, und das man vermaint das sie den winter
über ihm landt wegen des sehr grossen sterben so es ihn Unterösterreich,
Böhämb und aller orten gibt, verbleiben solen, es will gleich
woll das sterben ihm landt auch etwas anfangen her baer weil die grosse
khelten einfelt werr es der getreue gott mitt gnatten wenten ...
Juliana wünscht sich einen Äffchen:
... und weil ich mir je und alle zeitt ein merkhäzel zu haben
sehr gewinscht also welstu fleis haben ob du mir aines bekhomen khinst
das khlein und nit bös, auch nit zu teuer wär über zehen
maistes zwelff khronen würstu mir keins khauffen ...
Juliana wünscht sich Seidenstrümpfe:
... also weil ich hör das die seiten strimpf darinen wolfeler
als heraust zu bekhomen, wolstu fir mich ein zwey schwarze und etliche
geferbte und sonst was den freylein zu verschenkhen mitt heraus bringen
...
Eigenhändiger Brief der Juliana Starhemberg an ihren Sohn vom 07.07.1616 aus Riedegg .
Juliana bespricht eine Zehentangelegenheit mit ihrem Sohn:
Wolgeborner freundtlicher lieber son Hainrig Wilhalm, zaige dies
dein untertan Mittermair zu Pelnperg ein bestandtman eines hieiger
herschafft gehörigen zehet der Streitreiter gleit genant, khomst zu
mir mit anzeigung wie das ihn abtheilung des zehet bey hiemitt uberschickten
verzeichnet heussern ein ihrsall geb, also das deine leutt ihme nichts
von den selbigen orten wolt vorligen lasen, weiln den ich ihn dem Riedeckerischen
urbar nachgesehen und befint austrücklich darinen sechste theil bey
disen verzeichneten heussern alher gebier, und damit nun baiten herschaften
nichts benumen sontern jetlicher ihr gebier vermieg ihres urbars zuthailt
werdte mueß die auszehetung auff diesen weg beschehen, also
das erstlich das felt durch erst das zehete mäntl ausgesteckt werte,
von solichen gleichen zehet mäntl aber muest hernach die abthailung
beschehen, das der herrschaft Wilperg die zwei theil, der herschaft Riedeck
der sechst und hern Jerger der drite theil geben werten, also auff diesen
weg bleibt jedten theil sein gebier, es giebt bey hieiger herrschaft vill
der gleichen abtheilungen mitt antern herschafften weliges man dort noch
ungewont aus ursach weils so lange zeit einem hern zugehört, khunfftig
aber wuert sich dein diener Burgmilner darin finten lernen, und damit due
ich dich undt uns alle ihn den schuz des allerhegsten befehlen, Riedeck
den 7 July des 1616 Jar
Eigenhändiger Brief der Juliana Starhemberg an ihren Sohn in Wildberg vom 05.08.1620 aus Riedegg.
Juliana giebt ihrem Sohn Anweisungen wie er sich beim Durchzug des
kaiserlichen Heeres verhalten soll um Schaden möglichst zu vermeiden
(am 25. July rückt Tilly im Land ob der Enns ein, am 8. 11. findet
dann die Schlacht am Weißen Berg statt):
Wolgeborner freundtlicher lieber son, mitt winschung aines glickseligen
gueten morgen uberschick ich dir hiemitt salvaguardia abgeschriben das
du ihn notfall bey deinem schlos mäkten gebrauchen khanst, hedt wol
gemaint du solst umb ein gefertigtn bemieht haben den ich sorg disn nicht
genug austragen werten, darnach will ich gewis vermeinen das der zug ales
volck in die Frysatt hie durch gegen soll wolt ich gern das du bedten deinen
märkten befehln last das sieh brot firpachen und bier prauen lassen
und da zu ihnen nichts khompt sih die proviant alher auff Galneukirchen
zu fihrn khunten, und was man hie nit bedurft nach Frystatt, wie den das
jungste patent ausweist gleichfals den unterthanen in der Rietmag was von
viktualien herzugeben ansagen lassen, last alhie ihm markt zwei proviant
heuser auffrichten daraus alle noturft dem volk soll geben werten damit
in Hagg nit alein der pauersman unbeschwert sontern auch der wirt ihm seinem
haus da der soltat ligt bleiben soll, ich hab auch deinem diener gestert
geschribn und begert 4 muht habern alsbalt heriber zu schicken, die zwen
ist man one das her schultig welige von hie aus den stänten ihn deinen
namen geben worten, die zwen aber solstu darleichen die wollten die wollten
wir das widter mitt habern bezallen soll auch ihns provianthaus nach
Galneukirchen geben werten, schick dir auch hiemitt den hunt und las dich
wissen das ich gewisslich sorg er witig wern wirt wan du ihm nit den wurmb
nehmen lest, den er felt alle leutt sonterlich die soltatten an, will khein
auff der stigen die zur wacht gen soln auff und unter gehen lassen, auch
mein gartner gar nit dulten, so beist er auch holz wo er zukhompt, zu Eferding
hör ich geh es nit woll zu darumb das ihr daussent zu ros mit gewalt
ihn die statt woln, ihn eill Riedeck den 5 augusty des 1620 jar
REGESTEN
Briefkonvolut Starhemenberg
OÖLA FA Starhemberg (Bestand Riedegg),
63
Sechs Briefe der Anna Maria geb. Khevenhüller (1585-1629), 1608 zweite Frau Georg Wilhelm Jörgers (1580-1617) und 1619 zweite Frau dessen Vetters Helmhart (1572-1631), an ihre Tante Juliana geb. Roggendorf (1574-1633), 1592 mit Reichart von Starhemberg (1570-1613) verheiratet.
Eigenhändiger Brief der Anna Maria Jörger aus Linz an ihre Tante Juliana Starhemberg vom 12.7.1619.
Anna Maria hat am 2.5.1619 Helmhart Jörger geheiratet und bekommt
am 12.9.1619 in Steyregg ihre fünfte Tochter (nun die erste mit Helmhart)
Anna Magdalena. Am 5.6. war Helmhart einer von sechzehn protestantischen
Adeligen, die in die Hofburg eindringen und von Ferdinand II. politisch-religiöse
Zugeständnisse erzwingen wollen.
Wolgeporne frau frau fraindliche meyn viel geliebte frau maumb,
neben wientschung von gott alle begerten wolfart, sey dier auch mey hertzliebe
frau meyne dreu schultig wielige dienst zuvor sage dier meyn auserwelte
frau dienstlichen hohen danckh fier die grosse gnadt, und bemiehung, das
du mier umb eyn amel so fleysig nachfragst und bemiest, ich hete
wol gern wans mieglich wer eyn ehweyb gehabt, sich aber in der khurtzen
zeyt kheyn miedel das ich miet glengheyt eyne bekhumb, ist mier wol bedenckhlich
das das mensch davon du mier mey liebste frau schreybst schon zwemal unrecht
than hat, hab auch das niet gern gehert, weyl das khint noch so jung, und
sie schon ihr manet zeyt hat, wie aber demb allen, weil sie pues gedan
und so eyn gueten fiersatz hat sich zu bessern, so biedt ich dich mey liebste
frau muemb, schickh miers zu Jacobi auf Steyereg damit ich sie sehen khan
und selbst miet ihr reden, dauget sie mier, so wolt ich schon miedel finden
ihr khint anzubringen, khindt ich den ein ehweyb undertessen haben, so
wolt ich ihr auch schon glengheyt machen, das sie meynt wegen an kheyn
tienst verhindtert wuer, und wolt sie schon miet eyner zerung versehen,
biet dich mey liebste frau, umb hohe verzeyhung, das ich dich miet solchen
comisionen bemiehen mag, schaff mier halt wieter in weh ich dier
dienen khan, so due ichs miet freydten, ich fiercht ich khumb noch vor
10 dagen niet auf Steyeregg, wer doch lieber heyndt alls morgen dort, sie
wollen meyn herren gar niet weckh lassen, sie khumen deyglich in radt zu
samen (Am 16.8. treten die Stände des Landes ob und unter der Enns
der böhmischen Konföderation bei), man hofft wieder gar starkh
friedt, gott gebs miet gnadten, heydt sol der khienigg gar gwies von Wien
aufprechen und auf demb waltag verreysen, gestert ist der obrist von Trautmanstorf
auf der post herkhumen, und reyst voran auf demb waltag, hiemiet sey mey
liebste frau muemb von mier thienstlich griest, und ich thue mich dier,
uns aber alle in gottes gnadt befelhen, Lintz den 12. July a 1619
PS mey freyle Seidel so wol die ander freyle gries ich gar
dienstlich
m.f.m.d.f.v.dienerin
die Jutit Sabina last sich meiner frau und freylen gar schen
pefelchen Anna
Maria fl. Jörgerin
Eigenhändiger Brief der Anna Maria Jörger aus Steieregg an ihre Tante Juliana Starhemberg vom 25.10.1619.
Anna Maria hat erfahren, daß es Juliana gesundheitlich nicht
gut geht, und bietet ihre Dienste an. (Anna Maria galt als eine der Heilkunst
kundige Frau vgl. Czerny)
Eigenhändiger Brief der Anna Maria Jörger aus Wien an ihre Tante Juliana Starhemberg vom 11.7.1626.
Wolgeporner frau frau
meyn gar hertzliebe frau meumb und frau schwester, (1624
hat Anna Marias Tochter Judit Sabina Erasmus den Jüngeren geheiratet,
Sohn der Juliana) neben wientschung von gott alles das so dich in dein
tugensamen gemiedt erfreien khan, bin und bleib ich, dier mey hertzliebe
frau mit dreuen diensten bis in todt verbundten,nit genugsam weisich dier
mein liebste frau alle gnadt und dreu, so du mier und den meinigen auch
iezt mein lieben khint zu seinem endt erzaigt hast, zu verdanckhen und
witter zu verdienen, gott wel diers belonen und mir midel geben das ichs
umb dich und die deinigen witter khan doch lieber in frelicheren ocasion
verdienen, es schmerzt mich ja des lieben khindt (Bianka Ludmilla ?),
das ich in meiner seel hoch geliebt, todt ser hoch, aber meines gottes
gnediger weil ist viel mer zu lieben und den selben mit gehorsamen und
gedultigen hertzen anzunemen, ob wier wol unsser creitz nit allein mit
gedult sundern auch mit freiden von gott solen annemen, so ist es doch
der miederlichen affeccion unmieglich mues also in solichen feyllen die
zeit, das gebet firnemblich aber gottes trost das beste dhuen, mein dreuer
gott der helt mich also in seine creitz bres, das ich ihm die khlein chreitz
mues in gedult befelhen, und hertzlich betten mues, das er miech vor grossen
behieden wel, den das ich mein liebsten hern in solicher gefar hietz wiessen
mues, ist mier iber alls, (Am 24.6.1626 beginnt die Belagerung der
Stadt Linz durch das Bauernheer unter Fadinger. Am 5.7. stirbt Fadinger.
Helmhart Jörger, als Ratspräsident, ist unter den in der
Stadt eingeschlossenen Ständevertretern . Am 21.7. beginnt der Sturm
auf Linz. Am 29. August ziehen die Bauern, nachdem Wels von den bayrischen
Truppen erobert worden ist, von Linz ab.) ich khuemer mier allein umb
sein perschon schier das hertz ab wier miesen ja iner solichen cwal leben
das eins laudder bese zeittungen hört und khein rechter gruendt darbei
wissen khan das eins darbei vergeen mecht, wollte gott ich wär zu
Lientz oder wiensch durch miedel hien zu khummen, es wer mier dausentmal
leichter, wolt gar gern alle gfar mit mein lieben herren aussten, das du
mein liebst frau die Maria Liessel der weil zu dir nemben wielst, bis sie
befelch von ihrem herr vatter, was sie duen solt, bekhumbt erzeigst du
mir ein grosse gnadt und dreu die dir gott neben anderen deinen woltaten
vergelten wel, ich het sie zwar herzlich gern bei mir herunden, weis aber
der zeidt khein miedel wie sie mit siecherheit herab khan, in allweg mues
sie ihrs herr vatter wiellen, was er schaffen wirt, erwarten, heruenten
helt man die landobterenserischen unrueh fier schlecht, weils nuer ein
bauernwerckh ist, es heist wol wer leidt der leidt, wer reidt der reidt,
es ist khein erparmung ihber die unschultigen verhanten, der barmhertzig
gott schickh eyn allmechttiges miedel das one pluet vergiessen alles wieder
zu friedt und rueh gebracht wert, thue mich also dier mein liebste frau,
uns aber alle, in gottes gnadt und hielf befelhen
Wien den 11 July a 1626
d. dreue freindin und dienerin
Anna Maria fl. Jörgerin
Eigenhändiger Brief der Anna Maria Jörger an ihre Tante Juliana Starhemberg vom 12.1.1628.
Anna Maria berichtet von dem Todt eines Kindes:
... es schreibt der hoffmeister wuenter was disser junge herr fier
eyn freidiges gottseliges schens endt genumen, die schensten sprich
auch den 23 psalm bedt, seinen elldern und geschwisterdt cristlich gesengnet,
das sol bilich den ellteren ein grose freidt miten ihm leit erwecken
...
Anna Maria beklagt ,daß sie seit drei Wochen nichts aus Wien
gehört hat, und sie weis auch nicht, ob ihr Bruder Franz Christoph
Khevenhüller schon nach Spanien abgereist ist. (Ihr Mann Helmhart
versucht zu dieser Zeit in Wien den Jörgerschen Besitz zu retten.)
Eigenhändiger Brief der Anna Maria Jörger aus Linz an ihre Tante Juliana Starhemberg vom 22.2.1628.
Anna Maria bittet Juliana noch etwas länger auf eines ihrer
Kinder aufzupassen denn ... so khumbt heynt ein resolucion von ihr mtl.
das man den stenden den termin bis auf den 9 Apriel verlengert, daher mein
lieber herr sein reis auf diesmal einstelt ... Sie würde sich
gern zu Ostern von Juliana 400 fl ausborgen, sie hat einen Gläubiger
auf diesen Termin vertröstet.
Ihre Tochter war auf der Hochzeit der Paradeiserin und bringt einen
Brief mit.
Julianas Sohn Heinrich Wilhelm wird ihr berichten was er und Helmhart
in der bewußten Sache (Streit um Steyregg mit Passau ?) unternehmen
werden.
Eigenhändiger Brief der Anna Maria Jörger aus Wien an ihre Tante Juliana Starhemberg vom 26.7.1628.(Zur Emigration der Jörger und Starhemberger)
Wolgeporne frau frau
mein gar hertzliebe frau schwester, neben wientschung von gott alles
däs so deinem godseliges herz verlangt bin und bleib ich dein dreue
freindien bis in todt, mir hat man fier gwis gsagt du mein liebste frau
seist schon in Esterreich verreist (Juliana emigriert nach Niederwallsee)
daher ich nur die lieben khiender, die ich herzlich gern selbst gessehen,
pesuchen lassen, het ich aber mein liebste frau daheim gewiest, so wer
ich wol mit schweren hertzen firiber khreist, meinen lieben herr hat aber
also geilt das er noch an freidag hat khinen herkhumen, sein erst ums 3
uhr von Galenkhierchen weckhgforn, mein reis auf Wien ist augenplieckhlich
fortgang, pien nur auf ein zufelige gemeinen fuer aufgesesen, hob den her
suen, frau dochtter und meine khinder wolauf gefunden, und also wietter
verlassen, demb allmechttigen sei darumb lob und dankh gesagt, die Maria
Liessel ist for 5 wochen ser ibel auf gewest und hat stetz grossen khopffweh,
daher hab ich sie auf des doctor und der frauen radt auf Patten (Baden
bei Wien ?) ausgstffiert, die frau Gientterin von Hermbsteien (Eva
Regina Starhemberg 1618 Frau des Günther von Herberstein )duet
mir die gnadt und lasts mit ihr ausbaten, ist mir wol ser unglegn gwest
meine khinder allein zu lassen, mein liebsten herren hab ich in seiner
unrichttickheit auch nit allein verlassen khinen, bien also von Wien auf
Buchperg, dort hab ich meinen lieben herrn schon gefunden mit dem ich weitter
ein iberaus bessen weg hereuf bein, sein schier eine gantze nacht in freisteder
walt umb gfaren, aber gottlob ich befindt gleich auf diese reies wol, der
frau Anna Maria (geb. Jörger,1605 Frau des Benedikt Schiefer ?)
gesundthalber
wol, hat viel khinder und wenig darzu, gott helf sie an seel und leib versorgen,
zu deiner reies in Esterreich wiensch ich dir meine liebste frau viel dausent
glieckh, gott geb das du dein frau dochtter und das liebe khint wolauf
fints, die frau Jutut Sabina wart deiner mein herzliebe frau auch mit grossen
verlangen, deine vier herren sien seien hietz alle zu Wien beisamben, der
khlein Heynrich Helmert (Sohn des Erasmus d.J. Enkel der Juliana) ist
ein hertzliebs fruembs schens khindt, hat ein ser guete emel, die frau
ist mit ihr gar wol zu friedten, seien beide feien gesunt, gott erhalts
also, thue mich also meine liebe frau dier neben eynen dienstlichen grues
gar schen befelhen, gottes gnadt mit uns allen, Lintz den 26 Juny a 1628
d.t.f.u. dienerin
Anna Maria fl Jörgerin
REGESTEN
Briefkonvolut Starhemenberg
OÖLA FA Starhemberg (Bestand Riedegg),43
25 Briefe der Elisabeth geb. Ungnad (1578-1631), am 2.2.1598 mit Erasmus II. von Starhemberg (1575-1648) verheiratet, an ihre Schwägerin Juliana Starhemberg geb. Roggendorf (1574-1633).
Eigenhändiger Brief der Elisabeth Starhemberg aus Eferding an ihren Schwägerin in Riedegg vom 24.02.1620.
Elisabeth berichtet von der Angst ihrer Tochter Eva Regina (1618
mit Günther von Herberstein verheiratet) vor ihrer ersten Geburt.
Sie selbst ist gesund von der Reise zurückgekommen, doch (am 9.
April bringt sie ihre Tochter Maria Barbara zur Welt) ... den wyder
bin umgeworffen worden und guett plab fleck hab darvon dragn , doch bin
ich hieran selbst schultich den ich iber starkhes vermanen meines hern
nicht hab wollen absteigen ...
Eigenhändiger Brief der Elisabeth Starhemberg aus Linz an ihren Schwägerin in Riedegg vom 10.03.1620.
Elisabeth versichert Juliana dafür zu sorgen, daß die
Hinterlassenschaft ihrer verstorbenen Schwägerin Margareta, (Frau
des ständischen Landeshauptmannes Sigmund Ludwig von Polheim, Witwe
des Kaspar von Roggendorf, Vater ? der Juliana) geregelt wird.
Der Doktor Reckenbach und der Eisenman hoffen, daß der zu Enns
krank darnieder liegende Heinrich Wilhelm (Sohn der Juliana) bald gesund
wird. Elisabeth bietet Juliana ein Zimmer an, wenn sie zu ihm reisen will.
Die Reise ihres Mannes Erasmus an den Hof nach Wien (er überbringt
am 21.3. die Forderungen der Stände bezüglich Ferdinand II. Huldigung)
verschiebt sich, denn: ... las dich mein hl frau wissen das es sich
mit maines hl hern reis nach Wien wieder zweifflich lest ansehen, dan im
ridterstandt will kainer ziehen, Hans Paull Geyman begerdt ein versicherung
von ständten wan innkunftig ein schatt daraus endn khindt, das in
die ständ on schatten woltn haltn, wär es ein lustige kumysyon
die on gefar wär es würdten sich die im ritterstandt nicht vyll
spreitzen, wierd diese reis verhindert so dauerts gewislich gott dem ich
ja herzlich bit, da es mir nicht zu lieb und dem vatterlandt zum pesten
gereichen soll, er wolle es verhindern, ich her wunder wie erbyttert der
keisser yber dies landt sey, hab gestern vyll mit hern von Tscherneml gerett
und mein herz, warumb mier ob meines hern reis so schwär ist, zimlich
gerämbt, man sagt mier halt der kaisser wer starck zu wissen begern
was die ständt bey dem Wedtlehem Gäbor und künig in Peham
durch die abgesandten haben lassen drackdiern und anbringen, darauff sagt
er mier er sey vyr sich selbst bey dem künig in Pehem gewessen und
audienz gehabt, sey im von ständtn nichts annbefolhen worden, das
wirdt man aber bey hoff nicht glauben, her von Tscherneml sagt offendlich
wan die ständt wolln er woll von herzen gern ziehen, das wär
ich in mein herzen woll zu frytten ...
Eigenhändiger Brief der Elisabeth Starhemberg aus Linz an ihren Schwägerin in Riedegg vom 29.05.1620.
Elisabeth berichtet, daß ihre Tochter Eva Regina zur Zeit
in Graz ist und die dortige Luft ihr nicht bekommt (1618 mit Günther
von Herberstein verheiratet). Heinrich Wilhelm (der Sohn der Juliana) war
bei ihrer Tochter in Graz.
Der Landeshauptmann der Steiermark ist gestorben.
Eigenhändiger Brief der Elisabeth Starhemberg aus Linz an ihren Schwägerin in Riedegg vom 18.11.1620.
(Haushaltsangelegenheiten und Nachrichten von der Schlacht am weißen
Berg)
Wolgeborne frau meine gar herzliebste frau schwester mit allen dreuen
bleib ich dier zu dienen verbunden weill ich leb, hab gleich jez dein schreiben
empfangen, wegen der gens solst du die selbigen gewislich haben so palt
es meine leidt gemest haben, doch verhoff ich es werde dier nicht zu wieder
sein da ich dirs schon gemachter schick damit ichs desto leichter herab
bring, den lebendig sein sy schwer zum dragen und am fiern geschycht inen
palt ein schatt, was den halter anbelangt ist er zudein dienstn breit allein
damit nicht dier und mier bey dem schatweder ein schatt geschycht die fysch
palt lassen abzuhollen, odter da sollichs dein gelegenheit nicht ist so
het die fr Ungnadin ein halter der one des lär ist, darinen halten
sy weidter und wär sich weniger schatts zu besorgen, ich reis gleich
heude heim, auff ein paar dag ist mier post kumen das meiner dochter (Eva
Regina in Graz) kindt nicht woll auff sey, gott geb das es on gefar sey,
von Prag (Schlacht am weißen Berg am 8.Nov.) kumen däglich
post das dem in allen mit einnennung Prag, so ist wie du hier verstanden
hast her Hainrich Wilhelm von Schärffenberg ist gewiß dott wie
auch der Geyman, her Gotthart von Starhemberg ist in starken arest, wie
man sagt last man nimant zu im, der frau und dem freillen Anna Mary hat
man alles das ihre genomen, her Hauck von Scherffenberg ist auch auff den
dott verwundt, solliches alles schreibt der Reichart, so her von Scherffenberg
gewester fendrich, dem hern Gottharten von Schärffenberg,in grosser
eyll kann ich dier merers nicht schreiben, dan allein befilh ich mich sambt
den meinen dier dienstlich, und say sambt dein freillen von mier und mein
hl hern gar dreulich und dienstlich griest, gottes gnad mit uns allen,
dattum Linz den 18 novemer in 1620 jar
d.d.w.sch.u.d.
E.f.v. Starhemberg
Eigenhändiger Brief der Elisabeth Starhemberg aus Linz an ihren Schwägerin in Riedegg 27.10.1621.
Elisabeth übermittelt Juliana Schreiben von den nach der Schlacht
am weißen Berg inhaftierten Verwanten. Heinrich Wilhelm, der Sohn
der Juliana, und ihr eigener Sohn Georg Ludwig haben ihren Mann Erasmus
besucht (In der Burg in Linz bis 1625 inhaftiert). Siegmund Ludwig von
Polheim soll gegen Kaution bald freigelassen werden.
Eigenhändiger Brief der Elisabeth Starhemberg aus Linz an ihren Schwägerin in Riedegg vom 31.05.1622.
Elisabeth berichtet, daß sie nichts Neues über den Ferdinand
Jörger hat in Erfahrung bringen können, die Frauen (im Freihauhs)
wissen auch seit Tagen nichts Neues über seinen Zustand zu berichten
(Er stirbt im Oktober 1622 in St.Pölten). Man sagt, daß die
Frau des Statthalters (Marie Salome Herbersdorff) und die Frau von Gera
ins Bad fahren (Baden ?). Sie möchte wissen ob es wahr ist, daß
die Frau von Greiß bei ihrer Fahrt zur Hochzeit nach Enns (Karl Christoph
von Schallenberg mit der Eva Maria Tschernembl ? vgl. sch-rosina 23) in
der Donau beinahe ertrunken wäre, und alle Kleider naß geworden
sind.
Eigenhändiger Brief der Elisabeth Starhemberg aus Linz an ihren Schwägerin in Riedegg vom 17.08.1622.
Elisabeth berichtet, daß ihr aitam Günther von Herberstein
überraschend zu ihr gekommen ist, ihre Tochter Eva Regina ist aber
schweren Herzens in Graz geblieben, da sie schwanger ist. Ihr Tochter hätte
gerne ein Pfund Zwirn von der Art wie ihn ihr Juliana geschickt hat.
Eigenhändiger Brief der Elisabeth Starhemberg aus Linz an ihren Schwägerin in Riedegg vom 05.09.1622.
Elisabeth berichtet, daß ihrem Mann versichert wurde die comysyon
(Komission gegen die Amtsführung des bayrischen Statthalters Herbersdorff
?) werde das Land wieder dem Kaiser übergeben.
Eigenhändiger Brief der Elisabeth Starhemberg aus Linz an ihren Schwägerin in Riedegg vom 28.09.1622.
Elisabeth klagt über eine geschwollene Wange und Kopfweh, und
meint ... so empfind ich doch das die schwären flys bey meinen
driebsölligen lebm und bekumberten herzen mihr schwärer wern
zu yberwünden ...(Erasmus ist in Linz in Hausarrest, Güterkonfiskation,
Münzverschlechterung)
Der Herr von Freyber ist gekommen und hat berichtet, daß
der Herzog von Bayern das Land noch nicht zurückgeben will.
Eigenhändiger Brief der Elisabeth Starhemberg aus Linz an ihren Schwägerin in Riedegg vom 26.05.1623.
Elisabeth berichtet, daß ihrem Mann die Augen geschwollen
sind und die Pflaster ihm Schmerzen bereiten. Sie drückt ihr Bedauern
über die Einsegnung der Kirche in Zwettel (Pfarre der Starhemberg
im Mühlviertel) aus, und befürchtet das man weitere einsegnen
wird. (Gegenreformation)
Ihr Mann Erasmus hat mit dem Abt von Wilhering über den Streite
mit Heinrich Wilhelm (Sohn der Juliana) um eine Pfarre geredet.
Ihre Tochter Anna Dorothea hat aus Graz geschrieben, und sie weis nichts
von einer Türkengefahr wie man hier im Land redet.
Sie versteht die Klagen der Juliana über das alte Freihaus in
Freistadt, wo sich Juliana jetzt aufhält, aber sie hofft, daß
Gundaker es herrichten lassen wird.
Sie hat gehört, daß man in Prag mit der Konfiskation der
Güter fortfährt und sie befürchtet, daß die Komission
es im Land ob der Enns auch so machen wird.
Eigenhändiger Brief der Elisabeth Starhemberg aus Wien an ihren Schwägerin in Riedegg vom 22.05.1626.
(Bauernkrieg: 20.5. Peuerbach niedergebrannt, 21.5. Herbersdorff
bei Peuerbach von Bauern besiegt.)
Elisabeth bedankt sich bei Juliana dafür, daß sie während
ihrer Abwesenheit (Verhandlungen ihres Mannes wegen Konfiskationen in Wien)
sich um die Kinder gekümmert hat, und die kranke Maria Barbara (1620-26)
bis zu ihrem Tod gepflegt hat.
... wie es mit liebn leichl soll kaltn wern und es auffs wenigste
mein hl her gern säh, deswegen hat mein hl her dein sun her Erasem
zu geschryben, was das särchl anbelang hab ich mein kündern keinen,
so der liebe gott zu sich genomen hat, alls hylzene drychl machen lassen
...
Ihr ist es recht, daß die Kinder in Eferding sind, aber sie weis
nicht ob es dem Pfleger des bayrischen Herzogs (der wegen der Konfiskation
die Starhenbergschen Güter verwaltet) recht sein wird. Sie hält
es in Wien nicht mehr aus.
(Bauernkrieg:)
... es erhebt sich alhie ein geschrä alls solln die
pauern wieder droben etwas anfangen und umb Ascha und Efferding sein, welliches
ich aber nicht glaub, fyrcht es mecht ein ursach sein das weder mein her
noch ich hinauff auff die begrebnis käm ... (Am 24. besetzt Fadinger
mit den Bauern Eferding)
(Am 24.5. hinzugefügte Sätze)
Mein allerliebst frau schwester ich hab das schreiben vorgestern
geschryben undt noch nicht so vyl gewist von den leidigen pauernhendl alls
leider ich gester und heindt her, es ist mier so angst und pang das mier
unmieglich ist mit mein her zu reissn, der schreck hat mier in alle meine
glytter geschlagn das ich nich mall gen kann, man gybt heinde herunden
wie her statthalter sey alles folck erschlagen und Peurbach auch Neydtharting
sey abbrandt, gott geb das es nicht sey ...
Eigenhändiger Brief der Elisabeth Starhemberg aus Wien an ihren Schwägerin in Riedegg vom 29.05.1626.
(Bauernkrieg: 20.5. Peuerbach niedergebrannt, 21.5. Herbersdorff
bei Peuerbach von Bauern besiegt, Fadinger besetzt Eferding und Wels, 24.6.
Belagerung von Linz)
Elisabeth sorgt sich um ihre Kinder in Eferding, ist aber froh, daß
sie nicht in Linz sind, da ein Heer dorthin unterwegs sei (erst am 23.7.
kommt Löbel mit 2000 Mann ins Land).
Der Mühlheusl (Bayrischer Pfleger in Eferding ?) soll bei den
Bauern sehr verhaßt sein, sie dankt Juliana, daß sie zwei Truhen
in Sicherheit gebracht hat.
Elisabeths Einschätzung des Krieges von Wien aus:
... alhie halt man den auffstandt der pauern nicht so vir gefärlich,
ich drag woll sorg es wer den guettn pauern ybl gen ...
Gerüchte:
... sy haben mit dem kündern schon einmall darvon wollen so
hab es inen an der firer gemangelt, ich her sy haben uns ein ganzn zug
weck undt woll 3 rindt auch vyll wein ausgedrunkn ...
Eigenhändiger Brief der Elisabeth Starhemberg aus Linz an ihren Schwägerin in Riedegg vom 30.09.1626.
(Bauernkrieg: 20.5. Peuerbach niedergebrannt, 21.5. Herbersdorff
bei Peuerbach von Bauern besiegt, Fadinger besetzt Eferding und Wels, 24.6.
Belagerung von Linz, 22.9. Löbl besetzt Steyr, 27.9. Übergabe
von Wels an Löbl, 29.9. Ende der Belagerung von Linz)
Elisabeth hat in Enns erfahren, daß die Eva Elisabeth an der
roten Ruhr erkrankt ist.
Sie ist mit der Frau des Weikart (von Polheim) und ihren Kindern von
Wels nach Linz gereist, aber ihr Mann ist schon wieder zur kaiserlichen
Kommission nach Enns gereist. Vor Linz hat sie das Elend gesehen das der
Krieg verursacht hat.
Eigenhändiger Brief der Elisabeth Starhemberg aus Linz an ihren Schwägerin in Riedegg vom 07.04.1627.
Elisabeth giebt ihrer Hoffnung ausdruck, daß Juliana zum Linzermarkt
kommen wird, es sind schon viele Kaufleute hier, wie das Geschäft
laufen wird, wird man sehen. Sie bittet Juliana ihr die Schlüssel
zum Gewölbe im Landhaus (ihre Fahrende Habe wegen Emigration ?) zu
schicken, da sie wegen des Losensteinschen Gesindes die Kammer in der ihre
Kinder geschlafen haben, räumen muß, und sie ein gätterpettl
heraus nehem will.
Eigenhändiger Brief der Elisabeth Starhemberg aus Linz an ihren Schwägerin in Riedegg vom 29.04.1627.
Elisabeth fürchtet sich vor den Kommissaren, die über
ihr und ihres Mannes weiteres Schicksaal entscheiden sollen. (Am 22.4.1627
teilen die kaiserlichen Kommissare Abt Wolfrat und Georg Teufel den Ständen
mit, daß wer nicht katholisch werden will das Land verlassen muß)
... was mier dies fier ein herzenleyd verursacht ob ich zwar auch
gern hoffet undt das gewisse verdrauen zu mein gott hab er werde noch ein
gnädiges myttl schikn das ihre mayestatt die scharffe resolluzyon
ändert, so her ich doch leidter das die cumysary schon auff den weg
sollen sein ...
Eigenhändiger Brief der Elisabeth Starhemberg aus Linz an ihren Schwägerin in Riedegg vom 21.02.1628.
(Emigrationsvorbereitungen)
Elisabeth bedankt sich für das Angebot bei Juliana auf Riedegg
zu wohnen, (Konfiskation der Güter des Erasmus, u.a. Eferding) aber
ihr Mann hat mit seinem Bruder Paul Jakob ausgemacht, daß sie in
seinem Schloß(Schönpichl? VOWW) wohnen werden.
Sie hat von der Frau Seemann und der Schieferin Körbe aus Wallsee
erhalten (für die Übersiedlung ?). Die Frau Jörger ist nach
Steyregg abgereist.
Die Anna Dorothea schreibt, daß ihre Tochter (Eva Regina) ein
Kind bekommen hat. Maria Elisabeth war bei der Hochzeit der Paradeiserin.
Der Herr Weikart von Polheim, der aus Prag zurück ist, meint,
daß ihr Mann nicht viel mehr beim Kaiser erreichen wird, als einen
Aufschub zur Auswanderung bis 9. April.
Eigenhändiger Brief der Elisabeth Starhemberg aus Linz an ihren Schwägerin in Riedegg vom 22.02.1628.
(Emigrationsvorbereitungen)
Elisabeth hat heute die kaiserliche Resolution (Ausweisungspatent ?)
bekommen, ihr Mann und der Herr Jörger werden darin namentlich genannt.
Die Frau von Gera hat sie zur Taufe eines Kindes eingeladen.
Eigenhändiger Brief der Elisabeth Starhemberg aus Linz an ihren Schwägerin in Riedegg vom 29.02.1628.
(Emigrationsvorbereitungen)
Elisabeth wünscht dem Vater der Juliana den Beistand Gottes, damit
sich dieser vom Statthalter nicht überreden läßt katholisch
zu werden.
Sie bietet der Juliana an im Bett des abwesenden Erasmus zu schlafen,
wenn sie her kommt, um die Frau des Wolf Jörger vor ihrer Emigration
noch einmal zu sehen.
Sie hat gehört, daß es in Schönbichl schwer zu hausen
sey , denn die Stiegen sind sehr steil und sie will nicht immer im
Zimmer bleiben.
Eigenhändiger Brief der Elisabeth Starhemberg aus Gstetten(au) ? an ihren Schwägerin in Riedegg vom 16.06.1628.
(Emigrationsvorbereitungen)
Elisabeth berichtet, daß die Margareta (Ihre Tochter ?) noch
immer große Schmerzen hat und sehr abgenommen hat.
Die Frau Jörger ist mit ihrem Mann (Helmhart ?) nach Wien, will
aber zum Begräbnis der Schieferin wieder da sein.
Sie giebt ihrer Hoffnung Ausdruck, daß Juliana, die wegen ihrer
Ausweisung in Linz vor dem kaiserlichen Administrator (das Land ob der
Enns wurde am 5.5.1628 aus der bayrischen Pfandschaft wieder den habsburgern
übergeben) dem Herrn von Salaberg (Hans Heinrich von Salburg zu Salaberg)
erscheinen muß, im Land bleiben kann.
Eigenhändiger Brief der Elisabeth Starhemberg aus Gstetten(au) ? an ihren Schwägerin in Riedegg vom 22.08.1628.
(Emigrationsvorbereitungen)
Elisabeth berichtet, daß ihr Mann vom Hofmeister ihres Sohnes
(Johann Reichart, der sich offenbar mit einem Scherffenberg auf Kavalierstour
befindet) aus Rom einen Brief erhalten hat, dem ein Brief des Fetters
der Juliana, eines Herrn von Scherffenberg, beigelegt ist. Ihnen geht es
gut und sie haben den Papst gesehen.
Elisabeth berichtet von den Schwierigkeiten nach dem Abzug der bayrischen
Pfleger von ihren Herrschaften Eferding und Gstettenau :
... da mier das fiech zu Efferting nicht wirdt so versint sich doch
der Curfyrst nicht allein an mier, sundtern an den armen leidtn, den ich
darmit zum däll helffen kündt, es hebt sich ja ein sollichs leitn
das sie mier im herzen erbarmen das ich inen nicht helffen soll, und da
ich nicht des gesindts halben mieste fierhaben wolt ichs alles verlassen,
undt das ich one des bey so wenigen fich nicht vyll sameln kann gen kauffen,
was die armen leidt, seidther es inen genomen ist worn, wieder bekhumen
haben, hat inen der pfleger, der warlich yber die mas ybl mit den underdanen
ist umgangen, an den ausständen wieder genomen, und hat woll
an 10 rinder, 8 schaff, 3 ros, 2 oxn, 30 hiener weckpracht, ist etwan ein
halbs jar dagewest, gott verzeih ims, ich hab nicht mer als zwe hanen,
das ist all mein viech, zwar hab ich des habern nicht, weis nicht wern
sy mier von Efferting noch eins lassen, bey ein pauern dem hab ich etlich
copauner gebn ehe ich weckgeschafft bin worn, die hat man mier erhalten
...
Eigenhändiger Brief der Elisabeth Starhemberg aus Linz an ihren Schwägerin in Riedegg vom 24.04.1629.
(Emigrationsvorbereitungen)
Elisabeth berichtet Juliana, daß sie die 6 Lot und ein halbes
Quintl Silber bekommen hat, sie wird den Münzenschmied fragen, ob
er es sich zu münzen traut und was es kostet. Dem Hans Reichart geht
es wieder gut, aber der Doktor Springer hat noch nicht gesagt, wann er
die Kur beenden kann.
Die Frau von Stubenberg soll gestorben sein, was sie nicht glaubt,
aber die Frau des Karl Teufel ist sicher tot.
Eigenhändiger Brief der Elisabeth Starhemberg aus Wien an ihren Schwägerin in Niederwalsee von 11.09.1629.
(Emigrationsvorbereitungen)
Elisabeth berichtet, daß ihr Mann krank ist ... und duett
kain deytt one sundern grossen schmerzn, es ist mier ser angst und pang
sunderlich desthalben das er so ser ybl darbey sicht, besorg es wird ein
mangl so er an der nieren hat bedeytten, zu kein dokter hat er kein lust
waill man kein uncattolischen prauchen darff ...
Sie weis noch nicht ob die Bemühungen ihres Mannes um die Verschiebung
des Ausreisetermines erfolgreich waren.
Sie berichtet von Verkaufsverhandlungen : ... von dem verkauff Riedeck
(Witwensitz
der Juliana) gybt es hie allerley disgursch und wird der frau von Haim
solliches nicht gunndt, eins dälls wollens vier ein scheinkauff haltn,
man sagt her von Meggau begerts umb 10000 merers als die frau von Haim
darum zu geben, ich schreib es aber dier nur wie ichs her und vier ein
wienerische zeitung und vier kain gewishait, her es hab auch her landtmarschal
ein aug darauff die weil aus dem kauff mit Schwarzenau welichs er hat kauffen
sollen nichts ist daraus worn, daher er soll vermelt haben er gedrau im
von seiner schwester Riedeck woll zu bekumen, habs aber auch von im selbst
nicht ...
Elisabeth möchte wissen wie lange sie noch in Walsee bleiben wird,
weil sie die Juliana dort zu besuchen will.
Eigenhändiger Brief der Elisabeth Starhemberg aus Linz an ihren Schwägerin in Niederwalsee vom 11.10.1629.
(Emigrationsvorbereitungen)
Elisabeth bietet Juliana an bei ihr in Linz zu wohnen. Sie weis nicht
ob die Frau des Gotthard (Witwe ? Benigna von Preysing) zur Hochzeit ihres
Sohnes (Heinrich Wilhelm mit Franziska von Lamberg ?) kommen wird. Der
Paul Jakob (1560-1635) hat vor mit seinem Frauenzimmer aus Wien zur
Hochzeit zu kommen.
Eigenhändiger Brief der Elisabeth Starhemberg aus Wien ? an ihren Schwägerin in Niederwalsee vom 09.11.1629.
(Emigrationsvorbereitungen)
Elisabeth berichtet über die merkwürdige Krankheit ihres
Mannes, die sie und die Ärzte zuerst für Cyattyyä, aber
da ihm die Füße geschwollen sind, befürchtet sie, daß
es Wassersucht ist. Sie selbst leidet noch an der Podagra. Ihre Töchter
und die Eva Lisl haben die fleck gehabt.
Sie freut sich über die gut verlaufene Niederkunft der Schwiegertochter
der Juliana (Anna Sabina geb. Dietrichstein, Frau des Gundaker mit dem
Sohn Erasmus).
Juliana meint, daß der Verkauf der Herrschaft Riedegg gut verläuft,
aber die Frau von Haim ist eine in Kaufangelegenheiten erfahrene Person
die auf ihren Vorteil schaut. Ihr Sohn Heinrich Wilhelm wird sich am Verkauf
von Eferding orientieren können.
Elisabeth berichtet von Bekehrungsversuchen an ihrem Bruder Herrn von
Roggendorf:
...der cardynal Diettrichstein hat in wegen seiner weibsguett nie
viergelassen,
man erzäll hern von Rogendorff er wer wenig richten, man merkt an
hern von Rogendorff das er zu hohen sachen dauget, man zaygt im auch schon
das raich der welt undt gybt im mit hohen diensten verdrestung, ich besorg
woll wie er sich bisher bedragen hat, er dredt auff die andter seiden,
gott geb das ich mich hierin betrieg ...
Elisabeth warnt die Judith (Schwiegertochter der Juliana ?) wegen einer
falschen Krankheitsdiagnose : ... das mier bey ihren schen gestalt recht
leidt umb sy ist, ich hab selbst von ihr geherdt sy mag woll essen, schlaff
und ist hybsch geferbt, allain in der seidn due ihr etwas weh, das halt
ich vier vierwandt, ich fircht es wer sy ain mall reuen den wie ich versteh
so hab der dokter ihr lauder erzney gebraucht die öffnen, darvon khumbt
gern die starkhe verfliessigung welliches ich an mier erfarn hab, undt
ist nicht so leicht zu stillen alls zu dreiben ...
Elisabeth hofft von Juliana zu erfahren, wo ihre zwei Truhen geblieben
sind, vor Julianas Emigration waren sie mit der Fahrnis des Kaspar von
Starhemberg in Riedegg.
Eigenhändiger Brief der Elisabeth Starhemberg aus Wien an ihren Schwägerin in Niederwalsee vom 11.12.1629.
(Emigrationsvorbereitungen)
Elisabeth berichtet, daß es ihrem Mann besser geht, er kann schon
alleine gehen. Auch hat ihre Podagra zur Zeit nachgelassen. Sie beklagt
sich, daß sie hier in Wien einen unnötig großen Haushalt
führen muß, und freut sich schon auf den Frühling wenn
sie wieder abreisen werden.
Sie hat gehört, daß der Herr von Kuefstein Landeshauptmann
im Land ob der Enns werden soll (Hans Ludwig Kuefstein 1630 LH).
Sie berichtet vom Tot des Bethlen Gabor: ... der Wedtlehn Gäber
ist ein mall dott, sein gemahl sagt man sey cattolisch aus ursach das sy
sich besorgt der kässer sties sunst von regimend und bekriegts
...Sie berichtet von einer konvertierten Verwanten: ... ich khan dier
mein hl frau schwester nicht genug beschreibn wie eyffrig und andächtig
sich die frau Ludwigin von Starhemberg in jeziger religon erzeigt, aber
ich hab mier viergenomen kein wordt derendtwegen mit ihr zu redtn ...Von
der Judith Sabina hat sie gehört, daß die Frau Haim sich über
die Frau Strein beklagt hat, da sie all Fahrnis ( von Riedeck ?) weggebracht
oder verkauft hat.
Der Kaspar von Starhemberg hat bei den Verkaufsverhandlungen die Frau
Heim sehr unterstützt, so daß sie glaubt er habe die Absicht
diese selbst oder eine Tochter zu heiraten.
Briefkonvolut Starhemenberg
OÖLA FA Starhemberg (Bestand Riedegg),47
18 Briefe der Judith Sabina geb. Jörger (1604-1630), am 4.6.1624 mit Erasmus den jüngeren von Starhemberg (1595-1664) verheiratet, an ihre Schwiegermutter Juliana Starhemberg geb. Roggendorf (1574-1633) und ihren Schwager Kasper (1598-1646) und Heinrich Wilhelm Starhemberg (1593-1675).
Eigenhändiger Brief der Judith Starhemberg aus Linz an ihre verwitwete Schwiegermutter in Riedegg vom 25.06.1624.
Judith bedankt sich bei Juliana für die Gerste und den
Gries. Sie hat in Linz 3 Fuhren Heu erhalten, von Enns will sie 4 weitere
holen. Die Fässer die sie von ihrer Mutter (Stievmutter Anna Maria
Jörger geb. Khevenhüller) für Wein erhalten hat, kann sie
nicht verwenden, da diesen ein schlechter Geschmack anhaftet.
Eigenhändiger Brief der Judith Starhemberg aus Linz an ihre verwitwete Schwiegermutter in Riedegg vom 1624.
Judith bittet Juliana den Kaspar (Starhemberg 1598-1635, Schwager)
daran zu erinnern, ihr einen Teil der 30fl, die sie ihm geliehen hat, zu
schicken, da der Rentmeister keinen Kreuzer dagelassen hat.
Eigenhändiger Brief der Judith Starhemberg aus Linz an ihren Schwager Kaspar in Riedegg vom 15.2.1624.
Judith versichert dem Kaspar seine Sache (Darlehn, Heiratspläne
?) zu fördern, und versichert ihn ihre Gewogenheit.
Eigenhändiger Brief der Judith Starhemberg aus Linz an ihre verwitwete Schwiegermutter in Riedegg vom 10.09.1624.
Judith will von Juliana wissen, ob sie zum Begräbnis des Herrn
von Neuhaus kommt, die Hildebrandin will auch hinkommen. Sie bittet ihre
Schwiegermutter in Wildberg wegen eines Leiterwagens nachzufragen, denn
sie braucht ihn dringend.
Eigenhändiger Brief der Judith Starhemberg aus Wien an ihre verwitwete Schwiegermutter in Riedegg vom 14.01.1629.
(Erasmus der Jüngere befindet sich mit seiner Frau am Hof in
Wien um gegen das Restitionsedikt und die Konfiskationen etwas zu unternehmen)(Judith
teilt Juliana mit, daß sie vermutlich schwanger ist)
Wolgeborne frau frau
mein hoch gebidtente herz liebste frau muetter, derselben verobligierdte
dienerin pin ich solang ich löb, gott las sie mein liebe frau muetter
in glikh löben und mich in ihrer gnad, ich hab nit unterlassen wölen
mich durch dis priefel meiner lieben mueter zu pefehlen und erintere die
selbig das es mir gott lob noch wol gedt, ich pefindt mich auch iezt mit
mein magenweh ganz wolauf und lies dös stedige pröchen so ich
droben embfunden nach, also das ich hof ich werde in ein 14 dagen oder
3 wochen löbendigs embfinden, es ist mit mir meiner reitung nach in
der 14 wochen, (Judith berichtet Juliana vom Faschingstreiben am Hof
) von zeitung was iezo hie gibt hat mir heind die frau Erasambin (Elisabeth
geb. Ungnad) gesagdt, hab sie die frau muetter erinert, man rist sich
hie starkh zu einen fuesdurnir der in 4 wochen wern sol, so wird auch gar
ein schens khenigreich zu hof gehalden wern, unser vötter her Weikart
von Starhemberg (1605-1648, Neffe des Mannes der Juliana) ist khinig
worn, die freilen alte hofmeisterin, die frau Formendin khinigin, der jung
her von Harach nar, die andern embder weiln der one zal fil khan ich in
warheit nit perichten weil ich sie nit in der gedechtnus pehalden hab,
(Sie
berichtet von ihren Unternehmungen am Hof bezüglich der Konfiskationen)
vergangen sambstag pin ich zu hof gewössen hab der kheiserin (Eleonora
geb. Gonzaga, zweite Frau Ferdinands II) umb unser pedision witer den
rokh gekhist und sie in die föhsper pegleid, sie hat die obriste hoffmeisterin
gefragdt obs dö von Starhemberg sey die ihr den sumber hab mit den
grosen pauch ein publizion iberantwort, drauf sie von ir geandwordt, heidt
pin ich mit unser frau Erasambin pey der gräfin von Mögau und
frau obrist khamberin gewössen, sie ist gar peseidnlich und verninftig
in ihrn disgurschen, und in warheit es mues also sein den wer wil hir zu
Wien predensionen suchen der mues leiten, schweigen, höflich und gedultig
sein, ich mach iezo zöhen referensen fir den von Harach, das er so
höfflich ist und zidirt uns das haus witer, (Judith erzählt
Juliana von Konversionen und Hofklatsch) mein auserwölte frau muetter,
ich hof sie hab schon for ödlich dagen ein schreiben von mir embfangen
daraus mein glikliche herabkhunft wird vernumben haben, es ist uns wol
zu radten gewösen das wir auf dem wasser herab sind, die frau
Erasambin die kann nit genug sagen was fir ein pesser wäg gewössen
ist, das die frau Dudl von Althamb (Wandula von Altheim ?) pepstisch
worden wird sie wissen, und nur so liederlich und in ein augenblikh hat
sie sich das resolfiert, man wils von hern Jörg Achaz (von Losenstein
?, Hofmarschall) auch sagen und zweifelt mir nit das er der frau Dudl
folgen wird, den sie lieben peide ser hoch aneinander, es soll zwar ein
kheimbe lieb sein und mörkhts nimbt als die ganze weldt, doch khan
sies weniger pergen als er, den hern Hans Ernst ist sie versprochen und
so lang er löbt khan sie wol khein andern nemben, sie ist mit ihrn
liben gleich so verstendig als mit ihrn glauben, (Judith berichtet
von den Konfiskationsverhandlungen) recht fil leit denkhen hie meiner
frau muetter und wo man sich ihrer erindert richt ich alendthalben
gries und pefelh aus, von unser predension khan ich meiner lieben
frau muetter noch nichts perichten, sie gedt langsam her, gott gäb
aber gnadt das ich ir paldt fir uns alle ättwas erfreiliches schreiben
mög, die abgesandten aus dem land ob der Enz sind noch nit hir werden
aber deglich erward, mein her vatter hat heind witer auff ein anbringen,
so er in seiner sachen ibergöben, ein schlechten pescheiht und verweis
pekhumben, gott helf im und wäre seinen witerwerdigern, (Judith
bittet Juliana um Rebhüner für ein Gastmahl) mit diessen will
ich fir dismals schlissen und mein liben hern und mich in ihr gnadt ganz
underthenig zu pefelhen mit pit mein liebste frau muetter las uns nit pei
ir verdrisen, mein liebe freile Rögel gries ich zu daussenmal, und
las sie wissen das ir frau Femia von Puechheim hie gar ein schlechts lob,
wöliches mir ein freid und ir ein leid verursacht, pit mein libste
frau muetter im fal sie was von röbhienern mir mit ein 3 zu verhelffen,
es haben sich hofffrelen pei mir zu gast geladen, mein lieben hern
Chaspar gries ich zu dausenmal und las in wissen das er und ich auch mein
lieber her khein pisl mer pei der Chelleitin geldten, ich hab mir ir gnadt
schon aus den sin geschlagen und das hof ich wer er auch dein, due mich
also meiner lieben frau muetter pefelhen und pleib ihr dreu und khorsam
khind pis in mein grab, mein liben Reichardl pit ich göb sie ein pusl
von mein wögen und pleib ebig m. lieben frau m. Wien den 14 January
Eigenhändiger Brief der Judith Starhemberg aus Wien an ihre Schwiegermutter in Riedegg vom 31.7.1629.
Judith berichtet von der Krankheit ihrer neugeborenen Tochter (Juliana
Maria), die keine Milch verträgt. Sie berichtet vom Besuch bei Elisabeth
die gerade ein Kind verloren hat:
... sie pefind sich in ihren pedt zimblich wol, so schikedt sie
sich auch in die petriebte zeitung ihres lieben khins dot gar verninftig,
auch in des heren gieden abfal, glaubt sie sey des kreiz schon so gar gewendt
das ihr das leiten ein degliche speis ist, um die lieben kinder sol man
sich wol zwar nit pedrieben in disser warn verfolgns zeit, sundern gott
mer drumb dankhen, aber der öltern herz khan gleich wol nit lassen,
freilich sol eins die seinigen liber dot wissen, als das sie rechte erkande
warheit verlaugnen, wie iezo fil meschen dein ...
Sie versucht Konversionen zu verhindern:
... der Hans Wilhelm (1601 geb. Sohn des Hans Ulrich von Sterahmberg
?)ist iezo hie, pefind sich gar offdt pey uns, mit dem hab ich allerlay
geistlich disgurs, erman in hoch zur pestendikheit und mach im die höl
heis genug, gott erhald in umb seiner ehr willen pey der pekhanden warheit
...
Judith macht sich um ihr Neugeborenes Sorgen :
... klag meiner lieben frau muetter das mir mein Julia Marie gar
ser ibel auff gewösen. Haob miesen for zwei dag emel wegseln, hat
wenig gespin gehabdt, und der dokhtor hot ir gespin sunst auch nit mer
fir dis subdile meidl pasirn wollen, mit der pin ich gleich zu friten,
hat dapfer zu seigen, ist ir khind erst 5 wochen aldt, habs witer zu ein
anders weib lassen lögen, mus firdl jar 10 fl göben, aber die
alte eimel khan wol nit darfir, sie hat sunst das ihrige dreulich dan ...
Der Gundaker ist auch wieder in Wien, war aber mit dem Versuch eine
Audienz zu erhalten nicht erfolgreich.
Von Judith beigelgter Zettel:
Sie drückt ihr Bedauern darüber aus, daß Juliana Riedegg
verlassen muß, sie wird ihre Brüder daran erinnern, dagegen
etwas zu unternehmen. Paul Jakob hat angeboten sie für eine Weile
in Schönbichl aufzunehemen, sie kann aber auch zu ihr nach Wien
kommen. Der Juliana Maria geht es schlechter, sie hat Fieber.
Eigenhändiger Brief der Judith Starhemberg aus Wien an ihre Schwiegermutter in Riedegg vom 23.8.1629.
Judith berichtet vom Tot ihrer Tochter Juliana Maria:
... gott dankh meiner lieben frau muetter fir den schen drost so
sie mier in ihrn schreiben gibdt wögen ableibung meines lieben khind
selligen, weniger ist nit als das sie zu dissen mieseligen zeiten die pöser
versorgung pey ihrn gott haben, aber der öltern schmerzen und empfinden
pleibt nit aus, und mus bekhenen das es mich wol in meiner sel geschmerzt,
ich mues mir aber den willen meines gottes gefallen lassen, die amel hat
wol kein schuldt, hat das ihrige in dem sies khindt noch an ihrer prust
gehabdt und auch hernach dreulich dan, habs aber aufs dokhter radt, weil
er vermaindt die gespin sey zu aldt, wegseln misen, und hab hibs saubers
mensch hie pekhumben dern khindt erst 5 wochen alt pekhumben, der ist in
ödlich dagen die gespin so gar verlofen, das khein dropfen, mit allen
dem was man ihr zu mehrung der gespin praucht hat, haben khinen, der docktor
hat haben wöln ich sols witer an eine andere lögen, so hat mir
aber die frau von Polhamb und andern frauen geradten ich sols spenen, darauff
ichs in gottes namben gewagdt, so ist sie ein 10 dag so fein auff, das
spenen wolauff gewösen, das ich mich von herzen gefreidt, das reisen
und alles hat nach gelasen, in einer nacht pekhumbt sie mir ein durch pruch
und khumbt das inwendig freisel darzue, das hat in wenig stunden endt gemacht
...
Juliana soll ihren Sohn Georg Reichart zu ihr nach Wien schicken wenn
er ihr Ungelegenheiten macht, da sie für sich selbst eine Unterkunft
suchen muß.
Eigenhändiger Brief der Judith Starhemberg aus Wien an ihren Schwager Kaspar in Riedegg vom 6.9.1629.
Judith bittet Kaspar die Pferde mit einem guten Knecht zu ihr zu
schicken. Sie verspricht für ihn nach einer reichen, schönen
und frommen Frau Ausschau zu halten.
Der Kaiser und die Kaiserin haben das 4 deglich fiber , deswegen ist
das Ringlrennen abgesagt worden.
Zusatz von Erasmus: ... mein dir glihenes buech Robbertum Abbatum
Oxoniensem wöllest fleissig lesen, und mir wieder mit herabzubringen
nit vergessen...
Eigenhändiger Brief der Judith Starhemberg aus Wien an ihren Schwager Heinrich Wilhelm vom 18.9.1629.
Judith berichtet, daß ihr Mann mit dem Kaiser unterwegs ist.
Sie bittet ihn um Geld, und bedankt sich für den weißen Rock.
Sie hat viele Neuigkeiten gehört, weis aber nicht was davon wahr ist.
Judith will eine Heirat vermitteln: ... her oberist von Difenbach
gibt ein gallani pay der frau Rewöga, pit dich durch gott mein herz
nimb dein glikh in acht, du khanst in noch verdringen, ist gott weis dein
glikh und dir ein er, das weis der högst, das ich dir gern gunet,
hald nur das ich find das ihr wolfard wer, den was khüm ich mich sunst
umb dein heiraten, ich hab wol mer darfon wanst also verökhst
...
Eigenhändiger Brief der Judith Starhemberg aus Wien an ihre Schwiegermutter in Niederwalsee vom 28.11.1629.
Judith kritisiert den Arzt wegen der Krankheit ihres Sohnes Georg
Reichart (1626-47):
... allein unser lieber Jörig Reichardl will hald noch gar
nicht recht auff richten, er ist so abzördt, mager und pleich, das
er eimb in herzen erbarmbdt, will in der hiege luffdt gar nit daugen, der
dokhter hat mir disse dag unders gesicht gesagt er khunb nit darfun, er
hab die dör am hals, ich prauch noch fordt dös dokhters midl,
mein her wils durchaus haben, ich soll alles mit dem khind dein was der
dokhter will, ich weis het ich in disser zeit guette haus midl derfen brauchen,
was mir die frau muetter und andere guette frauen geraden, ich wold ihn
schon gesund haben ...
Judith berichtet von Glaubensgefahren:
... die alt frau (Elisabeth geb. Ungnad ?) kumbt herab und
pegert an hern Paul Jagob er soll sein jingste dochter fl Warbara Chonstanssia
(1619-1665)
hinauff lassen (Regensburg), sie wolts gern der jungen frau der
Eva Rögina göben, so hat ers gleich in willens khinfftigen ostern
hinauff zu sikhen, wie ich den fir mein deil starkh darzue radt und hilff,
den der vatter ist nunmer ein ibermiehtiger man, und wan er sterben sol
were seine dochter in högster gefar wögen ihrer khadolischen
schwöstern, den die stubenbergerischen khinder der frau Paul Jagobens
(Dorothea
geb. Thannhausen, 1595 erste Ehe mit Georg Hartmann von Stubenberg)
san nunmer alle papbstisch ... Die Frau von Althaim (Dudl),
die etwas eingebiledt ist obwohl sie an Schönheit schon eingebüßt
hat, läßt ihre Schwester Regina grüßen.
Eigenhändiger Brief der Judith Starhemberg aus Wien an ihre Schwiegermutter in Nieder Wallsee vom 3.1630.
Judith berichtet, daß ihr Sohn Georg Reichart wieder gut schläft
und ißt, aber noch immer sehr schwach ist. Sie ist mit der Amme,
die ihr Juliana mit Hilfe der Frau Jörger besorgt hat, sehr zufrieden,
aber diese verlangt 16 fl im Jahr.
Judith ist wieder schwanger:
... empfind schon ein 14 dag löbendigs khindt und reit mir
gleich zu end dös sebtember aus, mein liebste frau muetter pit ich
umb die gnad, weil die frau von Neuhaus (Regina ?) mein lieben hern verdrestung
göben sie wolle mir witer ein Embel pekhumben ...
Der Kaiser wird am Montag nach Regensburg aufbrechen, aber sich nicht
im Land ob der Enns aufhalten. Zur Zeit ist Markt in Wien, der aber ist
schlecht und teuer. Sie bittet Juliana den Kaspar zu erinnern ihr die 4000
fl zurückzugeben, da sie das Geld jetzt brauchen kann.
Eigenhändiger Brief der Judith Starhemberg aus Wien an ihre Schwiegermutter in Nieder Wallsee vom 12.3.1630.
Judith berichtet vom Vorhaben ihres Mannes den Landeshauptmann um
eine Verlängerung des Ausreisetermiens zu bitten, wozu sie nach Linz
reisen werden.
Sie bittet Juliana für sie in Linz eine Unterkunft zu besorgen,
wo sie selbst kochen lassen kann, das Haus ihrer Eltern (Stieveltern Hildbrand
Jörger und Anna Maria geb. Khevenhüller) ist durch diese belegt.
Eigenhändiger Brief der Judith Starhemberg aus Wien an ihre Schwiegermutter in Nieder-Wallsee vom 16.3.1630.
Judith klagt, daß sie seit Julianas Abreise wegen ihrer
Schwangerschaft fünf oder sechs mal am Tag erbrechen muß und
Kopfschmerzen hat.
... wir khinen nit aller weil gesundt sein, gott machts nit alles
nach unssern willen, wair uns auch nit allezeit nuz wan wir stets gueden
daig heten, darzue sagdt gott nit umb sunst von schmerzen der schwangern
weiber, und also haben wir auch die verheisung der seligkeit ...
Sie hat gehört, daß die Barbara Schiefer gestorben ist und
Nieder-Wallsee darauf an einen französischen Herren, Heinrich von
St.Julien, verkauft worden ist, und will wissen wo Juliana nun wohnen wird.
Der neue Besitzer soll ein feiner Herr sein, sie kennt ihn nur vom sehen,
er war ein paar mal bei der Gräfin von Wallenstein.
Ihrem Sohn dem Georg Reichart geht es von Tag zu Tag besser, die Salbe
ihrer Schwester der Eva (Regina von Crailshaim ?) hat ihm sehr geholfen.
Ihr Mann und der Doktor bestehen aber darauf, daß er weiterhin
das plaidl trägt, was er Tag und Nacht ohne klagen tut.
Sie bemerkt zum Hofleben:
... und hab witer lautter gnedige fraun und freillen in der Wienstad
ihrer erzeigung und sagen nach, ins herz khan man kein sehen, sunst wolt
ich eimb die wienerischen humor zimblich peschreiben, ich glaub nit, das
ein soliche falscheit in der kristenheit ist als hie, und wer das nit khan
der mus doch hie lernen oder er khumbt zu kurz ...
Sie möchte Wien gern verlassen, ist aber nicht sicher ob ihr Mann
sie zu Bartelmä nach Regensburg bringt.
Eigenhändiger Brief der Judith Starhemberg aus Wien an ihre Schwiegermutter in Nieder-Wallsee vom 30.4.1630.
Judith klagt, daß ihr Sohn Georg Reichart einen Husten hat,
sie will ihm nach des Doktors Rat Ziegenmilch geben.
Sie hat Mitleid mit der Frau Haushamerin, der diese Woche drei Kinder
gestorben sind, doch
... den lieben khindern geschicht wol, sunderlich den von öltern
khumben dern religion der schrift gemäs verwerflich, seind rein engl
for gott und sterben in ihrer unschuldt ...
Judith schriebt zu Wien und dem Hofleben:
... gott weis wol, den ich herzlich drumb anruf, das ich alle stund
fördig wair und gwis mit krigen herzen diese lose stadt so foller
laster und sinden ist verlaset ...
Sie klagt über den Versuch sie bei Juliana schlecht zu machen,
indem man behauptet sie habe ihr hinterbracht, wie verliebt die Maria Elisabeth
in den Kaspar sei.
Der Kaiser ist in Presburg am Landtag, und reist dann zum Fürstentag
nach Regensburg.
Eigenhändiger Brief der Judith Starhemberg aus Wien an ihre Schwiegermutter in Nieder-Wallsee vom 15.6.1630.
Judith klagt, daß ihr Sohn Georg Reichart sich verletzt hat,
und würde ihn gerne zu Juliana nach Wallsee schicken, weil der Arzt
wegen der Hitze keine Behandlung anfängt. Doch ihr Mann will ihn zu
einem (protestantischen ?) Arzt in Linz schicken.
Ihr Mann wird auf bitten der Juliana deren Nichte Juliana (Dorothea
? Tochter des Paul Jakob, geb. 1616) die 230 fl für die Frau
Martin (Witwe des Martin von Starhemberg, Sidonie geb. Sonderndorf) borgen,
weil diese ihn deswegen so quält. Doch ersucht er sie ihm das Geld
möglichst bald zurückzugeben, da er es nur vom Haushaltsgeld
nehmen kann. Judith meint, daß es der Juliana Dorothea bei der Eva
Regina (Frau des Günther von Herberstein,1599-1663) besser ergangen
ist, sie hat gehört, daß Juliana Dorothea im Haus in Wien von
der Frau Martin schlecht behandelt wird. Sie bittet Juliana den Kaspar
an die 4000 fl zu erinnern, da sie diese jetzt gut brauchen könen,
sie haben ja nur die Einkünfte aus Wildberg zum leben. Ihr Mann macht
ihr schon Vorwürfe, da er es nur auf ihrer Bitte dem Kaspar gelihen
hat. Sie hat die Sache mit den Hündchen, die sie den Fräulein
von Traun versprochen hat, in Ordnung gebracht, und seither sind sie wieder
gute Freundinnen.
Eigenhändiger Brief der Judith Starhemberg aus Wien an ihre Schwiegermutter in Nieder-Wallsee vom 27.7.1630.
Judith berichtet, daß es mit der Seuche nicht so schlimm ist,
zwar ist ihr Bursche krank geworden, doch hat sich nach Gebrauch von Medikamenten
sein Zustand schnell gebessert. Sie hat niemenden davon erzählt, da
sie ihr Haus nicht in Verruf bringen wollte. Ihr Mann wird sie und die
Kinder mit zum Linzermarkt nehmen, und wenn es der Oberst St.Julien erlaubt
wird sie nach Wallsee kommen und dort ihr Kind zur Welt bringen. Sie würde
gerne das Bettzeug der Frau von Tschernembl (deren Fahrnis sich in Wallsee
befindet) kaufen, da diese aus dem Land reisen will ist ihr Geld nützlicher.
Sie macht sich sorgen um ihre Mutter, deren Füße stark angeschwollen
sind.
Noch mehr Angst hat sie aber um ihre Schwestern wenn die Stiefeltern
sterben (Helmhart Jörger und Anna Maria geb. Khevenhüller):
... meine liben jungen schwöstern, die man in Warheit, fircht
ich, gleich an khadolische ord göben wur, und so also in den plinden
pabbsumb unsuldig erzogen misen wern ...
Beim Herrn Statthalter, wo sie zum Essen eingeladen waren, haben sie
erfahren, daß die Holländer einen Sieg über die Kaiserlichen
errungen haben.
Wo die königliche Hochzeit stattfinden wird, ist noch nicht klar,
in Wien selbst oder in Linz, wie die Maria Elisabeth meint.
Eigenhändiger Brief der Judith Starhemberg aus Wien an ihre Schwiegermutter in Nieder-Wallsee vom 1.8.1630.
Judith teilt der Juliana mit, daß sie auf den Linzermarkt
fahren werden und danach, wenn sie die Erlaubnis des Herrn von St.Julien
haben, drei Wochen zu ihr nach Wallsee kommen werden. Sie hat gehört,
daß der Fürstentag in Regensburg zu ende geht, aber die kaiserlichen
Hochzeitsangelegenheiten noch nicht abgeschlossen sind. Der König
(Ferdinand III) soll, so habe Kardinal Dietrichstein gesagt, der Braut
(Maria Anna von Spanien) bis nach Görz entgegenziehen. Sie soll schön
sein und sehr schöne Hände haben. Aber ihre Hofdamen sind nicht
so schön, und man braucht nicht fürchten, daß diese die
österreichischen verdrängen.
Eigenhändiger Brief der Judith Starhemberg aus Wien an ihre Schwiegermutter in Nieder-Wallsee vom 8.8.1630.
Judith versucht Juliana wegen der Seuche ( pest ) in Wien zu beruhigen,
es sterben kaum drei Leute am Tag daran und die Regierung ist auch noch
hier. Die Gräfin von Mansfeld und der Graf von Losenstein reisen zwar
ab, aber nur wegen des Fürstentages in Regensburg. Sie bedankt sich
bei Juliana und der Frau von Neuhaus, daß sie ihr eine Amme besorgt
haben. Wenn der Oberst von St.Julien die Erlaubnis giebt, wird sie eine
Weile bei ihenen in Wllsee wohnen. Sie bittet die Juliana ihr bei der Beschaffung
von Hausrat behilflich zu sein.
Anmerkung der Juliana am Briefkopf:
... Empfangen den 18 Augusti des 1630 jar, und ist
leiter gott sey es gekhlagt meine liebe frau
dochter seliger lezes schreiben an mich.